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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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178
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178 Darſtellung der Löſungen der Reagentien.

Beſtimmung 43,5715 g, nach der zweiten 43,6625 g, im Mittel alſo 43,6170 g Schwefelſäure gefunden, ſo müßten nach der Gleichung: 40,0: 1000= 43,617: x; X= 1090,4,

je 1000. ccm der verwendeten Schwefelſäurelöſung durch Zuſatz von deſtilliertem Waſſer zu 1090,4 com verdünnt werden. Es geſchieht dies einfach, indem man einen Literkolben bis an die Marke mit der Säure, deren Temperatur auf 17,5° gebracht iſt, füllt, dieſelbe vor⸗ ſichtig in die größere, zum Aufbewahren beſtimmte trockene Flaſche gießt, dann den Kolben mit 90,4 ccm Waſſer, welche man mit einer Bürette oder Pipette abmißt, ausſpült und in die große Flaſche nach⸗ füllt. Man bringt dann nochmals etwa die Hälfte der Flüſſigkeit in den Kolben zurück, ſpült um, bringt wieder in die Flaſche, miſcht und bewahrt auf.

2. Normal⸗Alkali.

Für die Natronlauge iſt von Belang, daß ſie kohlenſäurefrei iſt. Man löſt für den Zweck 850 g oder auch die doppelte Menge(1700 g) Natriumhydroxyd, um einen größeren Vorrat zu haben, in 10 l deſtil⸗ liertem Waſſer und ſetzt ſo lange Kalkwaſſer zu, bis bei neuem Zuſatz keine Fällung oder Trübung mehr eintritt.

Viel beſſer als die Behandlung mit Kalkwaſſer zur Darſtellung einer kohlenſäurefreien Natronlauge iſt das von K. Müller⸗Hildes⸗ heim angewendete Verfahren, nämlich Zuſatz von Barytwaſſer im Üüberſchuß und nachher Zuſatz von Natriumſulfat, um den Überſchuß an Ätzbaryt wieder auszufällen. Die überſtehende Lauge darf mit

Schwefelſäure keinen Niederſchlag mehr geben. Dieſe Löſung wird

vor Kohlenſäurezutritt geſchützt aufbewahrt und hiervon aliquote Teile zur Darſtellung von Normallauge verwendet.

Mit Hilfe eines Aräometers oder einer Normalſäure bereitet man ſich aus dieſer konzentrierten, kohlenſäurefreien Lauge eine etwas über normal ſtarke Flüſſigkeit, ſo daß dieſelbe ca. 32 34 g Na.O im Liter enthält, oder daß etwa 18 19,5 cem derſelben zur Sätti⸗ gung 20 cem einer Normalſäure erfordern.

Angenommen man hat zu 20 ccm Normalſäure 18,6 cem der einzuſtellenden Natronlauge verwendet, ſo müſſen auf je 18,4 ccm 20 18,4= 1,6 com Waſſer zugeſetzt oder 1000 ccm der Lauge nach der Gleichung 18,4: 20= 1000: x(= 1087) auf 1087 cem verdünnt werden, um Normallauge zu erhalten.

Selbſtverſtändlich muß das zum Verdünnen benutzte deſtillierte Waſſer kohlenſäurefrei ſein. Falls dasſelbe mit Barytwaſſer eine Trübung giebt, wird es gekocht und in einer mit einem, Natronkalk oder Kalihydratſtücke enthaltenden Rohre verſchloſſenen Flaſche erkalten gelaſſen.

Wenn die Lauge vorwiegend nur zu Stickſtoff⸗Beſtimmungen dient, ſo iſt es nicht notwendig, daß dieſelbe genau normal, bezw. genau ½⸗normal iſt. Es erſpart Zeit, wenn man eine annähernd

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