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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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Ordnung der Saugwürmer. 217

Pflanzen giebt, die ſpäter aufs Trockene gelangen, und mit welchen dann Cercarien aufgenommen werden. Es ſcheint, daß hauptſächlich beſtimmte Pflanzenarten zur Anheftung der Cercarien dienen; daher das lokale Vorkommen der Krankheit an gewiſſen Stellen. Auch iſt die Krankheit natürlich an das Vorkommen des Lymnaeus minutus (Fig. 187 i) gebunden.

Gewöhnlich zeigt ſich die Leberegelkrankheit der Schafe erſt 12 Monate nach der Infektion. Wenn das Schaf nicht ſtirbt, ſo bleiben die Schmarotzer oft bis zum nächſten Frühling in der Leber. Dieſes Organ kann bei einem Schafe 200 250 Stück enthalten. Sie be⸗ wohnen die verſchiedenen Gallengänge. Durch den von ihnen aus⸗ geübten Reiz wird zunächſt mehr als die normale Quantität Blut der Leber zugeführt, infolgedeſſen Entzündungen und innere Blutungen entſtehen können. Gallenſteine werden in den verdickten Wänden der Gallenwände abgelagert. Die Ausfuhr der Galle wird beſchwerlich oder unmöglich gemacht. Später entziehen die Schmarotzer der Leber ſo viel Blut, daß die Leber ſehr ungenügend ernährt wird, ſo daß ſich keine Galle mehr bildet und die Leberſubſtanz zuſammenſchrumpft. Infolge der dadurch verurſachten unvollkommenen Verdauung wird der ganze Körper des Schafes ſehr ungenügend ernährt. Demzufolge ſind die kranken Schafe träge und abgemattet; ſie freſſen wenig, trinken viel; leiden an Bleichſucht; die Wolle wird trocken, hält nicht zuſammen; die Schafe magern zuletzt ab; auch treten Waſſerſucht und Durchfall ein. Oftmals zeigt ſich Gelbſucht. Wenn ein Schaf von einer ziemlich großen Anzahl Egel bewohnt wird, tritt wohl immer zuletzt der Tod ein.

Das beſte Vorbeugungsmittel iſt ein tüchtiger, umſichtiger Schäfer(Spinola), der die Schafe nicht an ſolchen Stellen weiden läßt, an denen ſie nach früherer Erfahrung in feuchten Sommern gewöhnlich die Leberegelſeuche bekommen. Weiter töte man die von der Krankheit in ſtarkem Grade befallenen Schafe ſobald wie möglich, damit die in ihnen enthaltenen Egel nicht zur Eiablage gelangen. Man reiche den kranken Schafen kräftiges Futter(Wieſen⸗, Klee⸗, Lupinenheu, Hafer, dazu Kochſalz), damit die jungen und von wenigen Egeln bewohnten Tiere bald ihre Kräfte zurückbekommen; die ſchwer⸗ kranken Schafe aber ſterben bei ſehr kräftiger Nahrung ſchneller.

Auch bei Rindern kommt in vielen Gegenden die Egelſeuche vielfach vor; bei andern Tieren weniger, obgleich der große Leberegel 38 in vielen anderen Tieren(z. B. Schweinen, Pferden, Kaninchen) eben kann.

Der lanzettförmige oder kleine Leberegel(Distoma lanceolatum).

9 mm lang, 2 ½ mm breit, dünn lanzettförmig. Lebt auch in der Schafsleber. Entwickelung unbekannt.