Krankheiten und Seuchen, die von den nachtheiligen Ein⸗ flüſſen der Witterung ihren Urſprung haben, ſchützen. Traurig für die Schafe wäre es, wenn der Winter anhal⸗ tend lau und naß, und das Frühjahr ungünſtig für die⸗ fe Thiere eintreffen, oder das Vieh im Stalle Noth leiden, oder mit ſchlechtem Futter ernähret werden ſoll⸗ te. Nichts würde den Ausbruch der Faul⸗ und Egel⸗ ſucht hindern, und nichts die Thiere vom. Tode retten. Aus dem Grunde muß für das reinſte und beſte Fut⸗ ter geſorgt, der Hafer nicht geſpart, das Gelecke öfter gegeben und der Stall auf das möglichſte trocken ge⸗ halten werden. friſche Aſte und Zweige von der Bruchweide, von jungen Eichen, Ulmen, Erlen, Wachholdern, Kiefern, Fichten, oder Tannen zum Abkiefeln der Ninden zerſtreut, oder friſche Weidenruthen unter das Rauhfutter gemengt.
In Ermangelung des obigen Geleckes kann folgen⸗ des bereitet werden::
Man nimmt 3 Theile Hafer ⸗ oder Gerſtenſchrot.
2 Theile gepulverte Eichen⸗ oder Weidenrinde,
1 Theil Entianpulver und 1 Theil geſtoßene Wachholderbeeren⸗
Zur Unterhaltung werden hin und her
miſcht alles gut untereinander und gibt den Thieren
zweimal wöchentlich 3 Löffel voll für 1 Stück, zum Lecken in die Tröge.
Bricht bei der Anwendung dieſer Praͤſervative die Faulſucht dennoch aus, ſo iſt es ein Beweis, daß die Thiere den Sommer über zu viel gelitten hatten und ihre Körper zu ſehr verdorben waren, als daß die Ge⸗ ſundheit erhalten und der Ausbruch der Seuche ver⸗ mieden werden konnte. In dieſer Lage der Umſtände wird es am räthlichſten ſeyn, alle jene Stücke, die täglich mehr abmagern und ſchwächer werden, zu ver⸗ äußern, ſo lange ſie noch genußbar ſind, noch gehen können, und einigen Preis im Werthe haben.
Bei hartnäckigen, bösartigen, oder ſogenannten verdächtigen Drüſen der Pferde muß ein geprüfter Thierarzt zu Rathe gezogen werden, um den übergang der Drüſe in den RNotz oder Wurm, und die
Anſteckung der übrigen noch geſunden Pferde im Stall, und die Vergiftung des Stalles ſelbſt zu verhüthen.


