nmig^iayr lt)i4/io eine auatütL'Liic ucuetjiajt gegeben. Dar- nach war die Entwicklung des städtischen Elektrizitätswerks sowohl wie der Ueberlandsanlage vor dem Kriege, also im ersten Drittel des Berichtsjahres rechti günstig. MÜ Ausbruch des Krieges trat plötzlich ein starker Rückgang des Verbrauchs von elektrischem Strom ein. Der dann bald ein- tcetende Petrolenmmangel veranloßte jedoch eine lebhafte Anschlußbewegung an irnsere Werke, besonders aber bei der Ueberlmrdanlage, so daß jetzt in der größten Anzahl der an geschlossenen Gemeinden sämtliche Hofreiten an das Verteilungsnetz angeschlossen sind, wodurch der Einnahmeausfall im Stadtgebiet fast ausgeglichen wurde. Die An- schlußarbeiten konnten zwar wegen Mangels dazu geeigneter Arbeiter und später wegen der Beschlagnahme des Kupfers nur langsam gefördert werden. Die Zahl der während des Krieges hergestellten neuen Anschlüsse für elektrische Beleuchtung beträgt mehr als 1200. Der Mangel au Arbeitskräften für den Betrieb der Landwirtschaft Hut auch mehrfach Veranlassung gegeben, elektrische Kraftanlagen herzustellen. Im Stadtgebiet waren Ende 1914/15 42925 Mühlampen, 534 Bogenlampen, 685 Motoren und 128 Apparate mit einem Anschlußwert von 6879 Kilowatt angeschlossen (gegen 6611 Kilowatt im Vorjahr). Das Stadtgebiet zählt 1139 Hausanschlüsse mit 1683 Abnehmern und I960 Zählern. Die Zunahme belauft sich im Betriebsjahr in der Stadt auf 134 Hausanschlüsse und 170 Zähler. An die Ueberlandanlage waren am 31. März 1915 angeschlossen 46 Gemeinden, in diesen 5320 Hausanschlüsse mit 5341 Abnehmern für Strom, bei 5542 Elektrizitätszählern. Die Zahl der Glühlampen im Landgebiet beträgt 32 724, die Zahl der Motoren 193, der Ventilatoren 35, und die der Apparate 5, welche insgesamt einen Anschlußwert von 2190 Kilowatt ausmachen. Die gesamte Produktion der Elektrizitätswerke also für Stadt und Land verteilte sich am Ende des Rechnungsjahres auf 6459 Haus- anschliisse, 7024 Abnehmer und 7502 Elektrizitätszähler mit einem Anschlußwert von 9169 Kilowatt oder etwa 15 000 ?8. Die gesamte Jahreserzeugung betrug an Strom 3 028 073 Kilowattstunden (gegen 2823 904 Kilowattstunden im Vorjahre). Es ergibt dies trotz des Kriegsjahres ein Mehr von 20469 Kilowattstunden. Die größte Tageslei stung mit 11015 Kilowattstunden (13 659 i. V.) fand am 31. Dezember 1914 statt, die kleinste Tagesleistung brachte mit 3330 Kilowattstunden (3960 i V.) der 9. August. Diese beiden Leistungszahlen zeigen am trefflichsten, wie trotz -der Vermehrung der Abnehmer im Verbrauch der Elektrizität gegenüber der Friedenszeit, während des Krieges gespart nurd. Zum Betriebe der gewaltigen Kraftmaschinen, mittelst derer: die Elektrizität erzeugt wird, wurden 1914/15 5184 037 Kilogramm
Kohlen im Werte von 115 234 Mark verfeuert, lieber den finanziellen Erfolg der Städtischen Elektrizitätswerke in 1914/15 berichtet die Betriebsübersicht der Direktion, daß die Einnahme ans elektrischem Strom 467 275 Mark (gegen 453 820 Msk. i. B.) betrugen hat, also ein Mehr von rund 13 500 Mk. ergab. Leider hat der Krieg, besonders fühlbar in den ersten Mtonaten nach Eröffnung des Kampfes, üne Stillegung oder Einschränkung einzelner Großbetriebe herdeigeführt, die Ladeirinhäber, die Gastwirte schränkten den Verbranch von elektrischem Licht sehr ein, so daß hierdurch ein erheblicher Ausfall, den die Direktion aus rund 30000 Mk. veranschlagt, in der Einnahme der Werke eingetreten ist, wodurch naturgemäß der Betriebsüberschuß ebenfalls vermindert wurde. Unter Abzug für Verzinsung der Schuld und Rücklagen stehen für weitere Abschreibungen und als Betriebsüberschuß aus 1914/15 129 053 Mk. (gegen 153670 Msk. i. V.) zur Verfügung, was einen Ausfall gegenüber 