14 Begriff und Weſen des Bodens.
Bodenmaſſe gelangen, zuweilen auch durch Kryſtalliſation in der Maſſe des bereits abgelagerten Bodens neu entſtehen, wie z. B. die Gipskryſtalle im Tertiärthon. Auch die Kalkknollen(Lößkindel) im ſonſt ſteinfreien Lößboden, und die Knollen oder Bänke von Raſen⸗ eiſenſtein im ſteinfreien Sandboden entſtehen nachträglich in der fertig gebildeten Bodenmaſſe.
Bei dem feinen Mollgeſtein, das in der Regel ein Ge⸗ menge von verſchiedenartigen Subſtanzen darſtellt, iſt die Unter⸗ ſuchung nicht ſo leicht zu bewerkſtelligen, wie bei dem groben Dur⸗ geſtein. Es iſt bis jetzt nicht gelungen, das Mollgeſtein auf mechaniſchem Wege ſo zu zerlegen, daß man die einzelnen Gemeng⸗ teile getrennt nebeneinander hat. Dagegen kann man mit einer mehr oder weniger weit ausgedehnten chemiſchen und mikroſkopiſchen Unter⸗ ſuchung dahinter kommen, daß das Mollgeſtein aus Thonpartikeln, Kalk⸗ oder Kreideſtaub, Kieſelmehl und Humusteilchen beſteht. Bald ſind alle dieſe Gemengteile vertreten, bald fehlt der eine oder andere von ihnen. Mit Hülfe der chemiſchen Analyſe kann man auch die näheren Beſtandteile des Mollgeſteins ermitteln, von denen Kieſelſäure, Thonerde, Kalkerde, Magneſia, Kali, Natron, Eiſen⸗ und Manganoxyd, Phosphorſäure, Schwefelſäure, Chlor und Fluor die häufigſten und inſofern auch die wichtigſten ſind, als ſie den Pflanzen die mineraliſchen Nährſtoffe(Aſchenbeſtandteile) liefern, oder doch indirekt an der Ernährung der Pflanzen beteiligt ſind. Indirekt wirkt namentlich die Thonerde, die nicht als Nährſtoff in die Pflanzen übergeht, aber trotzdem in hervorragendem Maße zur Fruchtbarkeit des Bodens beiträgt, und zwar in Form von Thon. Der Thon— eine chemiſche Verbindung von waſſer⸗ haltiger kieſelſaurer Thonerde mit Beimengungen von überſchüſſiger Kieſelſäure, Eiſen⸗ und Manganoxyd, Kalk und Magneſia— iſt der weſentliche und charakteriſtiſche Beſtandteil der Thonböden. Auch in den Lehmböden, Mergelböden und lehmigen Sandböden bildet der Thon einen weſentlichen Beſtandteil.
Eine beſondere Berückſichtigung verdient die Humusſubſtanz des Bodens. Streng genommen iſt ſie in den Mollbeſtandteilen des Bodens enthalten. Wir können aber der Einfachheit und Kürze wegen auch die Reſte von Pflanzen und Tieren(z. B. die noch nicht völlig verweſten Leichen der Regenwürmer und Inſekten, der


