A. Unterſuchung der Mineralböden. 27
lang mit 1—2 prozent. Alkalilöſung, zu kochen. Kalkhaltige Boden⸗ arten müſſen außerdem einer Behandlung mit kalter, verdünnter Salz⸗ ſäure unterworfen werden, welche letztere vor dem Schlämmen möglichſt wieder zu entfernen iſt.
Der Schöneſche Apparat geſtattet eine genaue Trennung der Gemeng⸗ teile des Bodens nach der Feinheit des Kornes, jedoch iſt es unangenehm, daß die ganze Schlämmoperation eine ſehr lange Zeit in Anſpruch nimmt, kaum in einem Tage zu beendigen iſt und namentlich daß es bei den niedrigſten, d. h. für die Abſcheidung der feinſten Gemengteile erforderlichen Strömungsgeſchwindigkeiten, bei welchen nur langſam ein Tropfen nach dem andern aus der Ausflußöffnung ausfließt, ſchwierig iſt, ſtundenlang eine ganz konſtante Strömung zu erhalten. Die geringſte Verunreinigung des Waſſers, welche am Hahn ſich anſammelt, wirkt hierbei ſtörend; jedenfalls möchte ein vorausgehendes Filtrieren des Schlämmwaſſers und die An⸗ wendung eines großen Gefäßes von weißem Glas als Waſſerreſervoir not⸗ wendig ſein. Auch muß der ganze Apparat in ſeinen einzelnen Teilen ſehr ſorgfältig gearbeitet ſein und iſt das Gelingen der Operation weſent⸗ lich abhängig von der Beſchaffenheit der Ausflußöffnung am Piézometer.
3. Die chemiſche Analyſe des Bodens.
Zur chemiſchen Analyſe des Bodens nimmt man den durch trockenes Abſieben mittelſt des 3mm⸗Siebes erhaltenen Feinboden und zwar in lufttrockener, nicht durch vorheriges Erhitzen veränderter Form. Die gröberen Bodenbeſtandteile und Steinchen ſind durch Ab⸗ ſpülen mit Waſſer ihrer Quantität und mineralogiſchen Beſchaffenheit nach möglichſt genau zu beſtimmen, ebenſo die Gemengteile des Fein⸗ bodens mit der Lupe zu unterſuchen.
Bei gewöhnlicher, möglichſt raſch auszuführender Bodenanalyſe wird nach den Vereinbarungen des Verbandes landw. Verſuchsſtationen i. D. R. Waſſergehalt, Glühverluſt, Stickſtoff⸗ und Humusgehalt be⸗ ſtimmt und außerdem nur der in folgender Weiſe erhaltene Extrakt auf ſeine Beſtandteile unterſucht:
a) auf 1 Gewichtsteil Boden 2 Volumteile 25 prozent. Salzſäure (unter Berückſichtigung der Karbonate des Bodens) unter öfterem Umſchütteln 48 Stunden bei Zimmertemperatur ſtehen laſſen oder
b) auf 1 Gewichtsteil Boden 2 Volumteile 10 prozent. Salzſäure (unter Berückſichtigung der Karbonate des Bodens) unter häufigem Umſchütteln 3 Stunden lang auf dem Waſſerbade einwirken laſſen.
über die für die wiſſenſchaftliche Beurteilung des Bodens ſo wichtigen Löslichkeitsverhältniſſe der Pflanzennährſtoffe kann man nur auf die Weiſe ſich Aufklärung verſchaffen, daß man denſelben ſucceſſive der Einwirkung verſchieden kräftiger Löſungsmittel unterwirft und dieſe Behandlung ſtets nach ganz beſtimmten, feſtſtehenden Regeln vornimmt. Die Löſungsmittel müſſen hinſichtlich der Stärke ihrer Einwirkung hinreichend verſchieden ſein und andererſeits in einem


