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In der Naͤhe großer Waſſerflaͤchen(Seeklima).
Die große Menge der Duͤnſte, welche dem Waſſer ent⸗ ſteigen, bewirken eine große Feuchtigkeit der Luft und daher eine große Regenmenge. Da die großen Waſſerflaͤchen weder im Sommer ſehr erwaͤrmt, noch im Winter ſo ſehr erkaͤltet werden als die Erde, ſo hat das Seeklima eine geringere Dif⸗ ferenz zwiſchen Kaͤlte und Waͤrme, als das Landklima. Die ungehinderte Bewegung der Luftſtroͤmungen auf der glatten Oberflaͤche des Meeres erzeugen ſtaͤrkere Stuͤrme. Die viele Feuchtigkeit verhindert die Erwaͤrmung der Luft und fuͤhrt kalte Naͤchte, ſelbſt ſpaͤte Nachtfroͤſte herbei. Selbſt die mit Salztheilen geſchwaͤngerte Luft iſt dem Gedeihen vieler Pflan⸗ zen hinderlich. Alles dies iſt, vorzuͤglich in noͤrdlichen Gägen⸗ den, Urſache, daß man an den Seekuͤſten keine zaͤrtlichen Holz⸗ gattungen ziehen kann, die ſonſt wohl unter dieſer geographi⸗ ſchen Breite noch wachſen koͤnnten. Vorzuͤglich muß man aber in dieſem Klima bedacht ſein, die Raͤnder des Waldes gegen die See hin als ſchuͤtzenden Mantel zu erhalten, wes⸗ halb man an den Kuͤſten auch oft eine geordnete Plenter⸗ wirthſchaft beibehalten muß, um niemals den Boden ganz von Holz entbloͤßen zu duͤrfen.— Schon betraͤchtliche Bin⸗ nenſee verdienen in dieſer Hinſicht Beachtung.
Freilagen, d. h. Erhebungen des Bodens gegen welche die Winde anprallen, da ſie durch keine vorliegende Hoͤhe, Wald u. dergl. dagegen geſchuͤtzt ſind. Die Eigenthuͤmlichkeit des Klimas derſelben, haͤngt ſehr von ihrer Expoſition gegen eine oder die andere Himmelsgegend ab. Die Freilage ge⸗ gen Oſten, wo der rauhe trockne Oſtwind alle feuchten Duͤnſte angeweht, erhaͤlt auch dieſelbe Beſchaffenheit. Die den Son⸗ nenſtrahlen ausgeſetzte Suͤdſeite iſt heiß und trocken, die Abend⸗ ſeite trocken und den Stuͤrmen ausgeſetzt, beide leiden ſehr unter ſpaͤten Nachtfroͤſten, da an ihnen die Vegetation im Fruͤhjahre fruͤher erwacht, als die Nachtfroͤſte ausbleiben. Die Mitternachtsſeite iſt feucht und kalt, jedoch gewoͤhnlich fuͤr


