an der Verartung, Verſulzung und Verwachſung der Lungen mit der Rippenhaut, die ſich bei der Oeffnung der Todten zeigen. Dieſer traurige Fall tritt immer ein, wenn die Krankheit zu ſpät entdeckt, nicht erkannt, oder angezeigt, oder das Thier zu ſpät in die Kur ge⸗ nommen wird. Der Tod erfolgt gewöhnlich zwiſchen dem 11. und 13. Tag, oft auch früher.
Bricht die Lungenſeuche bei ſchwaͤchern und beſon⸗ ders ſolchen Kühen aus, die beſtändig ausgetrieben wor⸗ den ſind, ſo erſcheint ſie zwar mit den nämlichen, doch gelinderen Zufällen. Die Kranken huſten, aber feucht und weniger ſchmerzhaft; das Wiederkauen hört zwar auf, nicht aber alle Neigung zum Futter, das Athem⸗ holen iſt nicht ſo ſehr erſchwert, die Bewegung der Na⸗ ſenlöcher und Flanken gelinde, der Puls weich und ge⸗ ſchwind, der Bauch weniger verſtopft, der Koth nicht ſo hart und der Harn wäſſerig; Hörner, Ohren und der ganze Körper ſind mehr kalt, als warm, und die Haa⸗ re immer ſtraubig.
Dieſe Erſcheinungen zeigen das Daſeyn einer faul⸗ artigen Lungenſeuche, oder die eigentliche Lungenfäule an. Nun darf weder Ader gelaſſen, weder Salpeter oder Schießpulver, noch andere kühlende und ſchwächen⸗ de Mittel gebraucht, ſondern es muß jedem kranken Thiere ſogleich ein Haarſeil in den Halslappen gezogen, oder die Bruſtſeiten ſcharf eingerieben, und das oben vorgeſchriebene Gelecke in Form einer Latwerge ange⸗ wendet werden, ſobald das Uebel wahrgenommen wird.
Man nimmt von dem Gemiſche für ein Stück
1 Pfund, macht mit gutem Bier einen Brei oder Latwerge dar⸗ aus und gibt dieſe dem Thiere auf Zmal des Tages mittelſt eines Kochlöffels auf die Zunge zum verſchlin⸗
gen, oder loſet jede Portion in 1 Mas Heubrühe auf,
und gießt den Trank laulich ein.
Starke Abkochungen von Heu mit geriebenem fri⸗ ſchen Kreen gemiſcht, und z3mal des Tages 1 Maß eingegoſſen, macht in leichten Fällen alle audere Arz⸗ neien entbehrlich⸗
Mit den einen undz den andern wird bis zur Beſ⸗ ſerung fortgefahren.
Weil die Kranken in dieſer Seuche immer frieren,
ſo müſſen ſie mit einer dicken Streu verſehen, oder mit einer Decke beleget werden.
Grünes Futter iſt in dieſer Seuche ganz zu ver⸗
ſagen, wenn auch die Thiere Verlangen darnach zeig⸗ ten. Eben ſo das zu kalte Trinken. Gewöhnlich tritt bei dieſem Verfahren mit dem 7. Tage die Beſſerung ein. Die Thiere fangen an lauter, ſtärker und lockerer zu huſten, öfter die Naſe zu lecken, beſſer zu freſſen und die Kühe wieder Milch zu geben, bald darauf ſtellt ſich auch das Wiederkauen ein und die Kranken ſind geneſen⸗
Finden ſich aber dieſe günſtigen Erſcheinungen nicht bis zum 9. Tag ein, ſo ſind die Thiere in gro⸗ ßer Gefahr, und verſchlimmern ſich nach dieſen noch die Zufälle, ſo iſt ein langſamer Tod zwiſchen dem 19. und 27. Tage, bisweilen noch ſpäter, die gewiſſe Folge davon.
Bei der Oeffnung der Gefallenen trifft man die Eingeweide des Bauches wenig verändert, die Bruſt⸗ höhle aber, beſonders die rechte, voll gelblichen, wenig riechenden Waſſers; die Oberfläche der Lungen bei manchen mit einer gelblichen Sulze bedeckt, die Lungen ſelbſt klein, ihre Außenſeite braunroth, ihr Weſen mit ſchwarzem, halbgeronnenen Blute gefüllt an. Bei man⸗ chen erſcheinen die Bruſthöhlen leer, die Lungen hadrig und zuſammen gefallen, doch ohne fauligen Geruch.
Zwei Umſtände von Wichtigkeit ſind hier beſon⸗ ders anzumerken:
a) Daß kein Kalb von einer Kuh, die während der Tragzeit an der Lungenſeuche gelitten hat, zur Zucht erzogen werde, ſollte es auch das ſchönſte und geſunde⸗ ſte ſeyn. Alle erben die Anlage zur nämlichen Krank⸗ heit von den Müttern, die ſich früher oder ſpäter zur nämlichen Krankheit ausbildet. Wenige überleben das vierte Jahr, die meiſten ſterben früher.
b) Daß kein Ochſe, keine Kuh, keine Kalbinn und kein Kalb aus einem Stall, in welchem kurz vorher die Seuche herrſchte, in einen andern geſunden Stall überſetzt, und unter geſundes Vieh geſtellet wird, wenn ſie auch die Krankheit überſtanden haben. Alle ſind fä⸗ hig, auch dieſen das Übel mitzutheilen, und die Seuche im Stall zu verbreiten. Dieſe Unvorſichtigkeit hat man⸗ cher vortrefflichen Meierei den größten Theil ihrer Heer⸗ de gekoſtet, und iſt Schuld, daß die Seuche auch in den geſundeſten Zeiten ausbricht.
Die genaue Beobachtung und Befolgung dieſer Vorſchriften wird die Kühe und Schafe vor dem im heurigen Winter mehr, wie ſonſt, zu befürchten haben⸗ den häufigen Verwerfen— und vielleicht allen andern


