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kann, ohne mit der Spreite des älteren Blattes in Kolliſion zu geraten. Dieſer Zweck wird erreicht durch das Blatthäutchen, welches eine Verlängerung der glatten und ſchlüpfrigen Innenhaut der Blattſcheide über die Verſchluß- und Gelenkſtelle hinaus darſtellt. 4. Blüte und Blütenſtand.— Bei den Gräſern gibt es hauptſäch lich zwei Formen des Blütenſtandes: die Ähre und die Riſpe Beide Formen finden wir bei den wildwachſenden Gräſern ebenſo⸗ wohl wie bei den Getreidearten, ſo daß uns alſo auch hier wieder die Zuſammengehörigkeit von Gras und Getreide entgegentritt. Einige Ve ſi mögen dies näher erläutern. r Blütenſtand iſt eine Ähre: 5 unter den Getreidearten bei Weizen, Roggen, Gerſte ꝛc. b) unter den Wieſengräſern bei der Wieſengerſte, bei dem eng⸗ liſchen und italieniſchen Raygras ꝛc. c) unter den Unkräutern bei der Mäuſegerſte, dem Taumellolch, der Quecke ꝛc. Der Blütenſtand iſt dagegen eine Riſpe a) unter den Getreidearten bei Hafer, Hirſe, Reis ꝛc.
b) unter den Wieſengräſern bei dem Riſpengras, Knaulgras, franzöſiſchen Raygras ꝛc. c) unter den Unkräutern bei dem Flughafer, dem Windhalm, der
Roggentreſpe ꝛc.
Der Unterſchied zwiſchen den beiden erwähnten Formen des Blüten⸗ ſtandes beſteht darin, daß bei der Riſpe deutlich ſichtbare, längere und kürzere Seitenzwe ige von der Hauptachſe abgehen, während derartige Zweigs oder Äſte bei der Ä hre nicht vorhanden ſind.
Hierzu iſt jedoch zu bemerken, daß die Riſpenäſte bei gewiſſen Gräſern verkürzt ſind und der Hauptachſe d dicht anliegen, wodurch der Blütenſtand, äußer rlich und oberflächlich betrachtet, der Ähre ähnlich wird Wir erhalten dann eine ährenförmige, fuchsſchwanzähnliche Riſpe, wie ſie unter den Getreidearten namentlich bei dem Fennich oder der ſogenannten Kolbenhirſe, Setaria italica, unter den Wieſengräſern z. B. bei dem Wieſenfuchsſchwanz und dem Timotheegras, und unter den Unkräutern z. B. bei dem Ackerfuchsſchwanz und bei den wildwachſenden Fennichgräſern, Setaria viridis, S. verticillata ꝛc. vorkommt.
Bei einem einzigen Graſe, dem Mais, ſind zweierlei Formen des Blütenſtandes auf einem und demſelben Halme vereinigt. Halten wir uns an die äußere Erſcheinung des Blütenſtandes, wie ſie uns an dem Gipfel des Halmes entgegentritt, ſo können wir den Mais zu den Riſpengräſern rechnen. Es iſt das, von allem anderen abgeſehen, um ſo mehr erlaubt, als die herkömmliche Benennung und Einteilung der


