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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Seite
225
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. Raps. Weißer Weizen(radenkrank).

.Rüben.

4. Brauner Weizen(geſunder Samen).

III. 1. Raps. 2. Weißer Weizen(radenkrank). 3. Rübſen. 4. Brauner Weizen(geſunder Samen).

Auf allen drei Feldern ad 4 waren kranke Weizenähren zu finden. Hiernach darf man wohl zu der Annahme berechtigt ſein, daß ſich die Anguillulen in folge der früheren Ausſaat des Weizens ad 2 dem Boden mitgeteilt hatten, und daß dieſer jetzt ſo zu ſagen krank war.

Demnach kann die Radenkrankheit im gewöhnlichen wirtſchaftlichen Betriebe auf folgenden Wegen zur Ausbreitung gelangen:

1. durch das Saatgut;

2. durch Zurückbleiben radenkranker Ähren auf dem Felde;

3. durch radenhaltigen Dünger.

Hieraus ſind nun auch die Gegenmittel gegen die Krankheit her⸗ zuleiten.

ad 1. Tötung der in dem Saatgut enthaltenen Anguillulen. Dies kann geſchehen durch 24ſtündiges Einweichen des radigen Samens in verdünnter Schwefelſäure(1 T. Schwefelſäure auf 150 T. Waſſer). Oder durch 12— 14 ſtündiges Einweichen in einer Löſung von Kupfer⸗ vitriol(1 kg Kupfervitriol auf 5001 Waſſer), was gleichzeitig gegen den Steinbrand ſchützt. Wichtig iſt dabei beſonders fleißiges Umrühren und Abſchöpfen alles obenauf Schwimmenden.

ad 2. Vermeidung des Weizenbaues auf infizierten Feldern durch eine Reihe von Jahren.

ad 3. Fernhaltung der bei dem Reinigen und Sieben des raden⸗ kranken Weizens gewonnenen Abfälle von dem Dünger— am ſicherſten durchſorgfältiges Sammeln und Verbrennen derſelben. Wollte man die darin enthaltenen mageren Weizenkörner noch als Hühnerfutter benutzen, ſo mag man dieſe Abfälle vorher der Hitze des Backofens nach dem Brot⸗ backen ausſetzen. Eine Wärme von 70° tötet die Anguillulen, will ſagen, bei geringerer Wärme leben ſie fröhlich weiter.

12. Das Roggenälchen(Anguillula devastatrix).— Während das Weizenälchen, ſoviel wir bis jetzt wiſſen, ausſchließlich den Weizen be⸗ fällt, iſt das Roggenälchen bei den verſchiedenartigſten Pflanzen beobachtet Getreideban. 15