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21.1.1916 Erstes Blatt
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Der «ferner Hißtet

erscheint tagb.ch. außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Sietzener^amittcnbläller; zweimal wöchentl.Ureis- blatl für den Ureis Gießen (Dienstag und Freilag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Zeitfragen Fernjprech - Arrschtüsse: siirdie Schristle.itungllS Verlag,Geschättsstelleöl Adresse iür Drabtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« lür die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

Erstes Blatt

Wb. Jahrgang

Freitag. 21 Januar M

Bezug Sv reis: monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch diePost Mk.2.30 viertel- fahrl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., ausw. 20 Pf. Haupt­schriftleiter: Aug. Goetz. Vc-rantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Sladt und Land, Vermischtes und Ge­richtssaal: Fr.R-Zeuz;

UotLtkonrbnick «atz Verlag der Brüheschen Univ.-8uch- und Zteindruüerei R. Lange. Schristleitung, SeschästLstelle und Druckerei: Schulftr.7.

General-AKzeiger für Oberhessen

Trinksprüche des Koffers und des Königs von Bulgarien in Nisch.

(WTB.) Protzes Hauptauartier, 20.Januar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Stellungen nördlich von Frelinghien wur­den gestern abend von den Engländern unter Benutzung von Rauchbomben in einer Breite von einigen Hundert Meten: angegriffen. Der Feind wurde zurückgeschlagen; er hatte starke Verluste.

Feindliche Artillerie beschoß planmäßig die Kirche von Lens.

Ein englischer Kampfdoppeldecker mit zwei Maschinengewehren wurde bei Tourcoing von einem deut­scher: Flugzeug aus einem feindlichen Geschwader her­untergeholt.

An der Äser zwang das Feuer unserer Ballon- abwchrgeschütze ein f e i n d l i ch e s F l u g z e u g zur Landung in der feindlichen Linie. Das Flugzeug wurde sodann durch unser Artilleriefeuer zerstört.

Die militärischen Anlagen in Nancy wurden gestern nacht von uns mit Bomben belegt.

OestlicherKriegsschauplatz.

Artilleriekämpfe und Vorpostengeplänkel an mehreren Stellen der Front.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Esl ist ein wundervolles Bild der Freundschaft! und Einmütigkeit, das uns heute die Tvinksprüche gewähren, die in Nisch zwischen mrserem Kaiser und dem König Ferdinand gewechselt worden sind. Wir hören daraus die eindringlichste Bekräftigung, daß die deutsch^bUlgarische Waffenbrüderschaft nicht nur ein Ereignis von schnell vorübergehender Dauer ist. Als Bnlgarien im türkischen Kriege an der Seite Ser­biens und der anderen Balkanstaaten focht, war die Zu­kunft nicht v-onr Strahle eines leuchtenden Freundschafts­banden erhellt, denn es fehlten die bauernden gemeinsamen Interessen, und aus den Schlachtfeldern erhoben sich schon die Gespenster späterer Uneinigkeit. Das ist hertte ganz anders geworden. Nicht ohne Absicht hich der König von Bulgarien in den an unseren Kaiser gerichteten Worten so weit in die Vergangenheit zurnckgeblickt. Es ist wahr, im deutschen Volke gab es bis vor kurzem noch keine besonders lebhafte Anteilnahme an der Zukunft Bulgariens, weil über dem Balkan noch die dichten Schleier einer schwer erratbaren Entwicklung lagen. Heute aber sehen wir durch verfliegen­den Wolkenschleier die helle Sonne. Und so versprach König Ferdinand, mit seinem Volke nach dem Friedensschluß auch ein treuer Mitarbeiter an den Werken der Kultur tzu werden an der Seite Deutschlands, dem er bescheinigtet, daß die Welt mit Staunen und Bewu:ck>erung die deutsche Kraft kennen gelernt habe. Wenn König Ferdinand von der Unbesiegbarkeit des deutschen Heeres sprach, so wird dies auf dem ganzen Balkan, wo man den deutschen Namen noch nicht mit Beifall begrüßt, doch stillen Eindruck machen und die nächsten Entschlüsse stark beeinflussen.