1913/14 von 24 617 Mk. ergibt. Dieser Rückgang in den klingenden Ergebnissen findet nicht allein seinen Grund in dem durch den Krieg herbeigesiihrten Ausfall im Verbrauch der Großbetriebe usw., sondern wird von der Leitung der Werke auf eine erhebliche Steigerung der Ausgaben für den Betrieb zurückgeführt. Alle Aufwendungen für die benötigten Materialien, die Unterhaltung der Anlagen, die Löhne sind teilweise erheblich in die Höhe gegangen. wodurch eine Schmälerung des Reingewinns seine Erklärung findet. Das Anlagekapital der Elektrizitätswerke beläuft sich aus 3 538 057 Mk., für das ein Zinsen- drenst von 136 750 Mk. erforderlich ist. Die für das Jahr 1914/15 im Voranschlag vorgesehenen Verbesserungen und Erweiterungen der Anlagen der Werke konnten währerck> der Kriegszeit nicht zur Ausführung kommen. Vorgesehen ist eine automatische Kohlenbeschickung der Kesselfeuerungen, wodurch nicht nur au Arbeitslöhnen und Brennstoff erhebliche Ersparungen eintreten, sondern auch die lästige Rauche und Rnßentwicklung größtenteils beseitigt werden wird. Betriebsstörungen irgendwelcher Art sind weder in Der Stadt- noch in der Ueberlandanlage im Berichtsjahr vor gekommen In dem laufenden ^triebsjahr ist bisher die Abgabe von Strom höher gewesen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Jedenfalls ist sicher zu hoffen, daß mit Eintritt der Frtedensz-eit die Städtischen Elektrizitätswerke sich gedeihlich weiter entwickeln werden, daß deren Produktion von Jahr zu Jahr sich wesentlich steigern wird, damit das großzügig auf eine größere Produktion angelegte und auch erweiterungsfähige städtische Unternehmen voll aus genutzt wird.
** Aus z ei chnun g. Schutzmann Happel, der als Feld- webelleutnant an der Westfront steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
Kreis Büdingen.
# Büdingen, 5. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Telephonist Deren bürg.
Kreis Friedberg.
# Obereschba ch, 6. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Schäfer, dre Hessische Tapferkeitsmedaille der Gefreite Himmelreich!.
# Bruchenbrücken, 6. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Bruckmann und der Gefreite All wohn.
# Friedberg, 5. Jan. Zum Leutnant befördert wurde Fritz Hauer rm Fuß-Art.-Regt. 3.
Starkenburg und Rheinhessen.
e. Darm st a dt, 5. Jan. Am 29. Darüber fand in Darmstadt eine Vorstandssitzung des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel statt. Der Vorsitzende Gehermerat Dr. Dietz erstattete den Geschäftsbericht für 1914 und teilte den Rechnungsabschluß in runden Zahlen mit: Bei einem Rest von 3650 Mk. aus 1913 wurden 3360 Mk. Mitgliedsbeiträge, 1720 Mk. einmalige Spenden, 520 Mk. Zuschüsse zu Behandlungskosten, 130 Mk. Kapitalziuseu, im ganzen also 9380 Mk. vereinnähmt. An Ausgaben sind 280 Mart Verwaltnngskosten und 4810 Mk. an Unterstützungen und Beihilfen (in der Hauptsache für verkrüppelte und von der Verkrüppelung bedrohte Kinder, entstanden, so daß ein Rest von etwa 4290 Mk. als Bortrag für 1915 verblieb. Durch den Krieg haben sich die Anforderungen an die Vereinshilfe gehoben, in 1915 sind bisher schon 5500 Mk. verausgabt worden, obwohl bei weitem noch nicht alle Kostenrechnungen für 1915 eingegangen und bezahlt sind. Die
vorjährige L!cu.gli.eoetver,ammlung hat den Vorstand jedoch ermächtigt, während des Krieges nicht nur die Mitglieder- beitrage, sondern auch erforderlichenfalls den geringen Ka- pitalstock zu Unterstützungen zu verwenden. Die Mitgliederversammlung wurde ans oas Jahr 1916 verschoben. Anfangs 1916 findet in Darmstadt die Eröffnung der Wanderausstellung des Landesausschusses für Kriegsbeschädigtenfürsorge statt, zu der die Vereinsmitglieder eine besondere Einladung erhalten werden.
