Beilage 2 zu Seite 18.
Wenn man die Vertheilung aller Orte auf einer genauen Special⸗ karte vergleicht, ſo findet man jederzeit, daß ſie nicht mit gleich⸗ mäßigen Abſtänden über die Fläche ausgebreitet ſind. Das gilt eben⸗ ſowol für die Städte als für die Dörfer. Dieſe Ungleichheit der Ortsvertheilung zeigt ſich in gewiſſen Beziehungen zur Bodenform, zum Waſſerlauf und zu ähnlichen Erſcheinungen der Oberfläche. Wenn man aber zu dieſer Vergleichung eine geognoſtiſche Special⸗ karte wählt, ſo ſtellen ſich bald genug auch einige Beziehungen der Ortsvertheilung zu den Gebirgsarten, ihren Grenzen oder ihrer Lage⸗ rung heraus, die nicht ſtets mit jenen oberflächlichen Formen zuſam⸗ — mentreffen. Dieſe beiderlei Wirkungen vermiſchen ſich allerdings meiſt in dem Grade, daß das Beſtreben ſie zu iſoliren lange reſul⸗ tatlos bleiben kann, aber plötzlich finden ſich dann zuweilen einige Lichtpunkte und von dieſen erleuchtet wird nachher gar manches an⸗ ſcheinend Zufällige zum erkennbar Geſetzlichen.
Ich habe aus dieſem Grunde, um zu einigermaßen numeriſch nachweisbaren Reſultaten zu gelangen, alle Orte Sachſens in den einzelnen Geſteinsoberflächengebieten ſorgfältig gezählt und außerdem ſämmtliche Städte Sachſens und Thüringens rückſichtlich der ver⸗ ſchiedenartigen Elemente ihrer natürlichen Lage tabellariſch zuſammen⸗ geſtellt. Dieſe letztere Zuſammenſtellung iſt es, welche hier zunächſt folgt und etwas ſpecieller beſprochen werden ſoll. Bei Ausfüllung ihrer einzel⸗ nen Spalten iſt größere oder geringere Stärke der Wirkung durch die größere oder geringere Zahl der verticalen Striche ausgedrückt, nur in der Spalte für Geſteinsgrenzen ſchien es zweckmäßiger, die Zahl der aneinander grenzenden Geſteine durch eine Ziffer auszudrücken und außerdem die Mannichfaltigkeit der Begrenzungsform, die Un⸗ gleichheit der Geſteine oder überhaupt den wahrſcheinlichen Grad die⸗ ſes Einfluſſes durch Potenzirungsſtriche neben der Zahl anzudeuten.
Vorausbemerken muß ich ferner, daß in die Tabelle ohne Aus⸗ wahl alle Orte aufgenommen ſind, welche auf den geognoſtiſchen Karten von Sachſen und Thüringen(von Naumann und mir) mit großen Lettern gedruckt ſind. Darunter ſind einige, welche eigentlich gar nicht zu den Städten gehören. Jedenfalls ſind darunter mehre, deren Bedeutung geringer iſt als die mancher Dörfer; ſcheidet man dieſe aus, ſo werden die Reſultate der Tabelle nicht nur ſachlich richtiger, ſondern auch viel ſprechender für den Bodeneinfluß.
Aus dieſem Grunde habe ich die entſchieden wichtigeren Städte mit etwas größerer Schrift drucken laſſen, und für dieſe dann beſon⸗ dere Summen gezogen, deren Reſultate ſchon merklich von denen der allgemeinen Summe abweichen.
Die natürlichen Bedingungen für die Lage der Orte ſind größ⸗ tentheils nur relative, d. h. ſie ſind vergleichsweiſe mit der nächſten


