Ausgabe 
5.1.1916 Erstes Blatt
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Der (ärrfrtfdjttttfl ott Verwundeten, rote auch der durch- scchrendenTruppentransporte dient die Erfrischungs- dem Bahnsteig. Sie besteht aus einer Kafseeküche, einem Unterkunstsraum für das Personal und einem Gerate- raum. In Tag- und Nachtdienst waren wechselnde Gruppen aus je 15 Damen und zwei Herren namentlich im Anfang des Krieges zur Zeit des groben Durchgangsverkehrs durch unseren Bahnhof angestrengt tätig. Verabreicht wurde Kaffee. Milch, Fruchtsaft und Brote nrit Schinken, Wurst, Käse, ferner Zigarren. Postkarten standen den Mannschaften zur Verfügung und wurden gern benutzt und den Helfern zur Weiterbeförderung zurückgelassen. Die Tätigkeit der Er­frischungsstelle wurde später stiller, da der Verkehr nachließ, ebenso die der Verbandsstelle. Beide werden zurzeit nur in be­schränktem Umfang weiter geführt.

Die Arbeit für die im Felde Stehenden umfaßt namentlich die Sammlung und Versendung von Liebes­gaben. Da die regellose, sogenanntewilde" Zufuhr nicht gestattet werden kann, haben hier die Sammeltransporte des Roten Kreuzes einzusetzen. Teils mit der Bahn, teils in Kraftwagen werden die Gaben möglichst nahe zu den Trup­penteilen gebracht, für die sie bestimmt sind. In Betracht kommen Lebensmittel und Tabak, Wäsche, Decken, warme Unterkleidung. Folgende größere bemerkenswerte Sendungen, an denen der hiesige Zweigverein beteiligt war. sind hervor- zuheben, 1. Ende Augnst 1914 Sendung an die Sammel- stelle des Landesvereins in Darmstadt, bestimmt sür das aktive Regiment 116. 2. September 1914 Sendung von Ver- bandsmitteln, Zigarren, Tabak und Lebensmitteln an die Lazarette pan Sedan, ß. ßm Oft. 1914 (in Verbindung mit der Bürgermeisterei Gießen, dem Verein ehemaliger 116 er und dem Oberhessischen Automobilklub) Sendung an das aktive Regiment 116 und das Gießener Landwehr-Bataillon 116. 4. Im November 1914 Sendung an das aktive Regiment und das Reserveregiment 116, worüber am 26. Nov. 1914 unter dem TitelDie dritte Gießener Liebesfahrt" ein aussühr- licher Bericht imGießener Anzeiger" erschienen ist. 5. An- fang Dezember die große Weihnachtsfendung, bestehend aus 975 Einzelpaketen irnd 13 Kisten Verbandmaterial und Lebensmittel. 6. Im Januar 1915 wurde die ausrückende Landsturmkompagnie mit Wolldecken versorgt, außerdem wurden mehrere hundert Wolldecken und zahlreiche andere Wollsachen an durchreisende Truppenteile abgegeben. Ab­gesehen davon wurden mehrmals größere und kleinere Sen­dungen mit ausrückenden Ersatztruppen ins Feld gesandt. Große Sendungen gingen auch an die notleidende Bevölke­rung der Grenzlande ab: 21 große Kisten mit Kleidern, Wäsche und Hausgeräte nach dem Elsaß, 38 große Kisten des nämlichen Inhalts und 9 Säcke mit Teppichen nach Ost­preußen.

Aus der Sammlung der RerchswollWoche hat das Rote KreuA die zur Herstellung von Decken nicht verwend­baren Kleidungsstücke von der Stadt übernommen und in einer im Liebigmuseum eingerichteten Schneiderwerkstatt ausbessern und wieder Herrichten lassen. Sie sollen auf­bewahrt und an h-eimkehrende bedürftige Krieger, aber auch an andere Bedürftige nach Anhören der Armendeputation, verteilt werden Ein halbes Hundert Anzüge ist an kriegs- aefangene Deutsche cckgeschickt worden. Aue Liebesgaben­sendungen haben bei den Empfängern stets die größte Freude hervorgerufen, und zahlreiche Dankschreiben an die Geschäftsstelle des Roten Kreuzes gftben davon Zeugnis; sie sind zum Teil im Gießener Anzeiger zum Abdrtick gelangt.

Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld des Roten Kreuzes bildet die Hilfe für kriegsgefangene Deutsche, Militär- und Zivilgefangene. Sie inurde im Winter 1914 zuerst in Hamburg für das ganze Reich organisiert, später wurde in Frankfurt a. M. eine Zentrale für Süddeutsch­land, einschließlich Hessen, errichtet. In Gießen übt das Rote Kreuz die Kriegsgefangenenfürsorge aus durch den Bezirksausschuß für vermißte und kriegs- gefangene Deutsche", der für die Kreise Gießen, Als­feld, Lauterbach und Schotten zuständig ist Seine Auf­gaben sind: a) die Nachforschung nach Vermißten, b) Aus­kunft über den Verkehr mit Gefangenen, c) Auskunft über die Gefangenenlager, d) Unterstützung von einzelnen Ge­fangenen und Anträge auf Unterstützung von. ganzen Ge­fangenenlagern. Die Auskunftsstelle im Geschäftszimmer in der alten Klinik sind recht häufig in Anspruch genom­men und hat in reger Arbeitsgemeinschaft mit dem Zen­tralausschuß schon erfreuliche Resultate zu verzeichnen. Zur Unterstützung von Gefangenen konnten im Laufe des Jahres schon zahlreiche größere und kleinere Einzel- und Sammelsendungen an Leibwäsche und Nahrungsmitteln ge­macht werden Der vom Roten Kreuz im ganzen Reich veranstaltete Opsertag für die Kriegsgefangenen in Ruß­land wurde hier am 9. mvb 10. Oktober ab gehalten. Die Haus- und Straßensammbung ergab bekanntlich ein glän­zendes Resultat, ebenso die Sammlung bei Gelegenheit von Großherzogs Geburtstag. Zusammen gingen bei den Sammlungen etwa 15 000 Mk. ein

Daß die geschilderten Aufgaben in ihrem ganzen großen, von niemand vorauszusehenden Umfang ausgefichrt werden konnten, war nur möglich durch die gemeinsame Opser- willigkeit aller Kreise. Wie oft hat sich das Rote Kreuz in diesen Monaten bittend an unsere Mitbürger in Stadt und Land wenden müssen und nie bat es vergebens. Die stattliche Summe von fast genau 100 000 (hunderd. tausend) Mark ist bis zum 22. Oktober d. I. durch frei­willige Spenden zusammengekommen, daneben unüberseh­bare Mengen an Lebensmitteln, Wäsche und allerhand anderen nötigen Dingen In edlem Wetteifer gaben alle immer und immer wieder, jeder nach seiner Kraft. Mit Stolz darf man deshalb die Leistungen des Roten Kreuzes aufzählen, denn man rühmt damit nur die Gemeinschaft jener, deren Opfersinn seine Arbeit getragen hat. Das Rote Kreuz dankt ihnen allen von Herzen und in der freudigen! Zuversicht, daß dieser Opfersinn sich auch im neuen Jahre bewahren wird, bis zum glücklichen Ende unseres schtveren Kampfes.

Zweigverein Gießen vom 9<oten Kreuz.

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** Als Untersuchungsrichter für das Land­gericht Gießen wurde Landgerichtsrat S ch u d t ernannt. Vor dem Kriege waren zwei Untersuchungsrichter für unsere Provinz am Landgericht tätig, nämlich Landgerichtsrat Sch mahl, der im Felde steht, und Geheimer Justizrat Mehner, der vor einigen Tagen in den Ruhestand trat.

