Druckschrift 
Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
Entstehung
Seite
182
Einzelbild herunterladen

182 Darſtellung der Löſungen der Reagentien.

miſcht mit der Auflöſung von 150 g Kalihydrat in 300 cem Waſſer, verdünnt auf 1 1, fügt noch eine kleine Menge(etwa 5 cem) der Queckſilberchloridlöſung hinzu, läßt den Niederſchlag ſich abſetzen und dekantiert. Die Löſung muß in gut verſchloſſenen Flaſchen aufbewahrt werden.

15. Zinkjodidſtärkelöſung.

Man zerreibt 4 g Stärkemehl in einem Porzellanmörſer mit wenig Waſſer und fügt die dadurch entſtandene milchige Flüſſigkeit unter Umrühren nach und nach zu einer im Sieden befindlichen Löſung von 20 g käuflichem, reinem Zinkchlorid in 100 cem deſtillierten Waſſers. Man ſetzt das Erhitzen unter Ergänzung des verdampfenden Waſſers fort, bis die Stärke möglichſt gelöſt und die Flüſſigkeit faſt klar geworden iſt. Alsdann verdünnt man mit deſtilliertem Waſſer, ſetzt 2 g käufliches, reines und trockenes Zinkjodid hinzu, füllt zum

Liter auf und filtriert. Die klare Flüſſigkeit wird in einer gut ver⸗

ſchloſſenen Flaſche aufbewahrt.

16. Silbernitratlöſung.

1 Teil reines, geſchmolzenes ſalpeterſaures Silber wird in 20 Teilen Waſſer gelöſt. Zur Darſtellung von ½0⸗Normalſilberchloridlöſung werden 16,955 g reinſtes, ſalpeterſaures Silber mit deſtilliertem Waſſer bis zu 11 aufgelöſt oder man löſt 10,766 g reines metalliſches Silber in Salpeterſäure, verdampft zur Trockene und löſt den Rück⸗ ſtand in 1 1 Waſſer. Die Silberlöſungen müſſen vor Licht geſchützt in braunen Flaſchen aufbewahrt werden.

17. ⁰10%⸗Normalchamäleon⸗ und 1Normaloxalſäurelöſung für die Beſtimmung der organiſchen Subſtanz in Waſſer. Man löſt 0,33(0,32 0,34) g kryſtalliſiertes Kaliumpermanganat in 1 1 deſtillierten Waſſers, ebenſo 0,63 g reine kryſtalliſierte Oxal⸗ ſäure in 1 1 deſtillierten Waſſers und ſtellt das Verhältnis dieſer Löſungen zu einander feſt. Man läßt aus der Bürette 10 ccm Oxalſäurelöſung in ein Becherglas fließen, verdünnt mit etwa 50 ccm Waſſer, ſetzt 5 ccm verdünnte Schwefelſäure(1 Volum konzentrierte Schwefelſäure und 3 Volumen Waſſer) zu, erwärmt auf ca. 60 C. und titriert mit der Chamäleonlöſung, bis eine ſchwach roſarote Färbung entſteht und ſich einige Minuten erhält. Bei richtiger Konzentration der Chamäleonlöſung entſprechen 10 ccm Chamäleon genau 10 com Oxalſäurelöſung, d. h. 10 cem der letzteren mit 6,3 mg Oxalſäure ſind gleich 3,16 mg Kaliumpermanganat= 0,8 mg disponiblem Sauer⸗ ſtoff, welche zur Umwandlung der 6,3 mg Oxalſäure in Kohlenſäure erforderlich ſind. Zur Titerſtellung verfährt man indes am zweckmäßigſten in der Weiſe, daß man 100 cem eines Waſſers(deſtilliertes oder auch Trink⸗ waſſer) mit 10 ccm der Chamäleonlöſung genau nach S. 162 in ſaurer und alkaliſcher Löſung kocht, 10 ccm Oxalſäurelöſung zuſetzt und