Jahrgang 
1 (1821)
Seite
221
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Auch die Schweine vedürfen in gleichem Falle Trockne und Wärme, folglich eine gute Streu, wenn ſie ihre Geſundheit erhalten ſollen.

8) Weil die oben angezeigten Schädlichkeiten höchſt nachtheilig auf die Mägen und Därme einwirken und das Geſchäft der Dauung, wo nicht ſtören, doch ſchwä⸗ chen, ſo wird, um dieſelben zu ſtärken, dem Nindvieh zweimal in der Woche folgendes Gemiſche gegeben:

Man nimmt gepulverte Kalmuswurzel z. B. 4 Pfund, reine Buchen⸗ oder Eichenholzaſche 5 Pfund, gepulverte Entianwurzel.... 5 Pfund, fein geſtoßene Lorbeere oder Wachholderbeere 2 Pfund, Kochſalz.......... 7 Pfund, und Gerſten⸗ oder Malzſchrot, oder(Korn⸗) Noggenkleien....... 21 Pfund;

miſcht alles gut untereinander und gibt jedem Stück in den beſtimmten Tagen 4 bis 6 Cßlöffel voll Käl⸗ bern ein Drittheil früh nüchtern zum Lecken.

Wenn meyhrere Stücke im nämlichen Stall wieder⸗ bokt huſten, dabei aber gut freſſen, und munter und ge⸗ ſund ausſehen, ſo werden dem Gemiſche noch 3 Pfund Schwefelblumen untergemengt.

Mit dem Gebrauch dieſer Mittel wird ſo lange fortgefahren, bis die Witterung ſich beſſert und der Hu⸗ ſten der Thiere völlig nachläßt.

Kühen, die im Stalle gefüttert werden und wohl genähret ſind, wird das Gelecke nur alle 8 Tage ertheilt.

Schafe erhalten es zwei⸗ oder dreimal in der Woche, bei ſehr ſchlechter Witterung auch täglich zu 2 oder 3 und Lämmer zu 2 Löffel voll.

Fangen einige oder mehrere Stücke von den einen, oder den andern zu laxicen an, ſo wird mit dem Gelecke ſo lange ausgeſetzt, bis das Laxiren ganz geſtillet iſt.

Die läſtige Anſammlung der Haarwürmer bei den Lämmern in den Lungen zu verhüthen, oder die etwa ſchon gegenwärtigen zu vertilgen, werden hin und her im Stalle leinene Säckchen mit Kampher, Terpentin, Stinkaſſand Teufelsdreck oder zerquetſchtem Knob⸗ lauch aufgehängt, oder bisweilen etwas Kampher⸗Brannt⸗ wein, Terpentin⸗ oder Steinöl aufgeſpritzt, oder den Thieren an die Naſe geſtrichen, oder ſtinkender Pferde⸗ miſt aufgeſtreut, Geſchirre mit Wagenſchmier auf die Fenſter geſtellt, oder ſonſt ein heftiger, den Thieren aber unſchädlicher Geſtank erregt.

Lämmer und Schafe, die durch ihr ſchlechtes Aus⸗ ſehen Anlage zu den Haarwürmern zeigen, oder durch einen höchſt quälenden krampfartigen Huſten, kurzen und beklemmten Athem, eine verdrießliche Miene, matte Au⸗ gen, eine unreine Zunge, bleichſüchtige Hautfarbe ꝛc. ꝛc. ſchon ausgebrütete Würmer in den Lungen oder Egeln in der Leber verrathen, müſſen mit dem beſten Heu ernährt, täglich mit etwas reinem und guten Hafer un⸗ terſtützt und mit dem vorgeſchriebenen Gelecke erfriſchet werden. Weichſel⸗Erlen⸗ oder Weidenlaub wird da⸗ bzi allen wohl bekommen, es mag friſch oder getrock⸗ net, allein oder unter dem Heu, oder Stroh gegeben werden.

Aeußert ſich bei dieſem Verfahren nicht baldige Beſſerung, ſo iſt es am gerathenſten, alle ſchwachen Stücke bei Zeiten auszubracken, ehe ſie ganz ausgezehrt der unüberwindliche Tod wegrafft.

Auch bei Pferden wird das angeordnete Gemiſche oder Gelecke bei übrigens ordentlichem Verhalten der Thiere ſeine gute Wirkung nicht verſagen, und ſie vor den drohenden Krankheiten ſchützen, nur muß der Schrot oder die Kleien und die Aſche weggelaſſen, und ſtatt dieſer 3 Pfund fein geſtoßenes Spießglas zugeſetzt werden.

Auf dieſe Art bereitet, macht es die gewöhnlichen Drüſenpulver überflüſſig und entbehrlich, wenn es den Thieren zwei oder dreimal in der Woche, den ſchon drüſenden Pferden aber täglich zu 1 Löffel voll unter das Früh⸗ und Abendfutter gegeben und das Futter etwas angefeuchtet wird. Sehr kaltes Trinken iſt da⸗ bei zu vermeiden.

Schweine bedürfen zur Erhaltung ihrer Geſundheit ſelten Arzneien. Laue Mehl⸗Kleien⸗ Schrot⸗ oder andere Getränke, gutes Körnerfutter und reines trocke⸗ nes Verhalten ſchützen ſie vor Krankheiten.

9) Wenn bei der richtigen Beobachtung und An⸗ wendung der vorgeſchriebenen Regeln und Hulfsmittel dennoch mehrere Kühe, Kalbinnen oder Kälber ohne be⸗ kannte Urſache zu trauern, zu fröſteln, die Milch zurück zu halten anfangen, zu wiederkauen und zu freſſen auf⸗ hören; wenn die Kehle zwiſchen dem Hals und Kopf anläuft, die Geſchwulſt weich, teigartig und ohne beſon⸗ dere Hitze und Schmerzen iſt, das Schlingen und Athem⸗ holen aber erſchwert, ſo wird ohne Zeitverluſt ein rei⸗ zendes Haarſeil vorwärts an der Bruſt durch den Hals⸗ lappen gezogen, die Geſchwulſt zweimal des Tags mit Terpentin eingerieben und das Einreiben ſo oft wieder⸗ holt, bis die Haare auszufallen, die Haut zu näſſen,