22 Ackererde und Bodenarten.
d) die Art der Beſtellung und Fruchtfolge in den vorhergehen⸗ den Jahren;
e) die Art und Menge der ſtattgehabten Düngung;
f) die in den zunächſt vorausgehenden Jahren wirklich er⸗ zielten Ernteerträge und womöglich auch über die Durchſchnitts⸗ erträge des betreffenden Feldes bei dem Anbau der wichtigeren Kultur⸗
lanzen; 4 5 die praktiſche Beurteilung des Bodens, d. h. über die Art und Weiſe, wie derſelbe von dem erfahrenen, in der Gegend an⸗ ſäſſigen Landwirte, von ſeinem Standpunkte aus, hinſichtlich der Güte und Ertragsfähigkeit im allgemeinen beurteilt wird, auch darüber, ob vielleicht beſondere Eigentümlichkeiten vorhanden ſind.
Die größeren Steine und Steinchen werden aus dem Boden aus⸗ geſammelt oder von demſelben ausgeſiebt, mit Waſſer gut abgeſpült und deren mineralogiſche Beſchaffenheit, Gewicht und unge⸗ fähre Größe(Fauſtgröße und darüber, Eigröße, Wallnußgröße, Erbſen⸗ größe) ermittelt.
2. Die mechaniſche Analyſe des Bodens.
Die mechaniſche Bodenanalyſe bezweckt die quantitative Ermitte⸗ lung des Mengenverhältniſſes der den Boden zuſammenſetzenden gröberen und feineren Beſtandteile. Man erreicht dieſe Trennung der Beſtandteile teils durch Abſieben, teils durch Schlämmen.
Die lufttrockene und unter mäßigem Druck(durch Zerreiben zwiſchen den Händen oder in einer Reibſchale) zerteilte Erde läßt man durch ein Blechſieb mit 2 mm weiten Löchern hindurchgehen; die etwa zurückbleibenden Steinchen und Faſern werden mit Waſſer abgeſpült, getrocknet, gewogen ꝛc. und die auf ſolche Weiſe gewonnene Feinerde für alle weiteren Unterſuchungen benutzt.
Da über die Bezeichnung Feinerde keine Übereinſtimmung herrſcht, indem teils 4 mm(Fesca), teils 3 mm(E. Wolff und Schöne), oder 1 mm (Grandeau) als oberſte Korngröße angegeben wird, ſo iſt bei der Boden⸗ analyſe ſtets anzugeben, auf welche Korngröße ſich die Be⸗ zeichnung Feinerde in dem gegebenen Falle bezieht.
J. Kühn hat für die Trennung mit dem Siebe folgendes Verfahren vorgeſchlagen:
a) Die zu unterſuchende Bodenprobe wird in möglichſt friſchem Zuſtande ſoweit zerkleinert, daß bei dem ſpäteren Sieben auf einem 5 mm⸗Siebe nur Steine zurückbleiben. Sie wird dann gleichmäßig an einem vor Staub geſchützten Orte ausgebreitet, bis ſie lufttrocken geworden iſt. Hierauf wird ſie gewogen und durch ein 5 mm⸗Sieb getrennt. Die auf dem Siebe verbleibenden Steine(— 5 mm) werden durch aufgegebenes Waſſer von anhängenden Erdteilchen gereinigt und in lufttrockenem Zuſtande gewogen. Das Gewicht derſelben wird in Prozenten des Geſamtbodens ausgedrückt.
b) Der durch das 5 mm⸗Sieb gefallene Boden beſteht aus gröberen Geſteinstrümmern und aus der Feinerde(—2 mm).
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