Bei dieſen großen Vorteilen ſteht zu erwarten, daß die Mähe⸗ maſchinen, wie in Amerika und England, ſo auch bei uns die Sichel und die Senſe immer mehr verdrängen werden. Doch hat ihre An⸗ wendung zur Vorausſetzung, daß das Land eben und frei von Steinen iſt. Schmale Beete ſind mißlich, weil die vielen Furchen den Gang der Maſchine erſchweren. Somit kommen wir auch hier wieder, inſofern die ſchmalen Beete einzig und allein auf naſſem Lande nötig ſind, auf den Satz zurück: Die Drainage iſt die Grundlage des ratio— nellen Ackerbaus.
Sind die Bedingungen für die Einführung der Mähemaſchine ge⸗ geben, ſo handet es ſich noch darum, ob man eine Maſchine mit Hand⸗ ablage oder mit Selbſtablage wählen ſoll.
1. Die Maſchinen mit Handablage haben den großen Vorzug, daß ſie billig, einfach und dauerhaft ſind.
Sie erfordern zur Beſpannung 1 Pferd und zur Bedienung 2 Mann. Der eine führt das Pferd vom Sattel oder am Kopf. Der andere ſitzt auf der Maſchine und beſorgt das Ablegen, indem er die Lattenplattform, auf malcher. ſich das abgeſchnittene Getreide ſammelt, durch einen Tritt auf einen Hebel nach hinten umkippt und die Garbe mit dem Hand⸗ rechen abzieht. Der Ableger hat allerdings vollauf zu thun, aber ſeine Arbeit iſt doch bei weitem nicht ſo anſtrengend, wie z. B. das Handmähen. Überdies kann er ſich ausruhen, während die Maſchine leer zurückgeht.
Es wird nämlich mit den Maſchinen mit Handablage für gewöhn⸗ lich nicht rund herum, ſondern immer nur an einer Seite des Feldes gemäht. Dies iſt eher ein Vorteil, als ein Nachteil. Denn da das Getreide doch in den ſeltenſten Fällen ganz aufrecht ſteht, ſo iſt es ohne⸗ hin geboten, an einer Seite zu ſchneiden und leer zurückzugehen, ähnlich wie beim Handmähen, nur mit dem Unterſchied, daß man beim Maſchinen⸗ ſchnitt an derjenigen Seite anfängt, nach welcher das Getreide geneigt iſt. In Schottland, wo die Handablage⸗Maſchinen in allgemeinem Gebrauche ſind, verwendet man häufig zwei zuſammen in der Weiſe, daß immer die eine ſchneidet, während die andere leer zurückkommt. M. Fesca, welcher ſich das Schneiden mit der Buck⸗eye⸗Maſchine auf den ſchottiſchen Farmen wiederholt genau angeſehen hat, ſagt in ſeinem Bericht,„daß die Arbeit allerdings eine ausgezeichnete iſt: die Garben fallen in der Größe ſehr gleichmäßig aus, das Stroh iſt weniger verwirrt, und die Stoppel eine kurze, äußerſt gleichmäßige“.
Der einz zige Mangel, den man den Handablage⸗Maſchinen vorwerfen kann, iſt der, daß man für jede Maſchine ſtets eine genügende Arbeiter⸗ zahl disponibel haben muß, um das geſchnittene Getreide gleich zu binden


