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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Seite
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Der Emmer, Triticum amyleum.

Der Emmer wird mit Vorteil nur als Sommerung angebaut. Es gibt bei dieſer Art überhaupt keine winterfeſte Varietät oder Sorte. Bemerkenswert iſt ſeine Widerſtandsfähigkeit gegen das Lagern. Durch dieſe und ſeine ſonſtigen Eigenſchaften empfiehlt er ſich beſonders für das rauhe und feuchte Gebirgsklima; doch wird ſein Anbau wohl auf das Gebiet des Spelzes beſchränkt bleiben, wo die Mühlen mit einem Gerb⸗ gang verſehen ſind.

Die beſten Sorten ſind der weißährige und der rotährige Emmer, beide mit kahlen, d. h. nicht ſamtartig behaarten Spelzen, beide aber begrannt, wie überhaupt alle Emmerſorten.

Im Anbau und auch im Ertrag kommt der Emmer mit dem Spelz ziemlich überein, nur das iſt verſchieden, daß die Ausſaat im Frühjahr geſchieht.

Das Einkorn, Triticum monococcum.

Das Einkorn wird mit Vorteil nur als Winterung angebaut. Sein Vorzug oder ſein Wert beruht auf der Anſpruchsloſigkeit an den Boden und auf der Widerſtandsfähigkeit gegen das Klima. Es iſt eine Gebirgspflanze. Das Ausſaatquantum beträgt bei breitwürfiger Saat 3 4 hl pro ha.

Der Noggen, Secale cereale.

Für die wilde Stammform des Roggens erklären einige Botaniker) Secale montanum, welches in Marokko, Südſpanien, am Ätna, in Dalmatien, Serbien, Griechenland, Kleinaſien, Armenien, am Kaukaſus, in Kurdiſtan und in Zentralaſien gefunden worden iſt. In Schugnan und Taſchkent ſind an paſſenden Stellen die Wieſen ſo dicht damit beſtanden, als ob es geſäet wäre, es wird dort als Viehfutter benutzt.

Secale montanum unterſcheidet ſich von Secale cerealeim weſent⸗ lichen nur durch die Zerbrechlichkeit der Spindel, durch die kleinen ein⸗ geſchloſſenen Früchte und durch die lange Lebensdauer, indem es viele Jahre hintereinander fruchtet.

Das iſt für mich geräde genug, um unſeren Roggen artlich von jenem wildwachſenden Graſe zu trennen. Ich gebe die Verwandtſchaft beider Formen ohne weiteres zu, aber wenn ich behaupte, daß der

*) Vergl. Körnicke u. Werner a. a. O. I, S. 124.

Getreidebau. 18