Hessen-Nassau.
— Fr a n kf u r t a. M. 4. Jan. Ans der Polizei wurde heute ein sehr hoher Geldbetrag in Kassenscheinen als gefunden ab- qeliefert. Ter Verlierer bat sich noch nicht gemeldet. — In: Hinter- hause der Roßdorfer Straße 34 tötete sich ein äOjähriger Kutscher Durch eimn Schuß in den Kopf.
irr. Ans Nassau, 6. Jan. Arn 10. Januar beginnt in Wiesbaden in der Mittelschule, Luisenstraße, ein Kursus für kriegsbefchädlgte Landwirte und solche Kriegsbeschädigte, die sich spater der Landwirtschaft widmen wollen. Leiter dieses Lehrkurses ist Landivirtschaftslehrer Fr. K u r a n d t. Die Teilnahme ist unentgeltlich, doch ist die Teilnehmerznhl auf dreißig beschräukt.
Wm. Momberg, Kr. Kirchhain, 6. Jan. Die sterblichen Ueberreste des Lehrers Schmitt, der bis zuin Kriegsausbruch an der Bürgerschule 9 zu Kassel gewirkt und a>n 12. September den Heldentod fürs Vaterland erlitten, wurden gestern zur letzten Ruhe gebettet.
X. Hanau, 5. Jan. Ter Kaufmann Karl Severin aus Berlin ist durch längeren Aufenthalt im Ausland und durch geistigen mid körperlichen Verfall ein arger Deutschenhasser geworden. Am 17. August v. Js. befand er sich in der Wirtschaft zur Rosenau, woselbst er auf die Deutschen und namentlich das deutsche Militär heftig schnupfte. Ms er einen Soldaten beleidigte, sprang ein Gast auf und versetzte ihm einen gehörigen Schlag ins Gesicht. Es gab mm einen Tumult und ein Schutzmann führte ihn ab. Unterwegs beleidigte er auch diesen noch. Da Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit bestanden, ist er vom Kreisarzt in Gießen untersucht worden. Dieser erklärte ihn zwar nickst- für geistesgestört, immerhin aber doch für geistig minderwertig, der insofern eine große Milde verdiente. Vom hiesigen Schöffengericht wurde er wegen groben Unfugs mit 4 Wochen Haft und wegen Beamtenbeleidigung mit 2 Wochen Gefängnis bestraft.
--- Königstcin, 6. Jan. Einer der letzten Beamten des Nassauischen Herzoghauses ist hier in der Person des 74 jährigen Haushofmeisters des hiesigen Schlosses, Theodor Röder, verstorben.
ra Weilburg, 5. Jan. Der Etat unserer Landwirtschaftsschule wurde wie folgt genehnftgt: Die Einnahmen und Ausgaben schließen mit 76 700 DU. gegen 75100 Mk. im Vorjahre ab und der von der Stadt zu leistende Zuschuß erhöhte
sich von 7700 Mk. aus 9300 Mk.
Die militärische Zugendvorberertung in Frankreich.