** Die Großh. Handelskammer Gießen hielt gestern ihre erste konstituierende Sitzung im neuen Jahre nn Sitzungssaale des Handelskammergebäudes an derLony- straße ab. Der bisherige Vorstand der Kammer: Geh. Kom­merzienrat Heichelheim, 1. Vorsitzender, Kommerzien­rat H. Schirmer, 1. stellvertretender und Kommerzien­rat E. Grünewald-Alsfeld, 2. stellvertretender Vor­sitzender, sowie Kaufmann Karl Röhr als Rechner, wurden einstimmig wiedergewählt. Es wurde der Kammer Mittei­lung davon gemacht, daß Geheimrat Heichelheim, der seinerzeit zur Errichtung des tteußit Handelskammergebäu-

des 60 000 Mk. stiftete, jetzt auch den Rest der Bau­kosten in Höhe von 4 0 000 Mk. der Kammer als Ge­schenk überwiesen hat.

** Der Gießener HaUsfrauen-Vercin wird am 6. Januar, abends 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität eine Mitgliederversammlung halten. Ein Mitglied des Ver­eins hat es übernommen, über das ThemaBerufsausbil­dung unserer jungen Mädchen" zu sprechen. Die Frage ist besonders wichtig für die Mütter, deren Töchter im Frühjahr dieses Jahres aus der Schule entlassen werden. Ferner ist es dem Vorstände des Vereins gelungen, Frau M. Priester aus Frank­furt a. M. zu gewinnen, die eine Ausstellung von zubcreiteten Kriegsspeisen vorfübren und einen erläuternden Bortrag hierüber halten wird. Frau Priester hat bereits in zahlreichen Städten mit großem Erfolg gesprochen. Wer verhindert ist, an der Mitglieder­versammlung teuzunehmen, dem ist Gelegenheit geboten, die Aus­stellung am gleichen Tage in der Zeit von 111 Uhr und von 24*/, Uhr zu besichtigen. Der erläuternde Vortrag von Frau Priester findet nur abends statt. Mit Rücksicht auf die besonderen Kosten, die dem Verein erwachsen, wird ein kleines Eintrittsgeld erhoben. Für Mitglieder «kostet der Eintritt, aber nur bei Vorzeigen der Mitgliedskarte, 10 Pfg., für Nichtmitglieder 30 Pfg. Kostenlose Aufbewahrung der Schirme >war leider nicht zu erreichst. Neu ein­tretenden Mitgliedern wird lder Eintrittspreis auf den Mitglieds­beitrag angerechnet.

**DieLandesstelle sürdieFörderung des Goldmünzenumtausches und verwandter vaterlän­discher Zwecke wird, wie wir hören, in den nächsten Tagen eine allgemeine h e ss i sch e S am me lw o ch e für die Gold­münzen ausschreiben, da sich ergeben hat, daß die persönliche Werbearbeit immer noch zu großen Erfolgen führt. Landkreis Gießen.

e. A l b a ch, 5. Jan. Der Gefreite Heinrich Koch aus Albach, der seit Anfang des Krieges im Landwehr-J,flant.-Regt. Nr. 116 steht, wurde zum Unteroffizier ernannt und erhielt das Eiserne Kreuz

Lang-Göns, 5. Jan. Tie Wa n der Hans hal- t un gs schule wurde vorgestern unter der Leitung des Frl. Mutschler eröffnet. Tie hiesige Jugendwehr hielt am Sonntag nachmittaa eine Felddienstübunq ab, woraus noch eine Marschtour über Pohlgöns, Kirchgöns nach Lang-Gäns folgte. Mittwoch abend, den 5. Januar, soll eine Nachtdienstübung statt­finden.

Kreis Büdingen.

ho. Nidda, 4. Jan. Zu -dem Mord in Nidda sei ergänzend bemerkt: Das Dienstmädchen, aus Eichelsdorf stammend, wurde im Hause feiner Herrschaft morgens tot aufgefunden. Als Täler kam in Betracht ein zwanzigjähriger früherer Schreibge- Me cms Kohden, jetzt eingezogen bei den Jägern im Elsaß. Mit diesem wurde das Mädchen in der Nacht noch spät gesehen. Der Täter, der morgens in seine Garnison zurückreisen sollte, war verschwunden. Gestern abend stellte er sich freiwillig. Auf die Frage, warum er die Tat vollbracht habe, gab er zur Antwort: Er habe nicht anders gekonnt. Beweggrund war offenbar Eifer­sucht. Heute wurde er nach Gießen abgeführt. Den Mord hatte er mit seinem Hirschfänger aus geführt.

