(342) Ausdüͤnſtungen der Blumen Einfluß; beſonders ſcheint mir hier der elektriſche Inſtand der Atmo⸗ ſphaͤre ſehr viel zu wirken. Die Elektricitaͤt hat zwar, wenn ſie künſtlich angewandt wurde, keine Wirkung auf die Pflanzen gezeigt; allein die atmo⸗ ſphaͤriſche Elektrieitaͤt ſcheint als ein Reizmittel auf die Gewaͤchſe zu wirken, denn wir ſehen gewiſſe Blaͤtter und Befruchtungstheile bei entſtehenden Gewittern, wo die Luft mit Elektricitaͤt angefuͤllt iſt, weit retzbarer als bei heiterem Wetter. Eine mit Elektricitaͤt geſchwaͤngerte Luft wird alſo auch auf die Bluͤthen Einfluß haben, und ihre Ausduͤn⸗ ſtungen modificiren knnen. Hieraus erklaͤre ich es mir, warum z. B das Moſchuskraut das eine⸗ mal zu dieſer Tageszeit riecht, das andremal nicht; indem das einemal die Luft elektriſch war, das andremal nicht. Die Fruͤchte verhalten ſich, ſo lange ſie noch nicht reif und an dem Mutterſtamme befeſtigt ſind, wie die Blaͤtter; bei Tage hauchen ſie Oxygen⸗Gas, im Dunkeln aber kohlenſaures Gas aus. Sind ſie aber reif, oder von dem Stamme abgenom⸗ men, ſo geben ſie bei Tage und bei Nacht kohlen⸗ ſaures Gas von ſich, und verſchlimmern alſo zu jeder Zeit die Luft. Wir bemerken auch, daß in Zimmern oder Kellern, in welchen vieles Obſt auf⸗
Jahrgang
9 (1808)
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