Ausgabe 
15.1.1916 Erstes Blatt
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Ervffrums der ProvlnzialpreiSprüfungHstelle zu Gießen.

Am 11. Mnnrar 1916 wurde im Sihüngs faule der Großh. Harchelskammer zu Gießen die Preisprüfungsstelle für die Provinz Oberhessen durch den Großh. Provinzialdirettor Geheime Rat Dr. U s i n g e r irr Gegenrvart der Vorstände der Korrrrrnrnalverbände von Friedberg, Alsfeld, Lauterbach und Schotten eröffnet. Die Vorsitzenden und die Geschäftsstelle hatten ihre Tätigkeit bereits vor eirrrgen Wochen in den Räumen der Großh. Handelskammer Gießen, derer: Vorsitzender und Präsidium in liebenswür­diger und entgegenkommender Weise der Preisprüfungs­stelle ein Heim geboten haben, eröffnet.

Geheimerat Dr. U sing er eröffnete die erste Vollver­sammlung der Mitglieder der Provinzialpreisprüfuugs- stelle mit herzlichen Worten der Begrüßung an alle Erschie­nenen. Zugleich sprach er den Dank der Behörde und der Preisprüfungsstelle dem Präsidium der Großh. Handels­kammer, dem Geheimen Kommerzienrat Heichelheim in Gießen für die liebenswürdige Ueberlassung der Räume der Handelskammer für die Zwecke der Provinzialpreisprüfungs­stelle in warmen Worten aus und dankte ferner den Kreis raten der Provinz für ihr Erscheinen und den beiden stell vertretenden Vorsitzenden für ihre wertvolle Mitarbeit.

Anwesend waren: Seitens der Kommunalverbände der Provinz Oberhessen die Kreisräte Freiherr Sch enck zu Schweinsbergaus Friedberg, Dr. Heinrichs aus Ms- feld, v. Werner aus Lauterbach und Regierungsrat Muhl aus Schotten, ferner die beiden stellvertretenden Vorsitzen­den der Preisprüfungsstelle: Regierungsassessor Walter aus Friedberg und Professor Dr. Kleberger ans Gießen. Von den Mitgliedern waren erschienen: die Herren Bausch aus Niederwöllstadt, Block aus Büdingen, H e n s e l aus Dortelweil, I o st aus Bermutshain, H o s f m a n n aus Schlitz, Klingelhöffer aus Hungen, H. Koch XIV. aus Alsfeld, Mogk aus Grundschwalheim, Ritter aus Lau- bach, F. Stahl aus Friedberg, M. Stern II. aus Hungen, Viehl aus Rainrod und als Vertreter des Oberbürger meisters der Stadt Gießen Stadtbaumeister Braubach aus Gießen. Entschuldigt hatten sich die Herren Geh. Regie­rungsrat Boeckmann aus Büdingen, Oekonomierat Heck aus Alsfeld, Oberbürgermeister Keller aus Gießen und Obel^ahlmeister Welsch aus Gießen.

Der Vorsitzende erläuterte Zweck und Aufgabe der Preisprüfungsstelle und betonte die Notwendigkeit der Ar­beitsteilung in QtejMt der Bildung einer Reihe von Unter­ausschüssen, wobei er in unverbnrdlicher Weife eine Reihe von Vorschlägen machte, die sämtlich den Beifall der Ver­sammlung fanden. Es wurden in Aussicht genommen: Ein geschäftsführender Ausschuß, der mit den Vor­sitzenden die laufenden Geschäfte der Stelle zu führen hat und alle wichtigeren Entschließungen der Vollversamm­lung der Preisprüfungsstelle vorzubereiten hat. Dem ge­schäftsführenden Ausschuß soll eine juristische Unter, Kommission für die Bearbeitung von Gutachten aller Art sowie eine Pre ß-Un t e r kom miss io n für die Be­arbeitung der zur Veröffentlichung bestimmten Angelegen­heiten unterstützend zur Seite stehen. Für die Bearbeitung und Begutachtung wirtschaftlicher Fragen sollen zunächst 9 Unterausschüsse gebildet werden, die sich durch Zuwehl von Sachverständigen der betreffenden Wirtschaftszweige aus dem praktischen Leben nach Bedarf ergänzen.

