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1. durch den Totaleindruck ihres Naturelements, dem ſie angehören, ein⸗ mn geprägt und wieder entlockt wurden.“ be⸗ Ich füge dem hier ſogleich an, was kürzlich ein Ungenannter in ds„Muſikaliſchen Briefen“(S. 60) über die nationale Färbung der Muſik hſe, und deren Urſprung ſagt:„Die Volkslieder einer Nation tragen cher darum ferner den Charakter ihrer ganzen Muſik an ſich, wenigſtens läßt ſich ſicherlich in der ganzen Richtung, Haltung und Farbe ihrer Muſik vei⸗ die Grundrichtung und Grundfarbe ihrer Volksmelodieen erkennen. her Der Charakter eines Volkes wird nun aber von der Natur des Lan⸗ das des bedingt, welches daſſelbe bewohnt; je heiterer ſein Himmel, um ärts ſo heiterer ſein Sinn, je heißer die Sonne, um ſo feuriger ſein Tem⸗ und perament. Wie alſo der Charakter des Volkes den Charakter ſeiner Lieder— da⸗ und die Eigenthümlichkeiten ſeiner Muſik beſtimmt, ſo wird im Grunde err⸗ die Muſik bedingt durch die Natur des Landes, in dem ſie blüht.“— twa Und zu dieſer Natur gehört unſtreitg auch der geologiſche Bau. be Auch Ami Boue ſtimmt dieſen Anſichten bei, wenn er in ſei⸗ 4 nem Schriftchen über„Zweck und Nutzen der Geologie“(S. 45.) ngig ſagt:„Man kann als bewährt behaupten, daß die beſondere Plaſtik, u⸗ die Geognoſie und das Klima jedes großen Landes ſeine Bewohner 2* bis zu einem gewiſſen Grade körperlich und geiſtig modificirt(Haus⸗ be mann,„Ueber die Zweckmäßigkeit der lebloſen Natur.“) Wenn dieſes lane nicht Thatſache wäre, ſo müßte man in den in Europa aus Aſien 38 eingewanderten Völkern noch häufig die Urtypen finden, was nur ti⸗ ſelten der Fall iſt. Außerdem braucht man nur den Niederländer b oder Holländer mit dem Schweizer, den See⸗, Frieſe⸗ oder Platt⸗ 3 deutſchen mit dem Oeſterreicher, den Pommer mit dem Tiroler, den deh⸗ Oberbaiern mit dem Norweger, den Einwohner der weſtlichen ame⸗ haff, rikaniſchen Freiſtaaten mit denjenigen des öſtlichen und ſüdlichen Theils rieg⸗ dieſer Republiken u. ſ. w. zu vergleichen. und„ Eins der ſchönſten Beiſpiele der Art liefern uns noch die ſla⸗ licht wiſchen Nacen, unter welchen der Charakter der die Ebenen bewohnen⸗ der den Ruſſen oder ſelbſt der Czechen einen förmlichen Contraſt körper⸗ ieder lich und geiſtig mit ihren Blutsverwandten im türkiſchen Gebirgslande 4 bildet.“(Berlin.„Monatsbericht d. Geſell. f. Erdk.“ 1841. III., 64.) Ich meinestheils faſſe das Alles in dem Satze zuſammen: der uhen, Menſch wie er iſt, iſt in ſeinen nationalen Verſchiedenheiten ein Re⸗ fatur⸗ ſultat der Summe aller äußern Einflüſſe, die von Anfang an auf das ihn und ſeine Vorfahren eingewirkt haben, dieſe aber gehen zum tſcha⸗ großen Theil von der Natur ihres Vaterlandes aus. Die Geſchichts⸗ nur forſcher haben wie mir ſcheint die Einwirkungen des Bodens noch mung viel zu wenig beachtet. ervor⸗
ſtemz,


