Teil eines Werkes 
Abth. 2 : Holzkenntniß und Holzerziehung (1829) Das forstliche Verhalten der deutschen Waldbäume und ihre Erziehung / von W. Pfeil
Entstehung
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welche wenigſtens in der Jugend ein gemildertes(Beſchattung) verlangen, wie Weißtanne und Buche, noch andere, welche das volle Licht fortwaͤhrend vermeiden, wie Ilex aquifolium, Vac- cinium myrtillus. Daß das Licht zur Erzeugung der gruͤnen Farbe unentbehrlich ſei, wird in der neueſten Zeit beſtritten; Humbold zog im tiefſten Dunkel gruͤne Graͤſer. Wohl aber wird der Stamm der Pflanze bald lockerer und laͤnger, bald mit engeren Holzlagen am Boden kriechend, bei dem Mangel deſſelben. Er erhaͤlt ſtets eine fehlerhafte Organiſation. Alle Licht beduͤrfenden Pflanzen, welche im Schatten ſtehen, haben einen langſamen Wuchs, weil der Mangel deſſelben den Bil⸗ dungsproceß der Pflanzentheile nur langſam erfolgen laͤßt. Erfolgt durch ploͤtzliche Freiſtellung, und ungewohnte ſtarke Einwirkung des Lichtes, eine Ueberreizung der Lebensthaͤtigkeit,, ſo iſt das Eingehen, wenigſtens das voruͤbergehende Erkranken derſelben, eine natuͤrliche Folge davon. Mit Unrecht be⸗ ziehet man die bei der Holzzucht oft nothwendige, oder zu vermindernde Beſchattung allein auf den Froſt, ſie iſt weit mehr hinſichts der Einwirkung des Lichtes zu beachten, denn die wenigſten unſerer einheimiſchen Holzgattungen erfrieren ganz, wenn ſie nur erſt einige Jahre alt ſind.

Es iſt keinem Zweifel unterworfen, daß Italiens durch⸗ ſichtige Luft und heller Sonnenglanz einen ganz verſchiedenen Einfluß auf das Pflanzenleben hat, als Schottlands den groͤßten Theil des Jahres hindurch bedeckter Himmel. Eben ſo zeigt ſich eine ſchattige Mitternachtsſeite in ihrer Vege⸗ tation ganz anders, als eine ſonnige Suͤdſeite, wobei jedoch noch mehrere andere Umſtaͤnde als das Licht mitwirkend ſind. Um jedoch, außer hinſichts der Beſchattung durch Oberholz, zugleich Regeln fuͤr den paſſenden Standort der Hoͤlzer nach ihrem groͤßern oder geringern Lichtbeduͤrfniſſe aus dieſen Wahr⸗ nehmungen zu entwickeln, dazu ſind ſie noch viel zu unvoll⸗ kommen.

Noch weit weniger wiſſen wir von der Wirkung der