162 Waſſer.
Schwefelſäure zugeſetzt und wieder gemiſcht. Je nachdem mehr oder weniger ſalpetrige Säure vorhanden iſt, entſteht ſofort oder erſt nach einiger Zeit eine Blaufärbung.
Zur Beſtimmung des Abdampfrückſtandes werden 250 cem Waſſer in einer ausgeglühten und gewogenen Platinſchale auf dem Waſſerbade zur Trockne verdampft, der Rückſtand bei 1000 C. 1 Stunde lang getrocknet, im Exſikkator erkalten gelaſſen und gewogen; das Trocknen muß ſo lange fortgeſetzt werden, bis 2 Wägungen überein⸗ ſtimmen.
Durch Erhitzen des Abdampfrückſtandes bis zur mäßigen Rotglut ermittelt man den Glühverluſt. Der erſte Glührückſtand wird mit Ammoniumcarbonat befeuchtet und nochmals ſchwach geglüht. Die Differenz zwiſchen der letzten Wägung des Abdampfrückſtandes und des ſo erhaltenen Glührückſtandes bedeutet nach Abzug des Kryſtall⸗ waſſers die ungefähre Menge der im Waſſer enthaltenen organiſchen Subſtanzen, während der Glührückſtand die Menge der waſſerfreien Mineralftoſfe ergiebt.
Neben der im Abdampfrückſtand erhaltenen und durch Glüh⸗ verluſt beſtimmten Menge organiſcher Subſtanz enthält das Waſſer meiſt noch flüchtige organiſche Stoffe, welche ebenſo wie weitere leicht zerſetzliche organiſche Stoffe und oxydationsfähige Verbindungen namentlich den Geſchmack und Geruch des Waſſers beeinträchtigen; es iſt deshalb von großer Wichtigkeit, einen Ausdruck für dieſe Stoffe zu gewinnen.
Zu ihrer vergleichenden Beſtimmung benutzt man die Eigen⸗ ſchaft derſelben reduzierend auf ſtark ſauerſtoffhaltige, leicht umſetzbare Salze, ſo namentlich auf Kaliumpermanganat zu wirken, und haben Kubel und Schulze Methoden darauf gegründet, welche immer noch die brauchbarſten für dieſen Zweck geblieben ſind. Kubel läßt die Kaliumpermanganatlöſung in ſaurer, Schulze dagegen in alkaliſcher Löſung einwirken. Das Verfahren von Kubel iſt einfacher und giebt etwas konſtantere Zahlen, dagegen iſt beim Schulzeſchen Verfahren die Mineraliſierung der organiſchen Subſtanzen eine vollſtändigere.
Nach Kubel werden 100 cem des zu unterſuchenden Waſſers. welche am beſten in Meßkölbchen abgemeſſen werden, mit 5 cem verdünnter Schwefelſäure(1: 3) und mit 10 cem oder ſo viel 1/100⸗Normal⸗Chamäleonlöſung(vergl. unter Löſungen Nr. 17 am Schluß) verſetzt, daß das Waſſer auch nach dem Kochen noch ſtark rot gefärbt iſt. Dieſes wird ſodann erhitzt und vom Beginn des Kochens an gerechnet noch genau 5 Minuten lang gekocht. Darauf giebt man 10 ccm bezw. eine gleiche Anzahl Kubikcentimeter einer 1%⸗Normal⸗ Oxalſäurelöſung(vergl. unter Löſungen am Schluß Nr. 17) zu, läßt einige Minuten ſtehen, bis ſich die ausgeſchiedenen Flocken von Manganoxydul⸗ oxyd gelöſt haben, und titriert ſo lange mit ½⁄00⸗⸗Normal⸗Chamäleon⸗ löſung, bis eine ſchwache Rötung auftritt. Die Geſamtzahl der ver⸗ brauchten Kubikcentimeter ⁄109⸗Normal⸗Chamäleon, weniger 10 com — oder wenn 10 ccm ⁄10%⸗Normal⸗Chamäleon nicht genau 10 ccm


