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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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198 Fünfter Abſchnitt. Geſundheitspflege, Krankheiten.

die ſchnellere Entleerung, worauf abwechſelndes Futter, namentlich weiche Stoffe, bald die gänzliche Herſtellung herbeiführen. In Fällen, in denen dieſe Behandlung erfolglos blieb, muß zu einer nicht ſehr ge⸗ fährlichen Operation geſchritten werden. Die Federn werden entfernt und nahe am oberen Ende des Kropfes wird ein genügend großer Einſchnitt gemacht, ohne ſtärkere Blutgefäße zu berlehee um mit Hilfe eines kleinen Kaffeelöffels den unverdaulichen Inhalt entfernen zu können. In dieſem Falle iſt es ratſam, auch die Eingangsöffnung, die zum Magen führt, zu unterſuchen, ob nicht ein unverdaulicher Gegenſtand, wie Knochenteile, Kerne ꝛc., dieſelbe verlegt hat, welches Hindernis natürlich entfernt werden muß. Die beiden Häute werden mittelſt Pferdehaar durch ein paar Stiche ſo zuſammengenäht, daß jede Haut für ſich bleibt. Das Zuſammenheften der beiden Häute, der inneren mit der äußeren, bringt den Tod des Tieres nach ſich; die Wunde wird mit Kollodium eingeſchmiert oder beſſer: antiſeptiſch behandelt und das Tier einige Tage hindurch mit ſchwach geweichtem Brote, gehacktem Grünen ec. gefüttert und das Trinkwaſſer während vierundzwanzig Stun⸗ den entzogen. Die Kennzeichen dieſer Krankheit ſind geſträubtes Ge⸗ fieder, Traurigkeit, beſonders Anſchwellen des Kropfes, ein ſauerer, übelriechender Geruch aus dem Schnabel, vergebliche Verſuche des Tieres, durch ſtarkes Schütteln des Kopfes ſich der unbequemen Laſt zu entledigen.

Bei vorwaltender Fütterung mit trockenem Mais ereignet es ſich manchmal, daß durch das Aufquellen der Körner die inneren Häute des Kropfes platzen und die Körner zwiſchen die innere und äußere Membrane hinaustreten und ſo einen hin und her ſchwankenden Sack bilden. Weniger gefährlich, als der Ernährung nachteilig, erſchwert dieſer Zuſtand die Operation ungemein, indem mit großer Sorgfalt jedes einzelne Korn zwiſchen der Netzhaut und der äußeren Haut heraus⸗ eſucht werden muß. Dieſelben Vorſichtsmaßregeln, die beim harten dropfe angewendet wurden, gelten auch hier beim Hängekropf; doch iſt es beſſer, wo nicht beſondere Gründe für die Erhaltung eines ſehr wertvollen Zuchttieres ſprechen, ſo einen Kranken durch raſches Schlachten von allen Schmerzen zu erlöſen.

Bei großer Hitze oder ſonſtiger Erregung kommt es vor, daß die Tiere durch übermäßigen Waſſergenuß ihren quälenden Durſt zu ſtillen ſuchen. So geſchieht es, daß der mit flüſſigem oder weichem Inhalte gefüllte Kropf ſich nicht weiter zuſammenziehen kann, da die inneren Häute ihre Spannkraft verloren haben, trotzdem die Füllung des Kropfes nur aus Gaſen beſteht. Kleingeſchnittene Zwiebeln, Knoblauch, ſtrengeres Faſten, leicht mit Salzſäure verſetztes Waſſer als Getränk, ein halber Theelöffel flüchtigen Salzes in der doppelten Menge Waſſers gegeben (Wright), helfen meiſtens, wenn beizeiten gegen das Übel ange⸗ kämpft wird. 3

Schlechtes, ungeeignetes Futter bewirkt oft verſchiedene Leiden, die ſich auf die Unverdaulichkeit des Futters zurückführen laſſen.