wünſchen kann. Das praktiſche Reſultat jener Unterſuchungen, zunächſt bei Weizen gewonnen, aber auch für Gerſte geltend, faßte ich in folgende Sätze zuſammen:
„Iſt es daher dem Landwirt darum zu thun, Körner von mehliger Beſchaffenheit zu produzieren, ſo bleibt ihm, da er die Witterungs⸗ verhältniſſe meiſtens gar nicht, die Bodenverhältniſſe oft auch nur in beſchränktem Maße umzugeſtalten im ſtande iſt, in der Mehrzahl der Fälle nichts weiter übrig, als
1) eine„ſtarke, namentlich ſtickſtoffreiche Düngung“, welche (bei Gegenwart der anorganiſchen Nährſtoffe) unzweifelhaft auf eine reichere Erzeugung der Proteinkörper in der Pflanze hinwirkt, direkt zu Weizen(oder Gerſte) zu vermeiden, und
2) ſolche Varietäten zu wählen, welche erfahrungsgemäß mehr zur Bildung mehliger Körner hinneigen.
Wer andererſeits glaſige Körner zu ernten wünſcht, der wird zur Erreichung ſeines Zweckes den entgegengeſetzten Weg einſchlagen müſſen.“
Es verdient hinzugefügt zu werden, daß nach dem Bericht von Märcker vom Jahre 1885 auch 5 Gerſtenproben zur Beurteilung und zur Unterſuchung kamen, welche ohne jede Stickſtoffdüngung, aber mit einer ſtarken Phosphorſäuredüngung angebaut waren. Dieſe Proben zeichneten ſich allerdings größtenteils durch eine hochfeine Beſchaffenheit aus. Es wurde ihnen ſeitens der Preisrichter das Prädikat Ia, Ib, Ie, Id und II zuerkannt, während V die niedrigſte Nummer der Klaſſifikation war. Der Proteingehalt bei dieſen fünf Proben ſchwankte zwiſchen 7,7 und 8,8%, war alſo ſehr niedrig; die Mehligkeit ſchwankte zwiſchen 82 und 88%, war alſo ſehr hoch.
Hiernach iſt für die Produktion von Braugerſte eine ſtarke Phosphorſäuredüngung anzuraten.
Bei den Verſuchen in der Provinz Sachſen wurde auch die Wirkung der Kaliſalze geprüft. Das Reſultat war, daß man durch die Kali⸗ düngung eine proteinreichere, aber weniger wertvolle Braugerſte erhält. Dagegen hat ſich bei den Verſuchen in leichtem Boden herausgeſtellt, daß die Kaliſalze die Quantität des Ertrages in außerordentlich günſtiger Weiſe beeinfluſſen.
Hierfkach iſt die Kalidüngung auf leichtem Boden voll— ſtändig rationell, auf beſſerem Gerſtenboden dagegen von Nachteil.
Ansſaatqunantum. Nach dem Bericht über die Wirkſamkeit der agrikulturchemiſchen Verſuchsſtation des landwirtſchaftlichen Zentral⸗ Vereins der Provinz Sachſen im Jahre 1884 wurden dort auch eine große Anzahl Verſuche mit Dick- und Dünnſaat und weiter und enger