Unser Kaiser war in seiner Erwiderung ein ebenso bereiter Darsteller der jetzigen und künftigen Lage wie sein königlicher Gastgeber? I:: seinen Worten lag tiefe Dankbarkeit, heißes Glücks gefühlüb er die herrlichen Erfolge unserer Waffen, aber wie er früher eirrmal ab gelehnt hatte, nach öder Weltherrschaft streben zu wollen, so war auch diesmal in seiner Rede nichts zu Hörer: von überspanntem Machtwillen, von Herrschgelüste und Imperatoren stolz. Nur das friedliche Ziel einer künftigen Kul tnr gem eins ch a f t hat er im Auge, die uns vor Neidern schlitzen und vor neuen Einkreisungen und Befehdungen bewahren soll. Heber das Netz der englischer: Lügen und Verleumdungen kommen wir allmählich in die reineren Regionen, wo Kraft und Wahrheit das Tor der nächsten Zeitgeschichte schmieden.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 20. Jan. (WTB. Michtanttlich.) Amtlich wird verlautbarl: 20. Januar 1916.

Russischer Kriegsschauplatz.

Die neue Schlacht an der b e s s a r a b i s ch e n Grenze hat an Heftigkeit zugenommen. Außer den schon gestern gemeldeten Angriffen, die alle in die frühesten Morgenstunden fielen, hatten unsere braven Truppen, ihnen voran die Budapester Honued-Dwision, bis in den Nach­mittag hinein fast stündlich, an verschiedenen Stetten zwischen Toporouß u;w B o j a n zähe Anstürme überlegener Kräfte abzuschlagen. Der Feind drang im Verlaufe der Kämpfe einige Male in unsere Schützengräben ein, wurde aber immer wieder in: Handgemenge einmal durch einen schneidigen Gegenangriff der Honued-Regimenter Nr. 6 und Nr. 30 unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Das Vorgelände unserer Verschanzungei: ist mit russischen Leichen übersät; lm Gefechtsraum einzelner Bataillone wurden 800 bis 1000 gefallene Russen gezählt.

Die anderen Fronten der Armee Pflanzer-Baltin stan- ven den ganzen Tag. hindurch unter russischem Geschützseuer. Auch bei der nördlich anschließenden Front in O st g a l i z i e n gab es kurzen Arttlleriekempf.

Italienischer

und Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Ehefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschallcutnant.

Eine neue Wendung in der Haltung Montenegros?

Bern, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ein aus Mai­land übermitteltes Communiquö derAgenzia Stefani" be­sagt: Der montenegrinische Generalkonsul in Rom teilte heute früh im Aufträge des gestern abend in Brindisi an­gekommenen Ministerpräsidenten Muschkowitsch mit, daß König Nikita und dessen Negierung alle Bedingun­gen Oe st erreich-Ungar ns ablehnten und daß der Kampf bereits auf der ganzen Front wieder begonnen habe. Der König und seine Söhne weilen in­mitten der Truppen, um den letzten Verteidigungskampf zu leiten.

Aus Brindisi wird gemeldet: Die Königin von Montenegro, die montenegrinischen Prinzessinnen und der montenegrinische Ministerpräsident sind hier eingetroffen, um sich nach Rom zu begeben. König Nikita bleibt in Sku- tari, um dort den Verteidigungskampf zu leiten.

(Notiz: Hier wird uns mitgeteilt, daß an amtlicher Stelle über die oben gemeldeten Vorgänge nichts bekannt ist.)

