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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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183
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Darſtellung der Löſungen der Reagentien. 183

wenn ſich alles Manganoxyduloxyd gelöſt hat, mit Chamäleonlöſung bis zur bleibenden ſchwachen Roſafärbung zurücktitriert.

Zu dieſem von organiſchen Stoffen freien Waſſer ſetzt man event. unter Wiederanwärmen auf 50 60 C. 10 cem der Oxalſäure⸗ löſung zu und titriert mit Chamäleon bis zur bleibenden Roſafärbung. Iſt letztere Löſung genau ½1 normal, ſo gebraucht man jetzt 10 ccm derſelben. Werden zu 10 ccm /⁄100⸗ Normaloxalſäure ſtatt 10 ccm verbraucht 9,6 ccm oder 10,6 ccm Chamäleonlöſung, ſo muß man von der geſamten Anzahl Kubikcentimeter der bei einem Waſſer ver⸗ brauchten Chamäleonlöſung z. B. 10+ 4,7= 14,7 cem ſtatt 10 ab⸗ ziehen 9,6 bezw. 10,6 alſo 14,7 9,6= 5,1 oder im letzteren Falle 14,7 10,6= 4,1 cem, welche nach den Gleichungen:

9,6: 10= 5,1: X(= 5,3)

oder 10,6: 10= 4,1: X(= 3,9) umzurechnen ſind.

Letztere Zahlen werden dann mit den Werten von entweder: Kaliumpermanganat, oder Sauerſtoff oder organiſchen Stoffen(vergl. S. 163) multipliziert.

Differenzen von 0,1 0,2 cem zwiſchen den beiden Titerflüſſig⸗ keiten können unberückſichtigt bleiben.

Man geht von der Oxalſäure als Normallöſung aus, weil ſie am zuverläſſigſten iſt. Die 100⸗Oxalſäurelöſung zerſetzt ſich aber beſonders am Licht ſehr raſch. Man bewahrt ſie daher am zweck⸗ mäßigſten im Dunkeln auf und muß ſie thunlichſt oft erneuern, oder man kann derſelben zur beſſeren Haltbarkeit nach E. Fricke 1 g Borſäure für 1 1 zuſetzen.