Periodikum 
Ökonomische Neuigkeiten und Verhandlungen / Beilage zu den Ökonomischen Neuigkeiten
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hier über dieſen Gegenſtand auszudeh⸗

Mich weiter gegen den Zweck des mir abliegenden

nen, ſcheint mit Berichtes zu ſeyn.

Kwaſſitz am 21. Februar 1820. M. Köller

Direktor,

Ad Nr. 82, 1820.

Das corr. Mitglied Hr. Direktor Köller zu Kwa 8⸗ ſitz erſtattet als Repräſentant des hradiſcher Kreiſes für den Schafzüchtler Verein ſeinen Bericht. Derſelbe zer⸗ fällt in drei Theile.

Erſtlich, gibt er ſeine Anſichten über die Conjunk⸗ turen des Wollhandels und Schafhandels beſonders in Be⸗ ziehung auf Sachſen.

Zweitens, nennt er die vorzüglichſten Heerden des hradiſcher Kreiſes.

Drittens äußert er ſich über den ſchlag des Hrn. Grafen Feſtetios.

Gutachten. Ueber den erſten Theil dieſes Berichts.

Hr. Dirkt. Köller ſagt im Allgemeinen unſtreltig viel Wahres; aber im Einzeluen dürfte Manches zu deſchrän⸗ ken, zu berichtigen oder genauer zu beſtimmen ſeyn, 3. B.

ad ³) Mir iſt ſelbſt ein Beiſpiel einer beträchtlichen Par⸗ thie mähriſcher Wolle bekannt, die wahrlich nicht zu den mittlern, ſondern zu den feinen Wollen gehört, welche bis itzt noch nicht verkauft iſt.

ad ²) Z iemlich hohe Preiſe iſt zu unbeſtimmt, wenn nicht ein Maßſtab, nicht Zeit, Ort des Verkaufes und Qualität und Quantität der Wolle mit in Rechnung kom⸗ men. So werden nicht Viele ſeyn, welche ſich rühmen können von 160200. fl. Conv. verkauft zu haben.

ad ³) Ich glaube nicht, daß viele Beiſpiele aufgeſtellt werden können, wo 1817 und 1813 Mittelwollen in beinahegleichen Preiſen mit den beſten und fein⸗ ſten venkauft worden. Einzelne Fälle aber, wo oft ganz beſondre Rückſichten eintreten, entſcheiden hier nichts. Mir ſchien eigentlich der Satz vielleicht ſo geſtellt werden zu müſſen: 1817 und 1818 erhielten feinſte Wollen die höch⸗ ſten Preiſe, eben ſo minder feine, oft über Verhältniß ge⸗ gen die erſteren. Aber auch dies iſt, meines Erachtens noch ſehr unbeſtimmt und wenig geſagt, ſo lange nicht völ⸗ lig ausgeglichene und nicht ausgeglichene Heerden unterſchieden werden und bei letztern die Ver⸗ hältniſſe der Electa, Prima und Secunda, angegeben; ſo lange endlich keine dem wahren Werthe angemeſſene Nor⸗ mat⸗Mittel⸗Preiſe beſtimmt ſind.

ad ¹) Dies ſcheint mir zu ſtark. Einen ziemlichen Egois⸗

mus beurkundet wohl der angezogne Aufſatz, aber keinen uebermuth. Rebrigens ſcheint mir die Prüfung des⸗ elben noch zuvor meyrere, genauere Beſtimmungen iu er⸗

Lizitazions⸗Vor⸗

forbern, worüber ich in Bemerkungen zu Hrn. Direktor Köllers Aufſatze in den Oekonom. Neuigkeiten einige Andeutungen zu geben ſuchte, welche beide aller⸗ nächſt gedruckt zur Prüfung Andrer erſcheinen werden.

ad ⁵³) Dies wird gewiß Niemand leugnen. Ja es muß dies ſogar als idealiſches Ziel der Veredlung aufgeſteckt werden.

Aber in der praktiſchen Wirklichkeit treten die wich⸗ tigen und ſchwierigen Fragen ein: 3

a) Iſt höchſte Feinheit und Sanftheit im Verein mit geringerer Dichtwolligkeit nicht Racen⸗Charakter?

b) Wie weit kann ich die Veredlung des feinſten, ſanfteſten Haares zu größerer Menge treiben, ohne an den erſten beiden Eigenſchaften einzubüßen 2

c) Vereinigen die dichtwolligen Merinos⸗Stämme auch zugleich jenes feinſte ſanfteſte Electoral⸗ und Electa⸗ Haar vorherrſchend genug,(denn hie und da als einzelne Erſcheinung oder nicht permanent in der Fortpflanzung wür⸗ de hier nicht entſcheiden) als Charakter auf die Dauer?

d) Wie calculiren ſich böchſte Preiſe feinſter Electoral⸗, gegen größere Wollmenge zwar ſehr feiner, aber nicht fein⸗ ſter und ſanfteſter Electoral⸗Wolle?

e) Wie verhält ſich die Sicherheit des auf die Länge?

Iſt die Frage c) entſchieden zu bejahen, im Wider⸗ ſpruch mit allen bisherigen Londner Preistarifen, welche nur der ſächſiſchen Electa einen Preis zugeſtehen, wie keiner andern, auch keiner ſpaniſchen Wolle einen Preis, der noch itzt beſteht, indeſſen alle andern Woll⸗Sortimente herab gegangen ſind: ſo iſt auch leicht die Anſicht zu be⸗ ſtimmen, die jeder Schafzüchtler zu faſſen hat. Öſt dieſe Frage nicht ſo leicht zu entſcheiden, ſo werden auch die 4 andern Fragen ihre volle Berückſichtigung behalten.

ad N. a) Meines Wiſſens hatten mehrere Säch ſi⸗ ſche Muſter des Hrn. Grafen Hohenthal auch Elec⸗ ta II.

b) Für den Satz, daß viele Heerden Mähe rens bereits auf Electa 3 ſtehen, wäre es äu⸗ ßerſt wichtig und patriotiſch zugleich,

aa) dieſe vielen Heerden namentlich aufzuzählen;

pb) nachzuweiſen, in wie weit Electa III, ihr vorherr⸗ ſchender Charakter ſey, oder zu welchem mindern Antheil ſie gegen die prima vorkomme.

Sehr beherzigungswerth, finde ich, was Herr Di⸗ rektor Köller über die Verwöhnung durch die übertrie⸗ benen Preiſe der vorigen Jahre, über das ſtete Streben nach Vereinigung der groͤßten Feinheit, Sanftheit und Woll⸗ menge, ſo wie über Widder⸗Käufe ohne Wahl und Grund⸗

ſäͤtze ſagt. Ueber den zweiten Theil des Berichts.

Intereſſant und dankenswerth iſt die Mittheilung der contraſtirenden beiden Methoden in der Schaf⸗Stallfütte⸗ rung. Wünſchenswerth wäre ein durchgeführter, compara⸗

Abſatzes beider