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der bisherigen Kulturflora nicht bedingen, wie Anbau von kohlartigen Fangpflanzen, Beſeitigung der Rübenputze, Zerſtörung der Unkräuter ꝛc. das Übel zwar mildern, vielleicht auch erträglich machen, aber nicht voll⸗ ſtändig heilen können. Wenn es übrigens wahr iſt, daß die reine Brache gegen das Roggenälchen hilft, ſo hilft ſie wahrſcheinlich auch gegen das Rübenälchen, und am Ende iſt die alte Sage doch nicht ohne Grund, nach welcher Jaſon mit Demeter auf dreimal geackertem Brach⸗ feld den Reichtum erzeugt.
Die Ernte. 1. Der Heitpunkt der Ernte.
Auf einem Felde ſtehen viele tauſend Ähren, und jede Ähre trägt ihre zwanzig, dreißig, auch wol hundert Körner. Alle dieſe Körner machen im weſentlichen denſelben Entwicklungsgang durch, doch kommt die Entwicklung nicht bei allen gleichzeitig zum Abſchluß. Die Körner in den großen Ähren reifen früher, in den mittleren ſpäter, in den kleinen noch ſpäter. Ja, ſelbſt in einer und derſelben Ähre reifen die Körner nicht zu gleicher Zeit, vielmehr erhärten im allgemeinen die kleinen Körner einer Ähre früher, als die großen; nur bei den am Grunde der Ähre ſitzenden kleinen Körnern iſt dies nicht der Fall, weil ſie den höher ſtehenden den letzten Reſt des aus dem Halme aufſteigenden Waſſers wegnehmen.
Wie ſollen wir nun den Zeitpunkt der Ernte beſtimmen? Sollen wir warten, bis ſämtliche Körner des Feldes erhärtet ſind, oder ſollen wir mit dem Schneiden ſchon vorher beginnen?
Auf Grund der im zweiten Abſchnitt mitgeteilten Unterſuchungen beantworten wir dieſe Frage, wie folgt:
Der Moment, in welchem die Körner der kräftigeren Ähren in die Gelbreife treten, bezeichnet den weikmäßigſten eitparuh zur Ernte, und zwar ebenſowol für das zur Saat, wie jir das zu anderen Zwecken beſtimmte Getreide.
Die praktiſche Probe zur Ermittelung dieſes Zeitpunkts iſt die: Wir ergreifen, ohne viel zu ſuchen, eine kräftige Ähre, biegen ſie in der Mitte zuſammen nnd löſen das dickſte Korn, das uns in's Auge fällt. Darauf ſchneiden wir das Probekorn mit dem Federmeſſer quer durch und betrachten uns die Schnittfläche genau. Iſt unter der Schale und auch im Innern in der Nähe der Längsfurche von dem grünen Blattfarbſtoff(Chlorophyll) keine Spur mehr zu ſehen, ſo iſt das Korn gelbreif. Dieſelbe Probe wiederholen wir noch an zwei oder drei anderen Stellen des Feldes. Finden wir überall