44 Echzell, 5. Jan. Hier wurde der Lcmdsturmmann S p a r e n b e r g vom Landsturm-Jnfanterie-BataillonFriedberg" beerdigt. Mit ihm ruht das vierte Opfer des Krieges auf denr hiesigen Friedhose.

ch: Düdelsheim, 5.Jan. Tie Hessische Tapierkeitsmedaille erhielt der Musketier Gröninger im Res.-Jnf.-Regt. 223.

Kreis Laulerbach.

ri. F r i s ch b o r u, 5. Jan. Der seinerzeit in der Marne- schlacht verwundete und in französische Gefangenschaft geratene Wehrmann Ortwein ist nunmehr ausgetauscht worden. Er durste die Freude erleben, daß er die Feiertage in der Heimat bei seinen Lieben in erwünschtem Wohlsein zubringen konnte.

ri. H e r b st e i n, 4. Jan. Der hiesige evangelische Pfarrer Happel, der von Anfang an, mit einer durch Krankheit ver­ursachten Unterbrechung, den Feldzug mitgemacht hat. steht jetzt als Kompagnieführer in den Argonnen. Er hat unter sich als Leutnant und treuen Kameraden seinen Kollegen Fuchs, der vor dem Kriege hier im Kreise als Pfarrverwalter in Harters­hausen stand, auch von Anfang an draußen im Felde war und, von einer Verwundung geheilt, nun wieder in der Front steht.

Kreis Schotten.

chp Schotten, 5. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unter­offizier Schwalb.

44 Michelbach, 5. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Z i n n e l im Res.-Jnf.-Regt. 254.

Kreis Friedberg.

ko. F r i e d b e r g, 5. Jan. Die hiesige katholische Kirchen­gemeinde hat einen Bauplatz sür eine neue katholische Kirche er­standen. Er liegt an der Ecke der Leonhardtstraße und der Mainzertor-Anlage.

Q. Bad-Nauheim, 5. Jan. Heute trafen 10 O f f i - zierederosmanischenArmee zum Kurgebrauch hier ein. Die Herren wurden von dem Vorstand der Großh. Bade- und Kurverwaltung empfangen und begrstßt. Nachmittags waren die türkischen Gäste zum Kaffee ins Kurhaus ein­geladen. Die Kurkapelle spielte zu Ehren der Offiziere die türkische Nationalhymne.

o. Bad-Nauheim, 5. Jan. Bis zum 30. Dezember 1915 waren hier 23430 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis dahin 319 901 abgegeben

44 Södel, 5. Jan. Die Hessische Tapserkeitsmcdaille er­hielten der Schütze Z erb und der Gefreite Buß.

44 Ober-Wöllstadt, 5. Jan. Zum Leutnant im Fuß- artillerie-Regiment 3 wurde Karl Schmidt von hier befördert.

Hessen-Nassau.

[] Marburg, 5. Jan. Oberbürgermeister a. D. Geheimrat Schüler begeht am Donnerstag, den 6. Januar, seinen 80. Ge­burtstag. Dem Führer der Maschinengelvehr-Kompagnie des Kurh. Jäger-Bataillons Nr. 11, Hauptmann v. G r a e ff e n d o r f, nnd dem Führer der dem Reserve-Jägerbataillon Nr. 11 zugeteilten Maschinengewehr-Abteilung, Leutnant der Res. Mein ardus wurde das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen.

[] Marburg, 5. J-an. In der gestern abend abgchaltenen ersten diesjährigen Stadtverordnetensitzung wurde nach Einführung und Verpflichtung der neu- bezw. wiedergewählten Stadtverordneten der bisherige Stadtverordnetenvorstehlw Justiz­rat Roh de wiedergewählt, ebenso auch dessen Stellvertreter, der zurzeit in Polen als Verwaltungsbvamter tätige Stadtverordnete Professor B r e d t.

