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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / Anton Nowacki
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12 Begriff und Weſen des Bodens.

Laboratorium ausgeführt. Zur Ermittlung der Hauptbeſtandteile genügt meiſt ſchon ein aufmerkſames Anſehen und Anfühlen unter Mitbenutzung einer Lupe und einiger anderer Hülfsmittel, von denen ſpäter die Rede ſein wird. Für eine weitergehende, genauere Unter⸗ ſuchung iſt die Zerlegung zweckmäßig ausgewählter Proben durch die mechaniſche und chemiſche Analyſe unter Mitbenutzung des Mikro⸗ ſkopes erforderlich.

Es hat keine Schwierigkeit feſtzuſtellen, ob die körperliche Maſſe des Bodens, wie ſie in der Natur anſteht, 1. durchweg oder größten⸗ teils aus feinem, oder ob ſie 2. durchweg oder größtenteils aus grobem Material beſteht, oder ob ſie 3. ein Gemenge von feinem und grobem Material darſtellt.

Das feine Material nennt man im gewöhnlichen Leben Erde, und dieſer Ausdruck iſt ſo übel nicht. Andere, erklärende Ausdrücke für dieſelbe Sache ſind: Feinerde, Feinboden, Reinerde, ſtaubförmige und abſchlämmbare Teile. Weniger paſſend, weil nicht allgemein richtig, iſt der Ausdruck Thonteile. Am meiſten hat von jenen Aus⸗ drücken noch das Wort Feinerde für ſich.

Da aber auch dieſes Wort in verſchiedenem Sinne gebraucht wird, ſo ſchlage ich zur Bezeichnung des feinen Materials ein neues Wort vor, nämlich das Wort: Mollgeſte in. Für Mollgeſtein kann man auch ſagen: Mollboden, Mollbeſtandteile oder Moll⸗ ſubſtanz des Bodens, oder kurzweg Moll. Wenn man berückſichtigt, daß ſich das feine Material durch das weiche oder ſanfte An⸗ fühlen auszeichnet, ſo wird man dieſe neuen Ausdrücke zutreffend finden. Auf den Einwand, daß das WortMollgeſtein einen Widerſpruch in ſich ſelbſt enthalte, entgegne ich, daß es in der Geo⸗ logie und Bodenkunde allgemein üblich iſt, Thon,. Torf, Moor und den Boden überhaupt alsGeſtein zu betrachten und zu bezeichnen.

Das grobe Material bezeichnet man, je nach der Größe der einzelnen Körner oder Körper, als Sand, Grand, Kies, Grus und Stein. Daneben ſind die Ausdrücke Schotter, Gerölle und Geſchiebe im Gebrauch. Ganz großeFindlinge oder Felsſtücke nennt man Blöcke, ſie haben zuweilen einen Längen- und Querdurchmeſſer von 13 m, aber ſie ſind niemals feſtgewachſen, ſondern in die erdige Maſſe des Bodens loſe eingebettet, ſo daß ſie herausfallen, wenn man den Boden ſenkrecht abgräbt.(Die Spitzen der feſtgewachſenen