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Woraus beſteht der Boden? 15:
Mäuſe und Maulwürfe, ſowie die noch kenntlichen Überbleibſel der Stoppeln und Wurzeln, der abgefallenen Blätter und Stengel, des Stallmiſtes und Gründüngers) zu der Humusſubſtanz des Bodens rechnen, da alle dieſe Dinge bei ihrer Vermoderung im Boden zu Humus werden. Wir vermeiden dabei abſichtlich den Ausdruck„orga⸗ niſche Subſtanz“, um das Lebendige und das Tote auseinanderzuhalten.
Naturgemäß finden wir die Humusſubſtanz hauptſächlich in dem dunkler gefärbten Obergrunde, während der heller gefärbte Untergrund in der Regel nur geringe oder ſehr geringe Mengen von ihr aufweiſt. Doch kommen Ausnahmen von dieſer Regel vor (z. B. bei der ruſſiſchen Schwarzerde). Ganz frei von Humus⸗
ſubſtanz iſt der Untergrund ſchon deshalb gewöhnlich nicht, weil
ein Teil der in den Untergrund hinabwachſenden Pflanzenwurzeln daſelbſt verweſt, und weil die im Boden lebenden Tiere Röhren in den Untergrund bohren und ihre Exkremente ꝛc. in ihnen abſetzen.
Immerhin beſteht der Boden ſowohl im Obergrund wie im Untergrund in der Mehrzahl der Fälle überwiegend aus Mineral⸗ ſubſtanz, indem die Humusſubſtanz ganz zurücktritt oder doch nur einige Prozent von dem Gewicht des Bodens ausmacht. Nur bei gewiſſen Böden herrſcht die Humusſubſtanz dem Gewichte oder wenigſtens dem Raume nach ſowohl im Ober⸗ wie im Untergrunde vor. Danach können wir die in der Natur vorkommenden Böden in drei Abteilungen bringen: 1. Mineralböden(z. B. reiner Sand). 2. Humushaltige und humoſe Mineralböden(z. B. humoſer Lehm). 3. Humusböden(z. B. Torf). Wie überall in der Natur, ſo finden wir auch zwiſchen dieſen drei Abteilungen alle möglichen Zwiſchenſtufen und Übergänge.
Der Humus iſt eine verwickelt zuſammengeſetzte Maſſe und eine ſehr leicht zerſtörbare Subſtanz. Er verbrennt im Feuer, zer⸗ ſetzt ſich aber auch bei genügendem Luft⸗ und Waſſerzutritt, unter Mitwirkung kleiner Lebeweſen, in Kohlenſäure, Waſſer und Ammo⸗ niak, um ſchließlich bei vollſtändiger Zerſetzung nichts zurückzulaſſen, als die mollig-feinerdigen, aus den vermoderten Pflanzen⸗ und Tier⸗ leichen herſtammenden Aſchenbeſtandteile, die ihrerſeits ebenfalls fort und fort verſchwinden, indem ſie von den lebenden Pflanzen auf⸗ gezehrt werden. Da der Humus aber auf dem pflanzentragenden Boden immer von neuem entſteht, ſo iſt jederzeit, namentlich un


