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ſtade wurden die Wiege der höchſten Cultur, inſofern man die⸗ jenigen Nationen die cultivirteſten nennt, welche am meiſten die Natur beſiegt, ſich am meiſten von dem Kindheitszuſtand der Menſchen entfernt haben. Jemehr man ſich aber in den Ocean hinauswagte, um ſo mehr rückten die Handelsemporien von Oſt gegen Weſt, von Phönizien über Griechenland und Italien nach der Pyrenäiſchen Halbinſel. Die Entdeckung Amerikas vollendete dieſen Proceß. Es war jetzt für den Handel mehr außerhalb als innerhalb des Mittelmeeres zu ſuchen, dieſes hatte ſeine Welt— bedeutung verloren; auch die Pyrenäiſche Halbinſel, als letzte in der Reihe, konnte nun nicht mehr die Herrſchaft des Meeres feſthalten, ihr natürlichſter Sitz war von nun an die Um⸗ gebung des Kanals als der Gegend unſerer Erde, von wo aus man die größte Zahl von Küſtenpunkten auf dem kürzeſten Wege erreichen kann. §. 18.
Aber die Neuzeit, nachdem räumlich die zugängliche Welt entdeckt iſt, beſiegt mehr und mehr die Hinderniſſe, welche die Natur dem Verkehr entgegenſtellt. Sie ebnet den Boden, durch⸗ bricht Berge, legt überall hin ihre Schienen und zwingt anorga⸗ niſche Kräfte zu beliebigem Dienſt. Das iſt in gewiſſem Grade ein Sieg des Menſchen über die Natur. Viele Einflüſſe der be⸗ ſondern Bodengeſtaltung werden dadurch gemäßigt oder neutra⸗ liſirt. Das räumlich Getrennte rückt ſich zeitlich näher. Die Vortheile günſtiger Lage und Bodengeſtaltung verlieren dadurch unverkennbar etwas an Werth, aber dennoch werden ſie ſtets noch ein ſehr beachtenswerther Factor bleiben.
§. 19.
Ohne Dampfſchiffe und Eiſenbahnen hätten die meiſt ein— förmigen, vom Klima nicht begünſtigten Länder Nordamerikas
mit Europa nie in die Schranken treten können und trotz dieſer
Hülfsmittel werden die unveränderlichen Verkehrsfactoren Europa doch ſtets einen kleinen Vorſprung ſichern, wenn nicht zeitweiſer Verfall ſeiner Völker es zeitweiſe verhindert.
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