Bern, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der von der Agence Havas verbreiteten Meldung desTemps" über den Abbruch der Friedensverhandlnngen zwischen Montenegro und Oesterreich- Ungarn entspricht im ganzen eine in der Pariser Presse enthaltene Havasmeldung aus Rom. Der eigentliche Ursprung dieser Sensa­tionsmeldung erscheint recht zweifelhaft. DerTemps" läßt sich von seinem Genfer Vertreter die Nachricht aus Skutarr geben, andere Blätter bringen sie ans Brindisi. Jedenfalls begegnet die Meldung in der Pariser Presse selbst stärksten Zweifeln, denn Blätter wie idas Journal des Debets",Petit Journal" undEcho de Paris" geben sie unter allem Vorbehalt wieder, zumal sie in geradem Widerspruch :nit den in derselben Ausgabe enthaltenen Meldun­gen aus englischen Blättern über die Formen der Uebergabe des Degens Nikrtas sowie des Ausrufs des Königs an sein Volk stehen, in dem gesagt wird, daß nur Ergebung oder Untergang übrig blieben. DerPetit Parisien" und das Jour­nal des Debats, die gestern hier wicht eingetrofsen waren, waren von der ftanzösischen Zensur wegen Wiedergabe der Mitteilung des montenegrinischen Generalkonsulats in Rom verboten worden.

Englische Aeußerungen über die Kapitulation Montenegros.

London, 19. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Times" schreibt in einem Leitartikel: Die Kapitulation des Königs Nikolaus ist zwar kein Unglück, das nicht wieder gnt zu machen Iväre, aber ein Signal, das die Alliierten nicht ignorieren dürfen, und eine Warnung, daß sie nur mit größerer Energie und mehr Voraussicht, als sie bisher an den Tag gelegt haben, hoffen können, den Krieg zu ge­winnen. DieDaily New s" verzeichnet die italie­nische Auffassung, daß schon im Oktober ein Abkommen zwischen Oesterreich-Ungarn und Montenegro bestand und schreibt: Wenn diese Ansicht wirklich vorgeherrscht hatte, erklärte sie vollständig, weshalb Italien keine Truppen nach Montenegro sandte. Denn diese wären dann in eine Falle gegangen.

Ein feindliches Geschwader vor Dedcagatsch.

Sofia, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul­garischen Tclegraphenagentur. Amtlich wird gemeldet: Am 18. ds. Ms. um 8 Uhr vormittags erschien ein feindliches aus 24 Kriegseinh eiten bestehendes Geschwader vor D e b e a g ätsch. Um 9 Uhr 42 Minuten vormittags eröfsncten die Schisse das Feuer aus die Stadt und die umliegenden Höhen. Mittags war die Beschießung beendet. Die Schiffe fuhren auf die hohe See hinaus. Der Beschießung fielen keine Menschenleben zum Opfer; nur vier Pferde wurden getötet. Am selben Tage kreuzte ein- aus 16 Schiffen bestehendes feindliches Ge­schwader von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags in der Bay von Porto Lagos. Um 1 Uhr 5 Minuten begänne:: die feindlichen Schiff- die um Porto Lagos gelegenen .Höhen zu be­schießen. Sie unterbrachen das Feuer erst um 5 Uhr 38 Minuten nachmittags, worauf sie sich in der Richtung gegen die Insel Thasis entfernten: es waren keine Opfer zu beklagen.

Ein englischer Bericht.

London, 19. Jan. '(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt des britischen Hauptquartiers. 16 unserer Flugzeuge griffen am 17. Januar das feindliche Vorratsdepot bei Lesars, nordöstlich Albert, an und richteten beträchtlichen Schaden an. Heute fanden 19 Lnftkämpfe statt. In fünf davon wurden feindliche M-aschmen heruntergeholt, in zwei Fällen gingen unsere Flugzeuge verloren. Der Feind sprengte am 18. Januar südlich Fricourt zwei Minen, ohne viel Schaden anzurichten. Wir bom­bardierten heute mit gutem Erfolge die feindlichen Laufgräben an verschiedenen Punkte::. Eine Abteilung unserer Truppen über­fiel im Dunkeln die Laufgräben des Feindes nördlich des Lyflusses und brachte mehrere Gefangene zurück. Der Feind sprengte eine Mine bei der Hohcnzollernschanze, eine andere vor unseren Lauf­gräben südöstlich Cuinchy. Schaden wurde nicht anaerichtet. Die feindliche Artillerie war nordwestlich Frommeles tätig. Oestlich Ypern bei Frelinghien z:vang unser Feuer ein feindliches Flug­zeug znm Laichen.

