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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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Ackererde und Bodenarten.

angebrachten Marke reicht und rührt mit einem glatten Holzſtab ca. 1 Min. lang gründlich um. Dann zieht man den Rührſtab ſchnell heraus und läßt das von ihm abfließende Waſſer in den Cylinder tropfen. Dieſen läßt man 10 Minuten lang ſtehen, zieht dann den Stopfen aus dem Tubus und läßt das trübe Waſſer ablaufen, wobei man eine Probe in einem Reagensglas auffängt. Letzteres wiederholt man bei jedem folgenden Aufſchlämmen und vereinigt die gleich großen Proben in einem Becherglaſe. Nach Beendigung der Schlämmoperation wird der Inhalt des letzteren abfiltriert, die auf dem Filter bleibende Maſſe innig gemiſcht und zur mikroſkopiſchen Unterſuchung verwendet.

Nach jedem Abſchlämmen ſchließt man den Tubus wieder, wobei man ſtets ſorgfältig darauf achtet, daß der Stopfen genau mit der inneren Wand des Cylinders abſchneidet. Dann füllt man bis zur Marke, rührt um und läßt auch bei jedem folgenden Abſchlämmen 10 Minuten lang ruhig ſtehen, um dann ablaufen zu laſſen, wieder aufzufüllen und ſo lange damit fort⸗ zufahren, bis nach 10 Minuten langem Stehen über dem Tubus keine ſchwebenden Bodenpartikelchen mehr wahrzunehmen ſind.

Der im Schlämmeylinder verbleibende Sand wird mit Hilfe der Spritz⸗ flaſche in eine Porzellanſchale gebracht und auf dem Waſſerbade zur völligen Trockne eingedampft. Damit der Sand die Luftfeuchtigkeit wieder anziehe, läßt man die Schale etwa 24 Stunden an einem vor Staub geſchützten Orte ſtehen und wiegt dann zunächſt den geſamten Sand. Hierauf ſiebt man erſt durch das 1 mm⸗Sieb, um ſo das Gewicht des ſehr groben Sandes oder Grandes(21 mm), des groben Sandes(10,5 mm), des feinen Sandes(0,5 0,25 mm) und des ſehr feinen Sandes (= 0,25 mm) zu erhalten. Eine bei dem Vergleich mit dem Geſamtgewicht des Sandes durch Verſtäuben beim Sieben ſich ergebende Differenz iſt dem ſehr feinen Sande zuzurechnen. Die gefundenen Gewichtsmengen von Kies oder Grus und Sand ſind in Prozenten des ſtein⸗ freien lufttrockenen Bodens auszudrücken. Die Menge der a b⸗ ſchlämmbaren Beſtandteile ergiebt ſich aus der Differenz zwiſchen dem urſprünglichen Gewichte des zur Unterſuchung verwendeten ſteinfreien lufttrockenen Bodens(50 oder 100 g) und dem Gewicht von Kies oder Grus und Sand.

Dem Ergebnis der Schlämmanalyſe iſt ſtets das Reſultat der mikro⸗ ſkopiſchen Unterſuchung hinzuzufügen. Findet eine eingehendere Feſtſtellung der mineralogiſchen Beſchaffenheit der Feinerde nicht ſtatt, ſo iſt doch ſtets ſchätzungsweiſe anzugeben, in welchem Verhältnis größere Quarzſtaubkörnchen im Vergleich zu den feineren Gemengteilen in den abſchlämmbaren Teilen der unterſuchten Bodenprobe vorhanden ſind.*

Der Schöneſche Schlämmapparat(Fig. 6) wird zweckmäßig in folgender Weiſe zuſammengeſtellt:

1. aus einem möglichſt flachen 30 40 1 faſſenden Waſſerkaſten, der in einer Höhe von 23 m über dem Schlämmappaxat angebracht ſein muß;

2. aus einem Tiſch von ½ m Höhe mit 2 Offnungen zur Aufnahme der beiden koniſch geformten Schlämmtrichter. Dieſe Schlämmtrichter, welche den eigentlichen Schlämmapparat ausmachen, laufen in ihren unteren Enden in halbkreisförmig gebogenen, nach aufwärts führenden Röhren aus; durch dieſe Röhre des kleinen Trichters wird die Verbindung des Schlämm⸗ apparates mit dem Waſſerkaſten hergeſtellt, während dieſe Röhre des größeren Trichters zur oberen Offnung des kleinen Trichters führt und ſo die beiden Trichter verbindet. Kurz unter dem großen Hals des Trichters