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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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Darſtellung der Löſungen der Reagentien. 181

Flaſchen und im Dunkeln aufbewahrt. Den Gehalt der breiigen Maſſe an Kupferoxydhydrat beſtimmt man durch Eindunſten eines abge⸗ meſſenen Volumens und Glühen des Rückſtandes.

11. Fehlingſche Löſung(nach Sorhlet).

Chemiſch reines Kupfervitriol des Handels wird einmal aus verdünnter Salpeterſäure, 3 mal aus Waſſer umkryſtalliſiert und zwiſchen Fließpapier trocken gepreßt, dann 12 Stunden an der Luft liegen ge⸗ laſſen und hiervon 34,630 g zu 500 cem gelöſt.

Die Seignettelöſung bereitet man thunlichſt häufig friſch in der Weiſe, daß man 173 g weinſaures Natriumkalium in 400 cem Waſſer löſt und dazu 100 ccm Natronlauge hinzufügt, welche 516 g Natriumhydroxyd für 1 1 enthält.

Durch Vermiſchen gleicher Volumen Kupfer⸗ und Seignetteſalz⸗ löſung, welche getrennt aufbewahrt und erſt beim Gebrauch gemiſcht werden, erhält man die Fehlingſche Löſung.

12. Diaſtaſ elöſung.

2 kg friſches Grünmalz werden in einem Mörſer mit einer Miſchung von 1 1 Waſſer und 2 1 Glycerin übergoſſen und durch⸗ gemiſcht, dann 8 Tage ſtehen gelaſſen. Darauf wird die Flüſſigkeit möglichſt gut ausgepreßt und filtriert, das Filtrat mit dem 2 bis 2 ½⸗ fachen Volumen Alkohol gefällt, der Niederſchlag abfiltriert, mit Alkohol und Ather ausgewaſchen, über Schwefelſäure getrocknet und für den Gebrauch in glycerinhaltigem Waſſer gelöſt.

13. Magenſaftflüſſigkeit nach Stutzer.

Die innere abgelöſte Schleimhaut friſcher, mit kaltem Waſſer ab⸗ gewaſchener Schweinemägen wird mit einer Schere in kleine Stücke zerſchnitten und für jeden Schweinemagen mit 51 Waſſer und 100 ccm einer Salzſäure übergoſſen, welche in 100 ccm 10 g HCI enthält. Zur Konſervierung ſetzt man 23 g Salicylſäure hinzu, läßt unter bisweiligem Umſchütteln 12 Tage lang ſtehen und filtriert alsdann die Flüſſigkeit zuerſt durch ein Flanellſäckchen, alsdann durch Filtrier⸗ papier. In gut verſchloſſenen Flaſchen hält ſich die Flüſſigkeit monatelang wirkſam. Es empfiehlt ſich, die Schleimhaut mehrerer Mägen gleichzeitig auszuziehen, da es vorkommen kann, daß bei der Verarbeitung eines einzelnen Magens mit zufällig wenig Pepſin eine mangelhaft wirkende Verdauungsflüſſigkeit erhalten wird.

14. Neßlers Reagens.

50 g Kaliumjodid werden in etwa 50 cem heißen Waſſers ge⸗ löſt und mit einer konzentrierten Queckſilberchloridlöſung verſetzt, bis der dadurch gebildete rote Niederſchlag ſich nicht mehr löſt; hier⸗ zu ſind 20 25 g Queckſilberchlorid erforderlich. Man filtriert, ver⸗