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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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A. Unterſuchung der Mineralböden. 21

Ackererde und Bodenarten.

Man unterſcheidet im weſentlichen je nach ihrer Entſtehungs⸗ weiſe und Beſchaffenheit 2 Gruppen von Böden, die Mineralböden und die Moorböden.

Auch bei der Unterſuchung dieſer Böden iſt in verſchiedener Weiſe zu verfahren. Jedoch ſollte in beiden Fällen einheitlich nach vereinbarten Methoden gearbeitet werden, denn nur ſo können die gewonnenen Reſultate unter ſich vergleichbar ſein und für die wiſſen⸗ ſchaftliche Bodenkunde, wie für die Praxis des Ackerbaues einen bleibenden Wert erlangen. Im nachfolgenden werden deshalb auch die vom Verbande landwirtſchaftlicher Verſuchsſtationen i. D. R. ver⸗ einbarten Methoden zu Grunde gelegt.

A. Unterſuchung der Mineralbsden.

1. Probenahme.

Die Aufnahme der Bodenproben geſchieht je nach der Größe der Fläche(eine möglichſt gleichmäßige Bodenbeſchaffenheit vorausgeſetzt) an 3, 5, 9, 12 oder mehr verſchiedenen, in gleicher Entfernung von⸗ einander gelegenen Stellen. Die Proben werden durch ſenkrechten, gleichtiefen Abſtich bis zur Pflugtiefe genommen, für etwaige Unter⸗ ſuchung des Untergrundes bis zu 60 bezw. 90 cm Tiefe. Die Einzel⸗ proben werden entweder getrennt unterſucht, oder wenn es ſich um Feſtſtellung eines Durchſchnittswertes handelt, ſorgfältig gemiſcht, und voß der Miſchung ein geeignetes Quantum zur Unterſuchung ver⸗ wendet.

Sehr zweckmäßig iſt für die Probenahme ſtatt des Spatens der Schnecken⸗ oder amerikaniſche Tellerbohrer, der nach jedes⸗ maligem Einbohren auf 20 cm herausgehoben und entleert wird.

Behufs einer vollſtändigen ÜUnterſuchung müſſen wenigſtens 4 bis 5 kg des Bodens zur Verfügung ſtehen. Die Maſſe läßt man an der Luft austrocknen(d. h. im Sommer bei gewöhnlicher Temperatur, zur Zeit des Winters in einer geheizten Stube oder in einem mäßig warmen Trockenſchrank bei 30 40° C., ſtets gegen Staub ꝛc. geſchützt).

Es ſind möglichſt ſorgfältige Notizen zu ſammeln

a) über den geognoſtiſchen Urſprung des Bodens;

b) die Tiefe der Ackerkrume und über den Zuſtand des zunächſt unter der Ackerkrume liegenden Untergrundes, ſowie über die Be⸗ ſchaffenheit der tieferen Schichten, wenigſtens bis zu einer Tiefe von 1 2 m(Profil oder Querdurchſchnitt der Ackerkrume und des Unter⸗ grundes);

c) die klimatiſchen Verhältniſſe, nach allgemeiner Erfahrung, wenn nicht ſorgfältige und langjährige Beobachtungen vorliegen, namentlich auch die Höhe des Feldes über dem Meeresſpiegel;