Teil eines Werkes 
2. Abtheilung (1854) Beilagen
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Beilagen.

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Dieſe zweite Abtheilung iſt lediglich dazu beſtimmt, einzelne Beilagen zu der erſten aufzunehmen, welche in Citaten oder in ſpe⸗ ciellen Ausführungen und Belegen beſtehen. Es würde ſehr ſtörende Unterbrechungen verurſacht haben, wenn ich dieſelben in den Ter oder gar als Anmerkungen unter denſelben hätte aufnehmen wolle. Darum zog ich es vor, dort nur kleine Zahlen anzubringen, welche auf die einzelnen Nummern der Beilagen verweiſen.

Beilage 1 zu S. 14.

Kein Unbefangener wird verkennen, daß die Natur jedes Lan⸗ des, ſei es nun die äußere oder die innere, einen beſtimmenden Ein⸗ fluß habe auf den Nationalcharakter der Menſchen, die es bewohnen. Nur über die Größe dieſes Einfluſſes können die Anſichten verſchie⸗ den ſein. Ich meinestheils halte dafür, daß der Boden, d. h. ſeine äußere und innere Natur in Verbindung mit der Lage des Landes die wichtigſten Grundurſachen aller nationalen Verſchiedenheiten bil⸗ den. Abſtammung(die immer wieder auf einen gewiſſen Boden zurückführt), Nachbarſchaft und ähnliche hiſtoriſche Elemente ſind in meinen Augen nur Nebenurſachen, die unter Umſtänden temporär vorherrſchend ſein können, in ſehr langer Zeit aber mehr und mehr dem conſtanten Einfluß der Natur des Landes unterliegen. Dieſelbe Anſicht hat im Grunde ſchon Karl Ritter, wenn auch nicht mit ſolcher Beſtimmtheit, wiederholt ausgeſprochen. Was er an verſchie⸗ denen Stellen ſeinerEinleitung in die allgemeine vergleichende Geo⸗ graphie(Berlin 1852) darüber ſagt, möge hier zunächſt folgen:

S. 5.Die Eigenthümlichkeit des Volks kann nur aus ſeinem Weſen erkannt werden, aus ſeinem Verhältniß zu ſich ſelbſt, zu ſei⸗ nen Gliedern, zu ſeinen Umgebungen, und weil kein Volk ohne Staat und Vaterland gedacht werden kann, aus ſeinem Verhältniß zu bei⸗ den, und aus dem Verhältniß von beiden zu Nachbarländern und Nachbarſtaaten.

Cotta, Deutſchlands Boden.(Beilagen.) 4