Der Vorsitzende hob noch ausdrücklich hervor, daß es keineswegs den Aufgaben der Preisprüfungsstelle entspreche, nun für die ganze Provinz einheitliche Preise sestzusetzen, sondern das; nach den Produktionsbedin gnngen und ver­schiedenen Mlarktverhältnissen der einzelnen Teile der Pro­vinz eine verschiedenartige Behcnrdlnng notwendig werde; es sei daher beabsichtigt, verschiedene Wirtschafts­gebiete für die Preisgestaltung zu bilden, so daß den be­sonderen Verhältnissen der einzelnen Gegenden und Ge­meinden nach Möglichkeit Rechnung getragen werde. Pro­fessor Kleberger erläuterte den Plan der Wirtschafts­bezirke an Hand der Landkarte. Regierungsassessor Walter besprach einige organisatorische Fragen. Die nötigen Unter­lagen für die Beurteilung der Preisverhältnisse der ein­zelnen Bezirke sind durch vorliegende Gendarmerieberichts aus sämtlichen Gendarmeriebezirken der Provinz, die regel­mäßig erstattet werden, bereits vorhanden.

Als besonders wichtig wurde die sofortige Bearbeitung 6er Fragen der Preisgestaltung auf dem Kar­toffelmarkt, die Regelung der Kartoffelversor­gung, die Regelung der Vieh- und Fl^eischmarkt- v erhält n isse und die Regelung der Bierp reise an- nckamit, die neben Fragen der Fettversorgung bereits eine vorbereitende Bearbeitung durch die interimistische Ge­schäftsstelle der Preisprüfungsstelle erfahren haben.

Mit dem Wunsche, daß die Preisprüfungsstelle zum Segen der gesamten Provinz und ihrer Bevölkerung, zur Sicherung des Bedarfs der Verbraucher und zur Stärkung und Erhaltung der Tätigkeit der Produzenten und des Handels dienen möge, schloß der Vorsitzende gegen y 2 6 Uhr die Versammlung. »

*

,, "Auszeichnung. Die freiwilligen Krankenpfleger Hein- rug. Pfeiffer und Wilhelm Steuerwald, langjährige Mit­glieder der Greßener Sanitätskolonne, wurden mit der Roten Kreuz-Medaille 3. Klasse ausgezeichnet. Beide stehen seit Kriegs- beginn im Felde.

* f Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wurde am 10. Januar der Schulamtsaspirantin Marie Krell

aus Niedernhausen, Kreis Dieburg, eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Weiterstadt, Kreis Darmstadt. Der Groß­herzog hat am 12. Januar dem Kulturinsvektor Friedrich Heyl zu Friedberg den Charakter als Baurat erteilt.

** Der wachsende Goldbestand ein Grad­messer für unsere Wide r stan ds kra s t. Unser Goldbestand ist für den Feind ein deutliches Bild unserer Wirtschastsstärke. Der Zufluß an Gold aus dem Privatbesitz ist der Ausdruck des Siegerwillens auch auf wirtschaftlichem Gebiete!

** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau schreibt man Uns: Am Freitag, den 21. Januar, findet als Gesamt-Bene- M für die darstellenden Mitglieder des Stadttheaters eine Auf- führung von SudermannsE h r e" bei kleinen Preisen statt. Das wirksame Werk ist seit einer Reihe von Jahren hier noch nicht ge­geben worden und gibt zudem fast den: gesamten Personal Gelegen­heit, sich in dankbaren Rollen zu zeigen. Es sei schon heute au? diese Aufführung Hingelviesen.