^Bereits im Jahre 1888, als die fünfjährige Dienstzeit auf drei Jabre herabgesetzt wurde, wurde jenseüs des Rheins ein Gesetz angenommen, das eine militärisch zugeschnittenc Turnausbildung für alle Schulen der Republik pflichtmäßig machte: es wurden „Schulbataillone" gebildet, die sich anfänglich zwar nicht bewährten und in Soldatenspiel ausarteten, dann aber in sogen. „Schulgesellschasten" iimgewandett wurden, in denen neben den üblichen Turngattungen auch Schießen und Marschieren mit Erfolg gepftegt ivurden. 1903 verlieh der damalige Kriegsminister, General Andrä, der Einrichtung dadurch eine besondere Bedeutung, daß er den Schulen die Befugnis verlieh, solchen Schülern, die ein vorgeschriebenes Mindestmaß gymnastischer und militärischer Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt hatten, ein „Brevet d'aptitude militaire", ein Zeugnis, für militärische Eignung, auszustellen, das seinen Inhabern nach einen: viermonatlichen Dienst bei der Truppe zu Korporalen oder bei der Reiterei zu Brigadiers beförderte uiti> ihnen innerhalb des Regiments eine bevorzugte Stellung eintrug. Ms im Jahre 1905 die dreijährige Dienstzeit auf zwei Jahre verkürzt wurde, verfügte das Kriegsministerium, die Erwerbung des Brevets tunlichst allgemein zur Pflicht zu machen: seinen Inhabern wurde gestattet, sich mit 18 Jahren aus drei Jahre mit den: Rechte einstellen tzu lassen, nach zwei Jahren in die Reserve übergeführt zu werden. Zwei Jahre später wurden den Schulen Unteroffiziere als Instruktoren beigegeben und den Schülern Gewehr? und Munition zur Ausbildung zur Verfügung gestellt; gleichzeitig tvurde die Bildung ähnlicher Vereinigungen auf dem Lande begünstigt, die unter der Wkürzung S. A. G. (Societös agrses par le Gouvernement) allgemein 'bekannt wurden. Am 15. Oktober 1913 wurde jeden: Korpsbezirk sogar ein Tivisionsgeneral zugeteilt, der hauptsächlich die Pflicht hatte, die zur militärischen Vorbereitung der jungen Leute gebildeten Gesellschaften zu besichtige:: und etwaige An- regungen von ihrer Seite in Erwägung zu ziehen.
Interessant ist, welche Ausbildung das „Brevet" vorausseht. Tie Prüfung, die zu seiner Erlangung abgelegt werden muß, «streckt sich in erster Linie auf Marschieren und Schießen, dann aber auch ans Laufeir, Springen, Turner: und Boxen. Dazu kommen ausreichende Kenntnisse im Lesen von Karten, int Kroki eren, im Kartenaufnehmen, in der .Handhabung des Kompasses: nicht genug damit, hat der junge Franzose nachzuweisen, daß er Mit den für Baracken, Feldlager. Biwaks und Schützengräben erforderlichen gesundheitlichen Maßnahmen vollkonrn:en Bescheid weiß: wer Brigadier lverden will, muß ein guter Reiter sein und sich nicht nur auf Pferdepflege verstehen, sondern auch den Bau des Pferdes beherrschen. Zustatten kommen ihm besonders Kenntnisse im drahtlosen oder gewöhnlichen Telegraphieren, im Anlegen von Ferusprechleitnngen, im Fliegen, im Radfahren, in der Elektrizität, der Musik, dem Buchhalten und überhaupt in Fertigkeiten und Fähigkeiten, die dem Heere zugut kommen. Interessant ist auch, daß die S. A. G. in ganz Frankreich den größten Anklang gesunde:: haben, daß auf d«n Lande Reservisten und wehrfähige Männer au ihr«: Uebungen teilnahmen und daß zur Belohnung besonders eiftiger Förderer der Sache der Kriegs- Minister vier Auszeichnungen vergeben kann: einen briefliche:: Glückwunsch, eine Bekanntmachung im „Bulletin Offtciel", einen BelobigunMrrief mit gleichzeitiger Bekanntmachung und endlich eine silberne Medaille für solche, die mindestens zweimal im „Bulletin Offtciel" erwähnt worden sind. Nur eine Einschrän- kung besteht bei der Verleihung der genannt«: Auszeichnungen: zwischen jeder muß mindestens ein Jahr verfloss«: .sein.
Um die französische Jugend völlig für die Bestrebungen der Regierung zu gewftrn«:, hat der Kultusminister neuerdings den Vorsitzenden der olympischen Spiele für Frankreich, Pierre de Couvertin, mit der Mfassung eines Merkblattes beauftragt, das körperliche Ertüchftgung als nötige Vorbedigung zur „Eroberung der Welt" durch den Franzosen der Zukunft betont und als tägliche Richtschnur zehn Gebote zusammengestellt. Militärische Ausbildung der zartesten Schulingeiü) und Welteroberung! Und da redet man noch vom „deutschen Militarismus!".
vermischter.