Der Kriegsrat in London.

London, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird mitgeteilt: Die französischen Minister berieten estern früh mit verschiedenen Regierungsstellen, ie mit dem Kriege zu tun haben. Nachmittags trat der gemeinsame Kriegs rat der Verbündete:: zusammen.

England und der Vatikan.

Köln, 20. Jan. (WTB. Nichitamtl.) DieKölnische Volks- zeftung" metbct aus Rom unter dem 17. Januar: Tie eugli- fcfic Negierung Hit dem Vatikan Mitteilen lassen, daß sie für- alle englischen Besitzungei: nur noch die Ernemumg von Bi­schöfen englischer Nationalität gestatte.

Weitere Flottenverftärkung in England.

London, 19. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein heute veröffentlichtes Weiß­papier enthält einen ergänzenden Voranschlag für weitere 50 000 Mann für die Flotte, wodurch die Gesamt­stärke auf 350 000 Mann erhöht wird.

Englands Blockadeplan und Amerika.

New York, 20. Jan. (WTB. Mchtamtlich.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des Wolffschen Bureaus. Die Presse berichtet aus Washington: Man erfährt, daß der Entschluß der Alliierten, eine förmliche Blockade über die deutschen Häfen zu erklären, der Gegenstand eines Gedankenaustausches zwischen den bisherigen diplo­matischen Vertretern der Alliierten und einer unformellen Besprechung zwischen Diplomaten und Beamten des Staats­departements war. Wie verlautet, sieht das Programm die tatsächliche Ausdehnung der Blockade auf die europäischen Neutralen durch scharfe Anwendung der Doktrin vom letzten Bestimmungsort vor. Der Aufschub der Verwirklichung des Planes wird gänzlich auf den Widerstand Frankreichs :md möglicherweise Italiens zurückgeführt, die britische Aus­legung der Rechte eines Kriegführenden anzuwenden. Diese Ansfassung des Gegenstandes wurde hier mit großer Vor­sicht ausgenommen, wie es heißt, unter voller Würdigung des wahrscheinlichen Ausbruches einer englandfeind­lichen Stimmung im Kongreß. Me Diplomaten richten ihre Anstrengungen daraus, die Stärke der ameri­kanischen Stimmung über diesen Gegenstand festzustellen, namentlich, über die Anwendung der Blockade auf die Neu­tralen, für die, wie die Engländer behaupten, die Ber­einigten Staaten einen Präzedenzfall im Bürgerkriege ge­schaffen hätten. Es wird als Ergebnis erwartet, daß der Widerstand der Vereinigten Staaten durch sehr heftige Proteste Hollands, Dänemarks, S.ch w e - d e n s und möglicherweise Norwegens unterstützt wird. Bon Frankreich heißt es, daß es gegen den britischen Gesichtspunkt vom Recht der Blockade eines neutralen .Hafens geltend mache, daß dadurch Frankreich künfttg Won den Vereinigten Staaten durch die anliegenden Larwcr Belgien, Spanien oder Italien abgeschnitten werden könnte. Die britische Behauptung gehe jedoch dahin, daß solche neutrale Häfen, wie Rotterdam in Holland und Malmö in Schweden, während dieses Krieges in jeder Beziehung als deutsche Häfen anzusehen seien, und daß die Alliierten nur dadurch, daß sie diese Häfen dem decttschen Handel verschließen würden, hoffen könnte::, Deutschland und Oester­reich-Ungarn tatsächlich auszubungern. Diese Ansichten sollen schließlich unter den Alliierten die Oberhand ge­wonnen haben.

