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Man rechnet gewoͤhnlich 300 Fuß Koͤhe gleich einem Grade mehr noͤrdlicher Breite, und 530 Fuß als die mittlere Temperatur um 1 Grad R. erniedrigend. Doch wirkt die ex⸗ ponirte oder geſchuͤtzte Lage ſo ſehr auf das Klima in den Bergen ein, daß es von dieſer Annahme eben ſo oft Ausnah⸗ men giebt, als ſie richtig iſt. Eine Angabe, bis zu welcher Hoͤhe man in den deutſchen Gebirgen unſere Holzgattungen ziehen kann, iſt durchaus unmoͤglich. Sie verſchwinden in nordlichen Freilagen weit fruͤher, als an geſchuͤtzten Suͤdhaͤn⸗ gen. Der Harz, das Rieſengebirge, der Thuͤringerwald, die Alpen, bieten dazu eine Menge Belaͤge dar. Es bleibt in dieſer Hinſicht nichts uͤbrig, als den Fingerzeigen der Natur an jedem einzelnen Orte zu folgen.
Die Erhebung der Berge uͤber den untern Dunſtkreis hat nicht bloß auf die Waͤrme einen ſo bedeutenden Einfluß, ſon⸗ dern auch auf den Feuchtigkeitsgrad der Luft, ihre Durchſich⸗ tigkeit und die davon abhaͤngende Einwirkung des Lichtes auf die Pflanzen, die Dichtigkeit und den dadurch bewirkten Luft⸗ druck, ihre Bewegung(die Winde) und zuletzt auf den elec⸗ triſchen Zuſtand derſelben. Je hoͤher die Berge ſind, deſto trockner wird die Luft, weil ſich die Ausduͤnſtungen der Erde nur bis zu einer gewiſſen Hoͤhe erheben. Dagegen ſind die Berge von maͤßiger Hoͤhe in der Regel feuchter als die Ebene, wenn ſie ſich gerade bis in die Wolkenregion— 3 bis 4000 Fuß hoch erheben, wo ſich die aus der Erde emporge⸗ ſtiegenen Duͤnſte ſammeln. Die Durchſichtigkeit nimmt in eben demſelben Maße zu, und die Wirkung des Lichtes wird ſchwaͤcher, weil ſich die Sonnenſtrahlen ſchwaͤcher darin reflec⸗ tiren. Der Luftdruck wird geringer und die Bewegung wird ſaͤrker, letzteres, weil die Luftſtroͤmungen durch nichts gebro⸗ chen werden.
Einen wichtigen Einfluß auf das Klima hat die Lage, Form und Bedeckung des Bodens. Die Lage, in Beziehung auf die Umgebung eines Ortes zeigt folgende Verſchiedenheiten:


