überſicht über den Körperbau und die Lebenserſcheinungen der Tiere. 11
adern in dünnwandige Haargefäße teilen, welche ſich nachher wieder in Adern vereinigen, die ſtets in größere Adern zuſammenkommen, bis ſchließlich eine oder mehrere(A) in das Herz ausmünden.
Weil das Blut auf ſeinem Umlaufe durch den Körper den ver⸗ ſchiedenen Teilen desſelben einen Teil ſeiner Nahrungsſtoffe abgiebt, ſo würde es auf die Dauer für die Ernährung der Körperteile un⸗ brauchbar werden, wenn es nicht aus dem Darme neue Nahrungsſtoffe direkt oder indirekt(durch die Milchſaftgefäße) aufnähme. Aber deſſen⸗ ungeachtet würde das Blut noch in anderer Weiſe, und ſogar ſehr bald, auf die Dauer unbrauchbar werden, wenn es nicht die Lungen, Nieren und Schweißdrüſen durchſtrömte. Es iſt wohl jedem bekannt, daß ein Menſch oder Tier ohne Luft, oder eigentlich ohne eine be⸗ ſtimmte in derſelben enthaltene Gasart, den Sauerſtoff, nicht leben kann. Dieſer Sauerſtoff muß bis in die kleinſten Körperteile eindringen können, und das Blut, in deſſen Blutkörperchen derſelbe enthalten iſt, führt ihn überall hin. In den kleinſten Körperteilen aber findet eine Oxydation(Verbrennung) von Körperſubſtanzen ſtatt, wodurch nicht nur Wärmeentwickelung auftritt, ſondern der Körper auch zur Arbeits⸗ verrichtung fähig wird. Der menſchliche und tieriſche Körper ähnelt in dieſer Hinſicht einer Dampfmaſchine, die auch keine Arbeit leiſten kann, wenn keine Steinkohlen in derſelben verbrannt werden.— Wenn nun aber das Blut aus den Haargefäßen in die Adern zurückkehrt, ſo enthält es zu wenig Sauerſtoff. Hingegen hat es aus den kleinſten Körperteilen mehrere Subſtanzen aufgenommen, welche in dieſen Körper⸗ teilen entſtanden ſind und dem Tiere ſchädlich werden würden, wenn ſie nicht aus dem Körper entfernt würden. Indem nun das Blut die Lungen durchſtrömt, ſcheidet es die ſchädlichen Gaſe aus; indem es die Nieren und die Schweißdrüſen durchſtrömt, ſondert es die ſchädlichen Flüſſigkeiten und feſten Subſtanzen ab. In den Lungen aber nimmt das Blut zugleich neuen Sauerſtoff auf; und indem in dieſer Weiſe die Lungenluft ſauerſtoffarm wird, ſorgen die Atmungsbewegungen für neue Sauerſtoffzufuhr in die Lungen.— Allein nur die höheren Wirbeltiere atmen durch Lungen; Fiſche und mehrere im Waſſer lebende wirbelloſe Tiere atmen durch Kiemen, Inſekten durch Luftröhren.—
Die Fig. 7 giebt ſelbſtverſtändlich bloß ein Schema des Blut⸗ kreislaufs, denn die verſchiedenen Schlagaderäſte verbreiten ſich in alle Teile des Körpers und bilden daſelbſt Haargefäße, während in der betreffenden Figur bloß ein einziges Netz von Haargefäßen gezeichnet iſt.
In Fig. 8 ſind die Ernährungsorgane des Hundes in ihrem gegenſeitigen Zuſammenhange abgebildet.(Man vergleiche die bei⸗ gegebene Erklärung.) In die Mundhöhle münden mehrere Speichel⸗ drüſen(O8pd, ZSpd), die ſchon während der Zerkleinerung der Speiſen eine Verdauung veranlaſſen. Die Speiſen werden aus der Mundhöhle durch den Schlund(Schl) in den Magen(M) gebracht, wo ſie längere Zeit bleiben und ſich unter Zufügung eines neuen Verdauungsſaftes (des Magenſaftes) in einen Brei umwandeln. Sodann gelangen ſie


