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Waſſer. 161
Waſſer.
Für das Ergebnis der Unterſuchung iſt die richtige Probe⸗ nahme ebenſo wichtig, wie die Unterſuchung ſelbſt. Vor allem iſt hierbei darauf zu achten, daß das Waſſer nicht in ungenügend ge⸗ reinigte Gefäße mit unreinen Verſchlüſſen(bereits gebrauchten Korken ꝛc.) gefüllt wird. Die Gefäße müſſen nach der ordnungs⸗ mäßigen Reinigung kurz vor der Probenahme mit dem zu unter⸗ ſuchenden Waſſer mehrmals ausgeſpült werden. Zugleich iſt bei der Probenahme die Tiefe des Brunnens, die Beſchaffenheit des Bodens bezw. der Bodenſchichten, die Umgebung des Brunnens beſonders die Entfernung der Aborte, Jauchebehälter ꝛc. von dem Brunnen feſtzuſtellen.
Bei Brunnen⸗ oder Leitungswaſſer muß man das Waſſer erſt einige Zeit laufen laſſen, bevor man die Probe entnimmt. Für die chemiſche Unterſuchung ſind durchſchnittlich mindeſtens 2 1 erforderlich.
Die chemiſche Unterſuchung eines Waſſers richtet ſich in erſter Linie nach der Frageſtellung und der Art der Nutzungszwecke eines Waſſers. Für ein Keſſelſpeiſe⸗ und Waſchwaſſer iſt vorwiegend die Härte, der Gehalt an Kalk, Magneſia und Verdampfungsrückſtand, für ein Bleich⸗ und Färbereiwaſſer die Klarheit und Helligkeit, Ge⸗ halt an Eiſen und organiſchen Stoffen von Belang, während an ein Waſſer für Brauerei⸗, Brennerei⸗ und Molkereizwecke, für Zucker⸗ fabriken ꝛc. im allgemeinen dieſelben Bedingungen geſtellt werden, wie an ein Trinkwaſſer.
Bei letzterem pflegt man gewöhnlich nach den Vorprüfungen auf Ausſehen, Geruch, Geſchmack und Reaktion
1. qualitativ auf Ammoniak und ſalpetrige Säure zu unter⸗ ſuchen,
2. quantitativ zu beſtimmen: Abdampfrückſtand, Glühverluſt, Oxydierbarkeit, Salpeterſäure, Chlor, Schwefelſäure, Kohlenſäure, Kalk und Magneſia.
Hierzu geſellt ſich vielfach noch die Beſtimmung des Eiſens, mitunter auch von Kali und Natron, und bei beſonderen Verun⸗ reinigungen die Beſtimmung derjenigen Beſtandteile, welche für dieſe maßgebend ſind.
Die qualitative Prüfung auf Ammoniak geſchieht in der Weiſe, daß etwa 100 ccm Waſſer mit ca. ½ cem Natriumhydrat und 1 ccm Natriumcarbonat verſetzt werden; nach dem Abſetzen des Niederſchlages wird die überſtehende Flüſſigkeit mit Neßlerſchem Reagens verſetzt. Je nachdem eine ſchwach gelbe bis rotbraune Färbnng entſteht, enthält das Waſſer wenig oder viel Ammoniak.
Zum Nachweis der ſalpetrigen Säure werden 50 cem des klaren farbloſen Waſſers(iſt das Waſſer gefärbt oder unklar, ſo wird es durch Zuſatz von 3 ccm Sodalöſung, 0,5 ccm Natronlauge und mit einigen Tropfen von Alaunlöſung geklärt und filtriert) mit etwa ½ cem Zinkjodidſtärkelöſung vermiſcht, dann 5—6 Tropfen verdünnter
Wolff⸗Haſelhoff, Anleitung. 4. Auflage. 11