** Zn de r Gemälde-Aus stellung am Brand hat vor einigen Tagen wieder ein größerer Bilderwechsel stattgefunden und es ist dem Oberhessischen Kunstoerein hoch anzurechnen, daß er trotz der Schwierigkeit während des Sieges unverdrossen weiterarbeitet, größere Bilderkollek- tionen zusammenbringt und immer wieder wertvolle Samm­lungen auszustellen vermag. Gegenwärtig hat die Ber­liner Künstler- Gilde, welche das Ausstellungs- Unternehmen der Allgem. Deutschen Künstler-Genossenschaft ist, eine künstlerisch interessante Ausstellung aufzuweisen. Die nahezu 100 ausgestellten Kunstwerke bieten reiche Ab­wechslung und der Oberhessische Kunstverein wird es jeden­falls mit Freuden begrüßen, wenli seine Veranstaltung ihm neue Freunde wirbt und möglichst zahlreiche Beschauer der Kunstwerke sich einfinden; denn der Besuch der Ausstellung wird sich für jeden lohnen.

** V o rtrag. Donnerstag, den 20. Januar, abends LVsUhr, findet in der Neuen Aula der Vortrag Nr. 4 des Kaufm. Vereins und des Orts-Gewerbevereins statt. Schrift­steller Dr. Herwarth von Bittenfeld, Wiesbaden wird über Belgien sprechen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen.

** Bierpreiser Höhung. Wie aus unserem An­zeigenteil hervorgeht, seh-en die Brauereien sich genötigt, vom 20. Januar ab den Bierpreis weiter zu erhöhen und zwar Faßbier um weitere fünf Mark das Hektoliter, Fla schenbier um 4 Pfg. für die große, um 3 Pfg. für die Schop­penflasche niid um 2 Pfg. für die kleine Flasche.

** Nußb aumhol z und Walnußbäume. Eine Be­kanntmachung, beten Anordnungen mit dem 15. Januar 1916 in Kraft treten, betrifft Beschlagnahme und Bestandser­hebung von Nußbaumholz und stehenden Walnuß bäumen. Durch diese Bekanntmachung werden Vorräte <m Nuß­baumholz mit einer Mindeststärkc von 6 Zentimeter, einer Min deftlänge von 100 Zentimeter und einer Mindestbreite von 20 Zentimeter, sowie alle stehenden Waluußbäume, deren Stämme bei einer Messung in .Höhe von 100 Zentimeter über dem Boden einen Umfang von mindestens 100 Zentimeter aufweisen, beschlag nahmt. Trotz der Beschlag nähme ist die Verarbeitung zu Gegenständen des Kriegsbedarfs und ihre unmittelbare Veräuße­rung an staatliche Militärwerkstätten gestattet. Die Bekannt machung ordnet außer der Beschlagnahme eine Meldepflicht für alle vorbezeichneten Vorräte an Nußbaumholz und stehenden Walnußbäumen an. Die Meldung hat in einer in der Bekannt­machung näher bezeichneten Wki.se auf besonderen Meldescheinen zu erfolgen und zwar bis zum 25. Januar 1916. Tie Meldescheine können bei Großh. Kreisamt Gießen angefvrdert rverdeu. Der Wortlaut der Bekanntmachung, die n. a. auch eine Lagerbnchfüh- rnng für diejenigen vorschreibt, die Nußbaumholz des Erwerbs wegen in Gewahrsam haben, ist in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers enthalten und am Bürgermeistereigebäude an­geschlagen.

Landkreis Gießen.

6. K l e i n - L i n d e n , 15. Jan. Maschinist Heinrich Müller blickt heute auf eine 50jährige Tätigkeit in der Zigarrenfabrik Georg Philipp Gail in Gießen zurück. Der Gesangvereiu ,Arion 8 ließ dem Jubilar ein Blumengebinde mit Widmung überreichen.

* Garbenteich, 15. Jan. Dem Wehrmann Gefreiten Karl Sann vom Reserve-Jnf.-Regt. 254 von hier wurde die Hessische Tapferkeit? medaille verliehen.

