Jahrgang 
2 (1808)
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ringeren Klaſſe der Landleute beſteht in ihrer Ar⸗ beitsfaͤhigkeit, und wenn man ihnen eine gute Ge⸗ legenheit giebt, dieſe vortheilhaft anzuwenden, ſo werden ſie ſchon damit wuchern, und ſich bald ein kleines Geldkapital, welches ſie unmittelbar in ihren Grund und Boden belegen, verſchaffen. Bei Eigenthum und Arbeitſamkeit entſteht noth⸗ wendig auch Credit, und dieſer iſt es eigentlich, was fehlt. Metall wuͤrde ſich wohl finden.

Und dann wird jedes getheilte Grundſtuͤck, auch wenn es noch nicht kultivirt wird, dennoch beſſer benutzt werden, als da es noch Gemeinheit war. Es kann ja immerhin noch eine gemein⸗ ſchaftliche Benutzung der Weide bleiben, wenn die ſämmtlichen Intereſſenten es vortheilhaft finden, ſie vorerſt beizubehalten. Wenn aber jeder weiß, daß dieſer Theil ſein Eigenthum ſey, und daß er ſich ſolchen ausſchließlich zueignen koͤnne, wenn er will, ſo wird er einige Sorgfalt darauf wenden, die oft mit geringer Muͤhe großen Nutzen ſtiftet.

Gerade durch die Compenſationen der Unter⸗ thaͤnigkeit, der baͤuerlichen Beſchraͤnkung, der Dienſte, der den Bauerhoͤfen beigelegten viel zu großen Hufen, der Gerechtſame und Servitute, laſſen ſich Einrichtungen treffen, die jedem Einzel⸗ nen hoͤchſt vortheilhaft ſind, und womit auch jeder

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