Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1854)
Entstehung
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Schicht die übrigen größtentheils überdeckt. Auch die Mineral⸗ und Erzgänge finden ſich am häufigſten in Gebirgsgegenden, weil da die feſte Erdkruſte am meiſten zerſpalten worden iſt.

§. 34.

Dieſe als vollſtändig begründet anzuſehenden Anſichten über die Bildungsweiſe der Sedimentär⸗ und Eruptivgeſteine ſind in gewiſſem Grade unabhängig von den noch weniger ſichern Ver⸗ muthungen über die Bildung der kryſtalliniſchen Schiefer, die von der Mehrzahl der Geologen für umgewandelte(und zwar durch plutoniſche Thätigkeit umgewandelte) Sedimentärgeſteine ge⸗ halten und deshalb auch metamorphiſche Geſteine genannt werden.

§ 35.

Es ſtehen dieſe theoretiſchen Anſichten ferner in vollem Ein⸗ klang mit der allgemeinen Harmonie, welche zwiſchen den äußern Formen der Erdoberfläche und dem innern Bau der feſten Erd⸗ kruſte unverkennbar beſteht. Deshalb gerade ſind ſie auch für den vorliegenden Zweck von großer Wichtigkeit.

§. 36.

Den Geographen wird es oft ziemlich ſchwer, durch die bloße äußere formale Erſcheinung ein Gebirge zu individualiſiren und ſeine Grenzen deutlich zu bezeichnen. Dieſe Aufgabe wird durch Unterſuchung des innern Baues oft ſehr erleichtert.

Faſt jedes Gebirge, welches wirklich als eine in ſich ſelb⸗ ſtändige Gruppe von Bergen anzuſehen iſt, zeigt auch eine ge⸗ wiſſe geologiſche Individualität und Selbſtändigkeit. Es beſteht nicht aus einer blos äußerlichen Hervorragung oder Maſſenanhäu⸗ fung ohne innern, gleichſam organiſchen Zuſammenhang, ſondern es reicht mit ſeinen Wurzeln tief in das Erdinnere hinab. Könnte man z. B. den Harz oder den Thüringer Wald oder die Alpen⸗ kette im Niveau der nächſten flachen Umgebungen gänzlich ab⸗ raſiren, ſodaß gar kein Berg, vielmehr nur eine glatte Ebene übrig bliebe, ſo würde man dennoch den in die Tiefe hinab⸗