10 Überſicht über den Körperbau und die Lebenserſcheinungen der Tiere.
(Nahrungs-⸗) Stoffe aus den Speiſen und Getränken aus und wandelt ſie in eine geeignete Form um. Dieſe Einwirkung kann aber um ſo beſſer geſchehen, in je kleinere Stücke die Speiſen zerteilt ſind. Für die Zerkleinerung der Speiſen dienen den Säugetieren die Zähne, den Vögeln und mehreren wirbelloſen Tieren beſondere, an der Innenſeite mit harten Leiſten verſehene Magen- oder Darmabteilungen.
Solange die brauchbaren Nahrungsſtoffe, ſei es ſelbſt in voll— kommen geeigneter Form, im Darmkanale verbleiben, können ſie dem Körper nicht nützen; denn die Abnutzung der Körperſubſtanzen findet in allen Teilen desſelben ſtatt; es iſt deshalb unumgänglich notwendig, daß die Nahrungsſtoffe nach der Verdauung in ein Organſyſtem ge⸗ bracht werden, welches ſie allen Teilen des Körpers zuführt. Dieſes Organſyſtem iſt das Cirkulations⸗ oder Blutumlaufſyſtem. Es ge⸗ langen die Nahrungsſtoffe aus dem Darme entweder direkt oder indirekt in dasſelbe; in letzterem Falle werden ſie ihm durch das Milchgefäß⸗ (Chylusgefäß⸗) Syſtem zugeführt.
Das Blut iſt die Flüſſigkeit, in welche die Nahrungsſtoffe auf⸗ genommen werden. Es beſteht aus einer faſt farbloſen Flüſſigkeit, ſo⸗ wie aus einer unzählbaren Anzahl äußerſt kleiner Blutkörperchen.
Das Blut durchfließt den Kör⸗ per durch ein Syſtem von Röhren oder Gefäßen, die ſich wiederholt veräſteln und zuletzt in den mikro⸗ ſkopiſchen Haargefäßen ſich auf⸗ löſen. Mit alleiniger Ausnahme der
Fig. 7. Schema des Kreislaufs. Oberhaut und der Oberhautbildungen (Haaren, Federn, Schuppen u. ſ. w.) finden ſich dieſe Haargefäße überall im Körper. Sie haben äußerſt dünne Wände, welche dem Durchtritte der im Blute enthaltenen Nahrungsſtoffe kein Hindernis darbieten, ſo daß dieſe in die zwiſchen den Haargefäßen befindlichen Körperteile aufgenommen werden.— Das Centralorgan der Blutbewegung iſt das Herz, ein größerer, von dicken Muskelwänden umſchloſſener Teil des Blutumlauforganſyſtems. Durch Zuſammenziehung der Muskelwände wird das Blut aus dem Herzen (Fig. 7, H) ausgetrieben; es iſt der Austritt des Blutes bloß an einer Seite des Herzens(a) möglich, weil an der anderen Seite(b) ſich eine
Klappe findet, welche beim Zuſammenziehen des Herzens ſich ſchließt.
Das Gefäß, in dem das aus dem Herzen austretende Blut aufgenommen wird, nennt man die Schlagader(8A). Dieſe teilt ſich in mehrere Aſte, die auch wieder Schlagadern heißen, bis ſich die feinſten Schlag⸗
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