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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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172 Sämereien.

probe zu ermittelnden) Samen die wirkliche Keimkraft zuverläſſig beſtimmt. Bei Schiedsanalyſen iſt daher dieſe Beſtimmung der Samenzahl durch nachträgliche Schnittprobe ſtets durchzuführen. Für gewöhnlich wird folgendes abgekürzte Verfahren für Beta als zuläſſig erklärt.

Es wird zunächſt das Durchſchnittsgewicht der Knäule aus einer korrekt gezogenen, von fremden Beſtandteilen und event. von anhaftenden Hochblättern(durch Reiben) befreiten Mittelprobe, welche mindeſtens 2000 Knäule enthält, noch ſicherer aus der ganzen eingegangenen (gereinigten) Probe durch Wägung und Zählung beſtimmt. Hierauf werden 3 100 Durchſchnittsknäule(unter denen große, mittlere und kleine in annähernd gleichem Verhältnis enthalten ſind, wie in der Geſamtprobe), jede 100 für ſich, von der gereinigten Mittel⸗ oder Geſamtprobe abgezählt und gewogen. Weicht das Gewicht der einen oder anderen 100 Knäule von dem Durchſchnittsgewicht um 10 und mehr Prozente ab, ſo werden erſtere durch Auswechſelung einzelner Körner in eine nähere Übereinſtimmung mit dem Durchſchnittsgewicht gebracht. Letzteres, ſowie das Gewicht der je 100 Knäule iſt in dem Unter⸗ ſuchungsberichte anzugeben.

Die 3 100 Körner werden alsdann 5 Stunden vorgegquellt, hierauf zur Keimung bei einer wechſelnden Temperatur von 20° C. (täglich 18 Stunden) und 30⁰ C.(6 Stunden täglich) angeſetzt. Am 3., 5.(Keimungs⸗Energie!), 8., 11. Tage werden die jeweils gekeimten Knäule in ein gemeinſames zweites Keimbett übertragen. Am 14. Tage wird der Verſuch mit der Feſtſtellung der ungekeimten Knäule, ſowie der von den gekeimten gewonnenen, auf 100 Knäule und auf 1 g der rohen Probe zu berechnenden Anzahl Keimpflanzen abgeſchloſſen.

U. Grasſamen.

Bei Schiedsprüfungen der feineren bezw. ſchwierigen Grasſamen: Poa, Agrostis, Alopecurus, Arrhenatherum, Dactylis, Festuca ovina und rubra, Aira ec., wird folgendes Verfahren eingeſchlagen:

Man zieht eine Mittelprobe von der oben(3) vorgeſchriebenen Größe und lieſt diefremden Beſtandteile(Steinchen, fremde Samen und Spreu) heraus.

Von den ſo gereinigten Scheinfrüchten werden zwei kleine Mittelproben hergeſtellt, ſo groß, daß jede mindeſtens 300 400 volle Körner enthält. Bei Dactylis, Festuca ovina, Alopecurus genügen für dieſen Zweck 0,4 g, bei Arrhenatherum 1,0 g, bei Poa und Agrostis 0,1 g. Kleine Modifikationen dieſer Gewichtsmengen werden bedingt durch den annähernd abzuſchätzenden größeren oder geringeren Gehalt an tauben Scheinfrüchten. Beide Mittelproben werden genau gewogen, auf 5 Stunden zumVorquellen in reines Waſſer von 20⁰ C. und ſodann ins Keimbett gebracht.

Im Verlauf der nächſten Tage jedenfalls bis zu dem die Keimungs⸗Energie anzeigenden Zeitpunkt werden die im feuchten

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