Einleitung.
Die rein wiſſenſchaftliche Entwickelung der Geologie hat einen ſo hohen Grad erreicht, daß es bereits Jedem, der nicht Geolog von Fach iſt, ziemlich ſchwer wird, ſich völlig auf dieſem Gebiete zu orientiren, den Einzelheiten zu folgen, ihre wahre Bedeu⸗ tung zu erkennen und gleichzeitig einen Ueberblick des Ganzen zu behalten. Dieſer Umſtand hat vielartige populäre Dar⸗ ſtellungen der Wiſſenſchaft vom innern Bau und von der Ent⸗ ſtehung des Erdkörpers zur Folge gehabt, und dieſe haben den Zweck erreicht, die Wiſſenſchaft als ſolche für Jedermann zugäng⸗ lich zu machen.
Eine derartige allgemeine Populariſirung beabſichtige ich in— deſſen hier nicht, ſondern vielmehr die Zugänglichmachung und Ausnutzung der Geologie für eine beſtimmte andere Wiſſenſchaft, und zwar für die Wiſſenſchaft vom Staate— ſpecieller für die Nationalökonomiez; es handelt ſich, kurz ausgedrückt, um den Ein⸗ fluß des innern Erdbaues auf das Leben. Dieſe beſondere Anwendung iſt zugleich naturgemäß eng verbunden mit der Be⸗ deutung, welche die Geologie für die Geographie hat.
Als Karl Ritter die geographiſchen Wiſſenſchaften reformirte, war der innere Bau der Länder noch wenig erforſcht. Der be⸗ rühmte Geograph konnte daher damals weſentlich nur die äußern Formen in den Bereich ſeiner Betrachtungen ziehen. Jetzt vermag man einen Schritt weiter zu gehen, man kann die äußern For⸗ men aus dem innern Bau herleiten und zugleich manche unmittelbare Einwirkungen des letztern auf ſtatiſtiſche
Geographie nachweiſen. So ſind beide Lehren, Geologie und Cotta, Deutſchlands Boden. 1


