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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / Anton Nowacki
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Woraus beſteht der Boden? 13

Felſen, die in den Boden hinaufragen, gehören nach S. 6 nicht zum Boden, ſondern zum Gebirgsmaſſiv.)

Will man das ſämtliche grobe Material mit einem einzigen Ausdruck zuſammenfaſſen, ſo kann man ſich des Wortes Durgeſtein bedienen. Dies Wort iſt als Gegenſatz von Mollgeſtein allgemein verſtändlich und allgemein richtig, weil auch die groben und feinen Sande trotz ihrer Kleinkörnigkeit wegen ihres rauhen oder ſcharfen Anfühlens im eigentlichen Sinne des Wortes nichts anderes ſind als Durgeſtein. Für Durgeſtein kann man auch ſagen: Durboden, Dur⸗ beſtandteile oder Durſubſtanz des Bodens, oder kurzweg Dur. An⸗ ſtatt:Der Boden beſteht aus grobem und feinem Material kann es kurz heißen:Der Boden beſteht aus Dur und Moll. Mir ſcheint das nicht bloß kurz, ſondern auch ſprachlich und ſachlich richtig und verſtändlich zu ſein.

Dagegen iſt der Ausdruck Skelett, Bodenſkelett, den einige wollen, nicht bloß überflüſſig, ſondern auch ſachlich unrichtig. Man ver⸗ deutſche nur das Wort Skelett in Knochengerüſt, um ſich ſofort zu überzeugen, daß das gröbere Geſtein im Boden durchaus nichts Derartiges bildet. Nicht die Steine tragen oder ſtützen den Boden, ſondern Steine und Erde bilden zuſammen den Boden, und Steine und Erde werden zuſammen getragen und geſtützt von dem Fels; die felſenfeſte Erdrinde iſt die Unterlage oder, wenn man will, das Gerüſt, auf dem der Boden ruht.

Wir ſagen alſo, der Boden beſteht entweder 1. aus Moll⸗ geſtein(z. B. Thon), oder 2. aus Durgeſtein(z. B. Kies), oder 3. aus Moll⸗ und Durgeſtein(z. B. grandiger Lehm).

Das grobe Durgeſtein läßt ſich, wenn wir es mit dem Hammer zerſchlagen, um den friſchen Bruch zu ſehen, mineralogiſch meiſt ohne Schwierigkeit näher beſtimmen als Trümmer, Körner oder Splitter von Quarzfels, Granit, Porphyr, Gneis, Glimmerſchiefer, Grünſtein, Baſalt, Thonſchiefer, Grauwackenſchiefer, Kalk ꝛc. Damit ge⸗ winnen wir zugleich einen Einblick in die ſtoffliche Zuſammenſetzung der Felstrümmer oderSteine des Bodens, weil die chemiſchen Be⸗ ſtandteile der verbreiteten Geſteins⸗ oder Gebirgsarten bekannt ſind. Dasſelbe gilt für die einzelnen Mineralien und Kryſtalle: Quarz, Feldſpath, Glimmer, Augit, Hornblende, Gips, Kalk, Talk, ꝛc., die bei dem Zerfall der Felſen mehr oder weniger unverändert in die