= Frankfurt a. M, 4. Jan. Wegen Vergehens gegen die Ktiegsgesetze schloß die Polizei die Geschäfte und Markthallen- tändc der Geflügel- Und Wildhändlyrin n eit Fran­ziska Lauck, Brönnerstraße 6 und Witwe Anna Sauer aus Bonrmersheim. Die Frauen hatten Hofen für 5.50 Mk. statt 4.50 Mk. das Stück! verkauft. DieBereinigten Brauereien Frankfurts" haben gemeinsam mft den Brauereien der Nach-bar- chaft eine Bierpreiserhöhung von abermals 5 Mark für das Hektoliter eintreten lassen. Seit Jahresfrist ist der Preis des Hektoliters nmnnehr um 10 Mk. gestiegen. Die hiesige israeli­tische Gemeinde spendete den beiden ostpreußischen Städten Io- hannisburg und Lötzen je 3000 Mark. Außerdem übernahm sie die Patenschaft über die dortigen israelitischen Gemeinden.

--- Frankfurt a. M., 5. Jan. DieFrankfurter Bi­belgesellschaft" blickte gestern auf ein hundertjähriges Be­stehen zurück. Die kirchliche Jubelfeier ftndet erst im nächsten Monat statt. Bei dieser wird Prälat von Römer (Stuttgart) die Fest- predigt halten.

ul. Limburg, 5. Jan. Nach einem bischöflichen Erlaß ist das Alter für die erste Kommunion auf das elfte Jahr festgesetzt worden.

= Aus K'urhessen, 5. Jan. Durch ein furchtbares Wintergewitter wurden im mittleren Fuldatalc große Ver­heerungen in den Wäldern und den verschiedensten Gemarkungen ungerichtet. Das Unwetter war von außerordentlich starken Blitz­schlägen und Hageluiederschlägen begleitet.

Veriniichtes.

* Ueber die Heimsuchung dreier bayerischer Ortschaften von einer Windhose wird deinBerliner Tageblatt" berichtet: Ein schweres Unglück ist über die Gegend -wischen Frankenthal und Bamberg hereingebrochen. Eine Windhose hat die Ortschaften Steinfeld, Treppdors und Wiesentseld schwer heimgesncht. Hunderte voll Bewohnern sind obdachlos geworden. Viele Häuser wurden teils ganz zer­stört oder vom Sturme abgedeckt. Vom Schloß des Grafen Gich wurde das Dach abgerissen. Ein Oekonom wurde unter den Trümmern seines Hauses begraben und konnte noch nicht geborgt werden. Die Waldungen sind in einem Umkreise von 18 km ♦e-.f* wüstet. Aus den benachbarten Ortschaften wurde den Obdachloser die erste Hilfe gebracht.

Märkte.

ke. Frankfurt a. M., 5. Jan. S ch w e i n e m a r k t. Aus. getrieben waren 268 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 60 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht 108,0000,0) Mk., Schlachtgew. 138,00 Mk.; Vollfleischige Schweine von 120 bl- 150 Kg. Lebendgewicht 129129,50 Mk, Schlachtgeivicht 00,00 Dl. Geschält lebhaft, Angebot kllapp.

io. Frankfurt a. M., 5. Jan. Frucht- und Futter- m i t t e l in a x C1. Bei unverändert ruhigem Geschäft und knappen-. Angebot Malzkeime 58.50-60 Mk., Leinkuchen 76.5078 Mk-, Kokoskuchen 6870 Mk., Hopfentreber 5253 Mk., Futtermeb.' 46-47.50 Mk. Alles per 100 Kilogramm.

ko. Frankfurt a. M., 5. Jan. K a r t o s f e l m a r k t. Kar­toffeln ab Station 100 Kilo 6,10 Mk.

ko. Frankfurt a. M., 4. Jan. Heu- und Strohmarkt Auf dem helltigen Heu- und Strohmarkt war nichts angeiahren.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

Jan.

1916

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5.

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Regen

Niedrigste Niederschlag:

1,2 mm.

3.

1916 = -f

9,5° C. 5,6° C.

Weiteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 6. Jan. 1916: Wecyielnd bewölkt, stellemveise Regenschauer, etwas kälter.

Letzte Nachrichten.

Die Wehrpflichtftagc in England.

