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§. 21.
Unſere ſogenannten Flötzformationen ſind freilich in gewiſſem Grade willkürliche Abgrenzungen und wir können nicht gerade die Reihe, welche in Europa aufgeſtellt und ſyſtematiſch geglie⸗ dert wurde, als Normalreihe für die ganze Erde betrachten. Wenn man aber alle in Europa aufgefundenen einzelnen Glieder dieſer Reihe zuſammenſtellt und damit alle die vergleicht, welche bis jetzt in Süd⸗ und Nordamerika nachgewieſen ſind, ſo ergibt ſich ein bedeutender Ueberſchuß der Mannichfaltigkeit für Europa, ob⸗ wol wenigſtens Nordamerika ſchon ſehr eifrig von ſeinen Staaten⸗ geologen durchforſcht worden iſt. Aber nicht Europas Boden⸗ ſchilderung iſt meine Aufgabe, nur inſofern man den Bau des einzelnen Gliedes nicht gehörig verſtehen und würdigen kann, ohne eine Ueberſicht des Geſammtorganismus zu haben, mußte ich dieſe flüchtigen Bemerkungen vorausſchicken.
Deutſchlands Lage.
§. 22.
Im Herzen Europas gelegen, nur wenig vom Meere be⸗ ſpült, iſt Deutſchland von der Natur vorzugsweiſe mehr auf den innern Verkehr und auf die Landverbindung als europäiſches Centralglied als auf den Welthandel angewieſen. Wenn den⸗ noch ſein Seeverkehr ſich zu einer großen Zahl von Handels⸗ ſchiffen emporgeſchwungen hat, ſo iſt das mehr der regen natio⸗ nalen Betriebſamkeit als einer Weltlage zuzuſchreiben, denn die Mündungen der Weſer und Elbe, das entlegene nur halb deut⸗ ſche Trieſt und die mit künſtlichen und natürlichen Zollſchranken verſperrten Oſtſeehäfen können ſich mit den Sechandelsgelegen⸗ heiten aller übrigen weſteuropäiſchen Ländercomplexe ſicher nicht meſſen. Um ſo günſtiger iſt in vieler Beziehung Deutſchlands klimatiſche Lage. Die Iſothermen beſchreiben in ihm einen gro⸗ ßen Bogen gegen Nord der Art, daß dieſelben Breitegrade eine weit niedrigere mittle Temperatur beſitzen als in andern Erd⸗
gegenden. Die nähere Betrachtung der Lage iſt indeſſen hier


