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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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26 Ackererde und Bodenarten.

Vor der Benutzung des Apparates iſt zu ermitteln, in welcher Be⸗ ziehung die Geſchwindigkeit des Waſſers in dem cylindriſchen Schlämm⸗ raum des großen Trichters zu der entſprechenden Höhe der Waſſerſäule im Piézometer ſteht. Man ſetzt den Apparat zuſammen und ſtellt feſt, wieviel Kubikcentimeter Waſſer=m aus der Ausflußöffnung am Piézo⸗ meter in einer beſtimmten Zeit(in Sekunden)= t ausfließen; iſt der Querſchnitt des cylindriſchen Gefäßes des großen Trichters R, ſo iſt die

m

. Geſchwindigkeit des Waſſers in demſelben C= E Man ermittelt

die gewünſchte Schlämmgeſchwindigkeit aus verſchiedenen Verſuchen und lieſt den Waſſerſtand im Piézometer ab.

Bei Ausführung der Schlämmanalyſe wird nun das abgewogene

Quantum des Bodens zuerſt längere Zeit unter Umrühren aufgekocht und das Ganze durch das feine Sieb gegoſſen, auf welchem die gröberen Ge⸗ mengteile zurückbleiben. Die trübe Flüſſigkeit läßt man 1 bis 2 Stunden bis zum Erkalten ruhig hinſtehen, gießt den ſuspendierten Schlamm mit der größten Menge des Waſſers in den größeren Trichter, während der gröbere Bodenſatz in den kleineren Trichter geſpült wird. Während des Einbringens der Probe läßt man durch geringes Offnen des Hahnes etwas Waſſer zufließen, aber nicht mehr als nötig iſt, um ein Feſtſetzen der Körner in der Spitze des Trichters zu verhindern. Hat man die ganze Maſſe in die Trichter hineingebracht, ſo werden letztere vollkommen mit Waſſer gefüllt und der Apparat zuſammengeſetzt; dabei dürfen keine Luft⸗ blaſen zurückbleiben. Man öffnet alsdann den Zuflußhahn ſo, daß die für die gewünſchte Geſchwindigkeit gefundene Höhe der Waſſerſäule im Piszometer erreicht iſt.

Sobald Klärung in der oberen Partie des großen Trichters eingetreten iſt, wird das untergeſtellte Becherglas mit dem erſten Schlämmprodukt bei⸗ ſeite geſtellt, ein anderes Becherglas untergeſchoben und nun auf die zweite gewünſchte Geſchwindigkeit eingeſtellt u. ſ. f. Man erhält ſo in den verſchiedenen, der Reihe nach untergeſtellten Bechergläſern die gewünſchte Anzahl Schlämmprodukte von beſtimmter Korngröße. Nach dem Abſetzen gießt man den größten Teil des Waſſers ab. Die Reſte ſowie die in den Schlämmtrichtern verbleibenden gröberen Teile ſpült man in tarierte Porzellanſchalen, verdampft das Waſſer auf dem Waſſerbade, bringt durch 6 ſtündiges Stehen an der Luft die einzelnen Produkte auf den lufttrockenen Zuſtand und wiegt. Die feinſten abgeſchlämmten Teilchen beſtimmt man aus der Differenz. Es wurde abgeſchlämmt bei einer

Stromgeſchwindigkeit pro Sekunde Korngröße 0,2 mm feinſte Teile bis 0,01 mm. 0,5 ſtaubfeine Teile von 0,01 0,02 2,0 Staubſand von 0,02 0,05

Der im großen Trichter verbleibende Rückſtand iſt Feinſand von

0,05 0,1 mm Korngröße; im kleinen Trichter iſt Grobſand von 0,1 bis 0,2 mm Korngröße.

Im Fall der Boden reich iſt an Humus glaubt Schöne, daß es

zur Erreichung regelrechter Schlämmreſultate unerläßlich ſei, die

organiſche Subſtanz vorher möglichſt fortzuſchaffen. Bei Sandboden

kann dies durch Verbrennen bewirkt werden; bei thonigem Boden

iſt es dagegen vorzuziehen, die Probe ſtatt deſſen wenigſtens 1 Stunde