WeiterShain, 15. Jan. Dem Musketier Heinr. H e ß von hier, im aktiven Jnf.-Regt. Nr. 8!, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

Kreis Büdingen.

44 Berstadt, 15. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Ge­freite Frank im Feldartillerie-Regiinent 61.

* Borsdorf, 15. Jan. Wiederum hat der Krieg hier ein Opfer gefordert. Der Landstnrmrekrut Wilhelm Fleischer starb den Heldentod fürs Vaterland. Der Gefallene war erst seit acht Tagen im Feld. Er ist der 6. Gefallene unserer Gemeinde. Der Landstnrmrekrut Rudolf Scherer ist seit der letzten September- offensive der Franzosen vermißt. Ueber sein Schicksal ist noch nichts Bestimmtes bekannt.

Kreis Friedberg.

= Friedber g, 14. Jan. Für bie Walzung der Kreis­straßen im Kreise Friedberg während des Jahres 1916 be­willigte der Kreistag in einer außerordentlichen Sitzung 90 00 0 M k. Eine frühere Sitzung, die im November v. I. stattfand, hatte die Forderung abgelehut.

44 Frledberg, 15. Jan. Die' Hessische Tapferkeitsmedaille erhielten der Gefreite R u p p e l und Musketier Kipp im Reserve- Jnf.-Regt. 87.

44 Reichelsheim, 15. Jaii. Die Hessische Tapserkeits- medaille erhielt der Gefreite E ck h o l d im Jnf.°Negt. 115.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 15. Jan. Trotzdem für das Frank­furter Wirtschaftsgebiet die Milchpreise erst am 1. November v. I. eine Erhöhung auf 28 Pfg. das Liter erfuhrerr, haben dieVer­einigten Landwirte von Frankfurt und Umgebung" schon wieder eine Eingabe an die Stadt gerichtet, in der sie eine abermalige

Erhöhung der Milchpreise fordern. D« mit der Prü­fung der Emyobe betraute städtische Preisprüfungsstelle hat in ihrer gestrigen Sitzung, der auch der Regierungspräsident Dr. von Meister-Wiesbaden beiwohnte, die Forderung als in jeder Beziehung ungerechtfertigt in einmütiger $8dfe abgelehnt. Sie empfiehlt im Gegenteil eine Herabsetzung der Preise für hei­mische Butter und Röagermilch, um dadurch eine gewiffe Gleich­mäßigkeit in die Preise zu bringen. Der Großherzoglich Hessische Hofrat Jakob Hilsdorf, der hier als Kunstphotögraph lebte, wurde auf dem Bockenheimer Friedhof erschoffen aufgefnnden. Es liegt Selbstmord vor. In einem Schlafwagen Berlin-Frank­furt wurde heute früh eine Brieftasche mit 3 5 00 Mk. irt Banknoten gefunden.

Fechenheim, 15. Jan. In den Gasellaschen Farb­werken geriet der 35jährige Arbeiter Hermann Nehring in das Räderwerk einer Maschine. Er wurde etlichemale herum geschleudert, wobei ihm der Kopf zerquetscht wurde, so daß der Tod auf der Stelle einträt. Der Unglückliche hinterläßt eine Wttwe mit drei kleinen Kindern.

Wm. Momberg, 15. Jan. Auf unserer Nachbarstation Neustadt gelangten dieser Tage größere Mengen Kartoffeln zur Verladung, die für Bochum und Witten bestimmt waren. Landwirte erhalten für den Zentner 3,05 Mark.

vermischtes.

Die Sturmflut an der Unterelbe.

