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daß es fehlerhaft war, wenn man ſie hier und da dem Pflug übergab. Gerade in dieſem Punkt läßt ſich recht füglich aus Ge⸗ ſtein und Boden a priori urtheilen und dadurch auf Vermeidung ſolcher Fehler hinwirken.
Daß ſelbſt die Grenzen verſchiedener landwirthſchaftlicher Betriebsweiſen oder Bewirthſchaftungsſyſteme zuweilen mit geolo⸗ giſchen Grenzen zuſammenfallen und alſo wahrſcheinlich von der Natur nicht nur des Bodens, ſondern auch ſeiner Unterlage ab⸗ hängig ſind, iſt deutlich in Beilage 36 gezeigt worden; leider vermag ich nicht, die ſpeciellen Urſachen dieſes Zuſammentreffens der beiderlei Grenzen anzugeben.
Mittelbar wirkt dann natürlich die größere oder geringere Productionskraft des Bodens und die verſchiedene Richtung der⸗ ſelben auch auf die Zuſtände der Bevölkerung ein.
3) Einfluß des Bodenbaues auf die Quantität und Qualität der menſchlichen Anſiedelung.
§ 886.
Die Stärke der Bevölkerung eines Landes iſt mittelbar ſtets in gewiſſem Grade abhängig von der Productions⸗ und An⸗ baufähigkeit ſeines Bodens, doch darf man unter erſterer nicht etwa nur die Fruchtbarkeit verſtehen..
Auch die größte Bodenfruchtbarkeit für ſich allein bedingt vielmehr nur eine ſchwache Bevölkerung. Die Arbeit der Feld⸗ beſtellung und Ernte beſchäftigt keine ſtarke Volkszahl; wo alſo keine andern Gewerbe hinzukommen, da hat ſich naturgemäß ge⸗ rade in den fruchtbarſten Ländern, wie z. B. in Holſtein und Mecklenburg, keine ſtarke Bevölkerung entwickelt; wo es bei ſehr freigebiger Natur dennoch der Fall iſt, da hat dieſer Umſtand leicht Trägheit und Indolenz mindeſtens eines Theiles des Be⸗ völkerung zur Folge.
Die ſtärkſten Bevölkerungszahlen finden ſich in Deutſchland in der That nicht in den fruchtbaren Niederungen, ſondern in
Cotta, Deutſchlands Boden. 38