* Ein Fähnrich mit Klappen. In alle Lebensverbäl- nisse hinein leuchtet die .Kriegsfackel. Ta studiert an einem Berliner Konservatorium für eine junge Amerikanerin, die
ihren ungeheuren Wissensdurst nichts nur auf Musik und Musikwissenschaft, sondern anck aufs Milüär erstreckt, seitdem der Krieg dieses so sehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hat. Ihr Musikprofessor muß ihr imausgesetzt, Fragen über militärische Rangverhältnisse beantworten. Kürzlich leistete sie ihm wieder einmal Gesellschaft, als er Noten sortierte. Ta bemerkte sie plötzlich ein Blatt, das die für sie unverständliche Aufschrift trug: „Musikstück auf dem Kornett k Piston". „Das heißt?" fragte sie eifrig: der Professor aber, Eide des ewigen Gefrages. wieS sie ärgerlich, vlche recht hinzuhör«:, aus .Kouversationslexikm:. Als er nach ein«: Weile sie fragte: „Miss«: Sie min Bescheid?" —• „Ja!" „stda, :vas war's denn, was Sic miss«: wollten?" — „Kornett k Piston!" — „Und was ist's?" — „Ein Fähnrich Mt Klappen!"
AivehLiche riacyrseheen.
Israelitcjche Rettgionsgememöe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag, den 8. I a n u a r 1916: Vorabend: 4.30 Uhr.
Morgens: 9.00 Uhr. Predigt« Nachmittags: 3.30 Uhr.
Sabbatausgang: 5.35 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft.
Gottesdienst.
Sabbatieicr an: 8. Januar 1916. Freitag abend 4.20 Uhr.
Sa-mstag vormittag 8.30 Uhr.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbatausgang 5«35 Uhr.
Wochengottesoienst morgens 7.00, abends 4.00 Uhr.
Markte.
fc. Wiesbaden, 5. Jan. Viehmarkt. Auftrieb:
285 Rinder (darunter 34 Ochsen, 27 Bullen,,224 Kühe), 111 Kälber. 38 Schafe, 159 Schweine. Bei ziemlich flottem Handel m:d gleichen Preisen wie an: 3. ds. Mts. wurde bald der Auftrieb abgesetzt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 7. Januar 1916 . Vorwiegend bedeckt, zeitweise leichte Niederschlage, etwas wärmer.
Letzte Aachrichten.
Schwere Geschütze auf Gallipoli.
Budapest, 6. Jan. Die türkischen Berichte melden in den letzten Tagen wiederholt Treffer der eigenen Artillerie auf englischen Schlachtschiffen. Eine derartige wirkungsvolle Bekämpfung der Flotte mid der weit entfernten Lager der Feinde war bis vor kurzem nicht möglich. Die artilleristischen Verhältnisse des Gegners war«! verschieden. Den Engländern standen die zum Teil sehr großkalibrigen Schiffskanon«: zur Verfügung, die aber infolge ihrer geringen Elevation-gerade gegen die wichtigen Höhenstcllungen der Türken trotzd.'m verhältnismäßig wenig aus- richt«: konnten. Die türkische Artillerie umfaßt vielfach ältere Modelle. Ter Hauptgrund des englischen Rückzuges von Ari Burnu und Anaforta war nur darin zu suchen, daß die Engländer erfahren hatten, die Türken seien im Begriff, bedeutende schwere Artillerie gegen sie hcranzuzichen. Schon im November war eine schwere Hörserbatterie an der Ar: Burun-Frvnt eingetroffen. Sic hatte trotz ihres» Gewichts den 160 Kilometer langen Weg von der Bahn bis zur Stellung über die elend«: Sttaß«: in sechs Tagen zurückgelegt. Tic Engländer warfen kurz nach dem ersten wirkungsvollen Schuß der Mörscrbatterie ein«: Brief in den ersten türkisch«: Schützengraben, iit dem sie mitteilten, daß sic über die Ankunft der Batterie unterrichtet seren, daß sie aber trotzdem nicht zurückgehen würden.
Griechenland und die Entente.
i. Köln, 6. Jan. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, wird in einem Athener Bericht des „Eorriere" dargestellt, daß die Nachricht über die Verhaftung der Vierbundskonsuln in Saloniki bei der griechischen Regierung derarttg überraschend gewirkt hat, daß zunächst jede telegraphische Wiedwgabc der Nachricht verboten wurde. Der englische Konsul begab sich am gleichen Abend zum Ministerpräsidenten und erst darauf fei der entschiedene Einspruch der griechischen Regierung erfolgt, die das Vorgehen Sarrails als unerhört und als Mißachtung der griechischen Hoheitsrechte und Neutralität bezeichnet und die sofortige Freilassung der Konsuln verlangt habe. Gleichzeitig habe der Chef des Genei alstabes der 3. griechisch«: Armee telegraphisch Sarrail um Aufklärung ersucht, ivorauf dieser erklärt l>abe, nach der Beschießung von Saloniki habe er die Konsuln als Angehörige feindlicher Mächte behandeln müssen.