Holländisches Bieh.

Amsterdam, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Wie Nieuws van den Dag" berichtet, hat der Ackerbanminister gestattet, daß alle Kühe aus dem Ueberschwem- :nungs gebiet Nordhollands so schnell wie möglich lebend oder geschlachtet nach Deutschland ausge­führt werden dürfen. Der Erlös daraus soll den Vieh­besitzern zugute kommen. Zwei bekannte Firmen werden mit der Ausfuhr betraut. Mit der Untersuchung der Kühe wurde bereits begonnen.

Der Kaiser in Nisch und Belgrad.

Der Kaiser in Belgrad.

Belgrad, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Von der hoch­ragenden Felv'nkanzel der Belgrader Zitadelle hat der Deutsche Kaiser heute das Kampfgelände an der Donau und Save in Augenschein genommen. Ein imuterklarcr blauer .Himmel begrüßt den Hohenzollern in der einsttgen serbischen Residenz. Die auf den Hängen auftinaudergetürmten tveißeu .Häuserreihen sind in flutenden Sonnenschein getaucht. Gegen 9 Uhr läuft der Hvfzug von Nisch her ein. Eine österreichisch-nngarisckie Ehrenkompagnie steht vor dem Bahnhofsgebäude und saluttert unter Fansareu- klängen. TÜcschütze senden von den donnergewöhnten Höhen den EhrengM. Ter Kaiser fährt zunächst zu der Belgrader Eise ub ahn brücke. Das gewalttge Werk wird eingehend be­seitigt und auf jede technische Einzelheit sttcckt sich das sach­kundige Interesse des Kaisers. Die Fahrt geht sodann unter Füh­rung des ö,terrcich:schen Gouverneurs und Fesmngskommandanten am Konak vorbei zum Kalim egdau. Festlich gekleidetes Publi­kum belegt sich ungehindert durch die Straßen. Seitdem Barbarossa auf der Fahrt ms Heilige Land mit 10Ö 000 Ritten: hier Parade gehalten hat, stand kein Deutscher Kaiser mehr aus der Zitadelle Auf ihrem Vorsprung, hoch über der Einmündung der Save in der Donau, berichtet ein Generalstabsoffizier dem obersten Kriegs­herrn über den Donau- und Saveübergang. Eine schlichte mili­tärische Besichtigung bedeutet der Besuch, ein sachliclrer Vortrag steht in seinem Mittelpunkt, aber für den Teilnehmer wird die Szene auf dem Kalimegdau zu einem Erlebnis von innerer Größe, zu einer Feier von weltgeschichtlichem Rahmen. Unter dem Dahingleiten der glitzernden Woge:: der Donau, deS gewaltigen Stromes, der von deutschen: Boden kommt und mit seinen Was­sern unsere brüderlichen Wünsche und Güter zu fernen östlichen Gestaden trägt, durch fruchtbares ungarisches Tiefland schweift unser Blick in unbegrenzte Weilen. Von den: gebirgigen Süden her zieht sich, vom Waldgrün der Inseln durchwirtt/das breite Silberband der Save, und während wir der schlichten Schil­derung der Kämpfe lauschen, belebt sich das friedliche Biw Zu unseren Füßen veransclmulichen sich uns die unsterb- l:chen Kämpfe. Wir sehen das sumpfige, ungedeckte An- m a r s ch g e l ä :: d e und empfinden nrit den einstigen In­sassen dieser Felsenhöhe:: ihr überlegenes Sicherheits-

ge fühl. Durchs feuerdurchzückte Nächte dringt von de:: Inseln der Kampflarm zu uns, das Herz stockt, wam