* Hamburg, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern abend hat ein wütender Nordwest sturm an der Unter­elbe starke Verheerungen angerichtet. In Glückstadt wurde die Mole größtenteils zerstört. Der Wasserstand erreichte dort eine Höhe von 20 Fuß über den Normalstcrnd. In Wil- ster ist die Kirchturmspitze in einer Länge von mehreren Metern abgebrochen; die Kugel, das Kreuz und der Blitz­ableiter hängen hinunter nach dem Marktplatz. In Stade überschwemmte die Sturmflut die untere Stadt vollständig- der Verkehr in den überschwemmten Straßen mußte not­dürftig mit Booten aufrecht erhalten werden. Bei der Rop- perschen Schissswerft wurden von der Gewalt der Fluten Baumstämme mit erheblicher Stärke fortgeschwemmt. Bei Twielenfleth wurde der Deich stark beschädigt; an devWieder- Herstellung wird fieberhaft gearbeitet, um einen Deichbruch zu verhindern.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, Unbeständig, stellenweise Niederschläge (Schnee), geändert.

den 16. Jan. 1916 Temperatur wenn

Letzte Nachrichten.

Bulgarien und Griechenland.

Sofia, 15. Jan. In politischen Kreisen Bulgariens herrscht die Meinung, daß die Haltung Griechenlands end­gültig geklärt werden müsse, bevor iwch die Englän­der und Franzosen ihre Stellungen westlich des Wardarflnsses so ausbauen, daß jedwede Verbindung Griechenlands mit Bulgarien und den Mittelmächten abgeschnitten ist. Bulgarien will nicht ab- warten, bis Engländer und Franzosen mit ihren überwiegenden Streitkräften und mit der Fortsetzung der gegen Griechenland gerichteten wirtschaftlichen Maßnahmen einen solchen Druck auf Griechenland ausüben, daß Griechenland, obwohl es neutral bleiben will, schließlich gezwungen wird, dem Vrerverband nachzngeben. Man hält es daher für unumgänglich notwendig, daß zwischar Griechen, land, Bulgarien und den Mittelmächten eine Vereinbarung zu­stande kommt, damit man endlich weiß- inwiefern es für Bul­garien der Mühen und Opfer wert fft, restlos als Freund Grie­chenlands aufzutreten. Bulgarien will in aller Form erklären, daß es, wenn es auch! an einem Marsch auf Saloniki teilnehme, keine Gebietsgelüste hege, doch fordert Bulgarien, daß die Haltung Griechenlairds ganz unmißverständlich geklärt werde, da es sonst keinen Sinn für Bulgarien hätte, bedeutende Opfer für Griechen­land zu bringen, ohne daß Griechenland selbst einen Tropfen Blut für seine Befreiung her gebe. (Voss. Ztg.) \

Eine stürmische Kammersitzung in Paris.

Genf, 15. Jan. Die französische Kammersitzung am Donnerstag war sehr bewegt. Ädühsam setzte Briand nach heftigen Angriffen der radikalen Sozialisten gegen die Leistun­gen des Flugwesens die Vertagung der Debatte durch. In der nächsten Woche wird der Leiter des Flugwesens, Bes- nard, im Ausschuß sich zu verteidigen suchen. (Berl. Lokalanz.)

Die schweizerische Wehrpflicht.

Genf, 15. Jan. Schweizer Blätter melden, daß die Ab- teiluug für Infanterie einen Entwurf zur Einführung einer Musterung nicht dien st pflichtige ^Schweizer aus- geatbeitet hat. Der Entwurf bezweckt, bis zu einer gewissen Alters­grenze alle Waffenfähigen für die Landesverteidigung zu organi­sieren.

10 Kinder durch eine Fliegerbombe getötet.

Köln, 15. Jan. In einer dem hiesigen Flugplatz bemvh- barten Kiesgrube fanden Kinder eine nichterplvdierteFlie- gerbombe. Der Posten rief aus einiger Entfernung den Kin­dern zu, den Gegenstand liegen zu lassen. Ein Knabe schleudert« nun das Geschoß in Richtung auf den Posten fort, wobei es explodierte. Von den in der Nähe sich befindlichen^ 12 Kindern wurden 10 tödlich verletzt; drei Kinder aus einer Familie sind tot. Die Ermittelungen haben ergeben^ daß die Bombe seit Monaten in der Grube gelegen haben muß, da sie einem alten Modell angehört.

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