30000 Postsäcke mit der „Persia" untergegangen.
Genf, 6. Jan. Der Lyoner „Nouvelliste" berichtet aus Kairo, daß der versenkte Danrpf«: „Persia" eine wertvolle Postsendung für Aegypten an Bord hatte. 30 000 Postsäcke seien bei dem Untergang des Schiffes v«loren gegangen.
Einbruch der Afghanen in Nordindien.
Kopenhagen, 6. Jan. Die Streitkräfte des En:irs von Afghanistan Hab«: die Grenze überschritten und sind in Nord- indien eingedrung«:. Wie der in Bagdad erscheinende „Selai Isla" mitteilt, hat zwischen 10 000 afghanischen Reite«: und indischen Truppen ein erbitterter Kampf stattgeful:den, in dem die Engläitder eine empfindliche Niederlage «lftten Hab«:. Die Gärung unter der mohamedanisck)en Bevölkerung Nordindiens hat durch die Erfolge der Afghanen neue Nahrung «halten. Die englischen Behörden bemüh«: sich' jetzt, die revolutionäre Bewegung einzudämmen. Ueber 400 mohamedanische Einwohn« wurden ins Gefängnis geworfen.
Der Witte des Zaren.
Budapest, 6. Jan. Aus Bukarest wird gemeldet: Nach MÄdungen von d« bessarabrschen Grenze hat d« Zar an die im nördlichen Bessarabien kämpfend«: Trupp«: ein Manifest er* lass«:, in dem es- heißt: „Cz«nowitz ist bis Weihnachten (d. h. 6. Januar. D. Rü>.) zu erob«n." Das Manifest wurde in allen bessarabifchen Gemeind«: angeschlagen.
Wirtschaftliche Not in Rußland.
i. Köln, 6. Jan. Die „Köln. Zeitung" erfährt aus Kot^n- Hagen: Ter Petersburger „Rfttsch" meldet, d« russische Minist« des Innern habe in einem Schreib«: an den Handelsnnnister darauf aufn:«ksam genmcht, daß in nächster Zeit, obwohl geimgnch Getreide vorhanden sei, ganz Rußland von ein« großen M ehlnot bedroht sei, da viele Mühlen infolge Mangels von FeuerungS- material gezwungen fein würden, den Betrieb cinzustellen. Das Gleiche gelte auch von viel«: Zuckerfabrik«:.
Griechenflncht aus Rußland.
Budapest, 6. Jan. Der „Pester Lloyd" meldet aus Bukarest: Da der Eisenbahnverkehr Odessa—Ungheni wied« ausgenommen wurde, treffen in I a s s i täglich zahlreiche griechische Familien aus Rußland ein. die sich an ihren bisherigen Aufenthaltsorten rvegen dortiger Umtriebe nicht niehr sich« fühlten. Der bessarabische Gencralgouvernmr drohte allen, die versuchen würden, über den Piutth nach Rummnen zu flüchten, oder dabei Hilfe leisteten, mit 3000 Rubeln Strafe und drei Monaten Gefängnis, sowie mit Verschickung nach Sibirien.
Wiedereröffnung der Petersburger Börse.
Stockholm, 6. Jan. Wie nunmehr feststeht, wird die Petersburger Fondsbörse an: 30. oder 31. Dezemb« russisch«: Sttls (12. oder 13. Jamrar) auf eine:: Tag «öffnet tverden, wobei die Ultftnvkurse für die Petersburger Börsenwerte festgesetzt lverden sollen. Gleick>z«ttg lvird versich«t. daß die ständige Wieder«öfftrung der Petersburger Börse biSh« wahrscheinlich an dem Wid«stand des Finanz Ministers Bark gescheitert ist.
Der verschwiegene Baralongsall.
Rotterdam, 6. Jan. Die „Times" betonen,^ rvie töricht :u:d imchtcilig für England es gewesen ist, daß-der Zensor den Fall „Baralong" zu melden verbot, der in allen neutralen Blättern veröftentücht wvft>en fei.