. . 5. Jan. Zur Wehrpflichtfrage in England schreibt

dteKöln. Zig. Zunächst ist festzustellen, daß von einer Einbe- zrehnng Irlands in die Geltung des heute im Unterhaus« unter* au1i r tngenb e n Gesetzentwurfs über die Wehrpflicht keine Rede mehr tsl. Wohl war zuerst beabsichtigt worden, das Gesetz.auf das ganze Gebret des vereinigten Königreiches ouszudehnen. In dem Vor- entwurf war dieses <rudr schon festgesetzt worden, allein in der vori­gen Woche beschloß das Kabinett, Irland nicht mit einzubeziehen Einer der Gründe dafür ist, daß das Derbysche Werbegesetz auch aus Irland nicht angewendet wurde und dos Wehrpflichtgesetz als eine Erweiterung des Terbyschen Gesetzes cmfgeßrßt wird.

Neue amerikanische Noten in Vorbereitung.

Rotterdam, 5. Jan. DerTimes" wird aus Washmg» ton berichtet, daß Staatssekretär Lansing dem Präsidenten Wiljon die neuen Noten voüegen werde, die <m Oesterreuh-Ungarn, ^^Qttschland, die Türkei und Bulgarien gerichtet werden sollen, und in denen die amerikanische Regierung fragen wird, ob die Ver­bündeten hinsichtlich der österreichischen Bürgschaften zur Sicherung amerikanischer Leben auf der See der gleichen Auflassung feien Jene Noten sind die Folge von ^Nachrichten, daß das U-Boot, das den DampferPersia" versenkte, ein türkisches war. Man vermutet, daß ein neuer Angriff, vielleicht eines bulgarischen U-Bootes,, ausgeführt werden soll. Die amerikanische Regierung glaubt in­dessen, daß diese Kindlichen UBoote, gleichgültig, welche Flagge sie führen, von deutscher Herkunft und mft Deutschen' bemannt seien. Der Korrespondent glaubt nicht, daß es wegen derP^sia" zu einem Kviege kommen werde.

In Dünaburg.

Stockholm, 5. Jan. Ein Vertrauensmann des Korrespon­denten derVvssischen Zeitung" ist soeben von einer Bereisung der Strecke Minsk, W i te b s k und n a b u r g zurückgekehrt. Er berichtet: Nachdem auch die letzte und strengste Revision vorüber ist, fahren wir bei verhängten Fenstern mib verschlossenen Abteil- tirren in Tünaburg ein. Die Stadt selbst sieht aus, als ob sie von Zivilisten völlig verlassen ist. Auf der ganzen Riesenstreck: zwischen dem sogenannten Petersburger Bahnhof und dem Stadt-Jnnern, die teilweise durch den Festungsraayon, teilweise durch die Verkehrs- reichsten Straßen führt, bin ich kaum 100 Zivilisten begegnet. Die Läden und Geschäftshäuser müssen um 7 Uhr abends geschlossen werden. Obwohl das Mko^ilverbot streng durchgefüHrt wird, habe ich dennoch zahlreiche betrunkene Soldaten auf den dunklen Straßm gesehen. Ausgefallen ist mir, daß Soldaten entgegenkommende Offt- ziere entweder gar wicht, oder ganz schlapp grüßten, wie überhaupt die Dünaburger Garnison -nach allem, was wir an anderen russi­schen Orten gesehen, einen etwas verlotterten Eindruck macht. General Rußki, der zwei Tage vor mir Dünaüurg besucht hat, soll denn auch dem Kommandanten gegenüber wenig freundliche Worte geführt.und Tünaburg wörtlichSchweinefestung" genannt haben. An Lebensmitteln scheüren genügend Vorräte zu sein; alleü>ings ist die Zivilbevölkerung auf ein Mnimunt gesunken.

Lebensmittelteuerung in Moskau.

Berlin, 4. Jan. (Priv.-Tel.) DasBerl. Tageblatt'' meldet ans St-vckhalm: In Moskau fanden große Un­ruhen. wegen der Lebensmittelteuerung statt. Zwi- chen der Volksmenge und der Polizei kam es zu einem Zu- ammenstoß, bei denr 56 Personen, darunter viele Frauen, verhaftet wurden.

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