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10 Allgemeine Unterſuchungsmethoden.
arten(Invertzucker, Dextroſe, Lävuloſe, Maltoſe, Milch⸗ zucker ꝛc.) und zwar entweder auf maß⸗ oder gewichtsanalytiſchem Wege.
Bei der maßanalytiſchen Methode bringt man 25 ccm Kupferlöſung und 25 cem der alkaliſchen Seignetteſalzlöſung(vergl. Löſungen Nr. 11 am Schluß) in einer tiefen Porzellanſchale zum Kochen und ſetzt dann von der betreffenden Zuckerlöſung ſo lange zu, bis nach einer der Zuckerart entſprechenden Kochdauer die Löſung nicht mehr blau iſt. Die Kochdauer iſt für Traubenzucker, Invert⸗ zucker und Lävuloſe 2 Minuten, für Maltoſe 4 und für Milchzucker 6 Minuten. Auf dieſe Weiſe wird vorläufig ungefähr feſtgeſtellt, wie viel Kubikcentimeter der Zuckerlöſung 50 com der Fehlingſchen Löſung entſprechen, bezw. wie viel Prozent ungefähr die betreffende Zuckerlöſung enthält. Durch Verdünnen oder Eindampfen muß darauf die Löſung ungefähr 1⸗prozentig gemacht werden.
Iſt dies geſchehen, ſo erhitzt man wieder 50 cem Fehlingſche Löſung zum Kochen und giebt nun von der auf ca. 1% geſtellten Zuckerlöſung ſo viel zu, als der Menge entſpricht, welche beim Vor⸗ verſuch die Fehlingſche Löſung vollſtändig reduziert hatte. Es wird dann ſo lange gekocht, als für die betreffende Zuckerart erforderlich iſt, worauf man die ganze Flüſſigkeit auf ein großes, aber dichtes Faltenfilter giebt. Es muß beim Filtrieren vor allem darauf geachtet werden, daß nicht etwa Spuren von feinflockigem Kupferoxydul durch das Filter gehen; am beſten überzeugt man ſich davon, indem man das Filtrat einige Zeit ſtehen läßt und dann umſchwenkt, durch welche Manipulation der Kupferoxydul⸗Niederſchlag ſich in der Mitte ſammelt. Iſt das Filtrat noch blau oder grünlich, ſo iſt ſelbſtverſtändlich noch Kupfer in Löſung und es bedarf keiner Prüfung. Iſt das Filtrat dagegen gelb, ſo muß es auf Kupfer geprüft werden.
Dies geſchieht, indem man das Filtrat mit Eſſigſäure anſäuert und mit friſch bereiteter Ferrocyankaliumlöſung verſetzt. Dunkle Rot⸗ färbung zeigt eine größere Menge, Roſafärbung nur Spuren von Kupfer an; das Ausbleiben deutet auf eine vollſtändige Reduktion des Kupfers und damit auf einen Überſchuß der Zuckerlöſung hin. Um den Punkt zu finden, bei welchem die Zuckerlöſung eben hinreicht, um ſämtliches Kupfer auszufällen, muß nun mit der Titration ſo lange fortgefahren werden, bis von 2 aufeinander folgenden Titrationen die eine eben noch eine Spur Kupfer anzeigt, während die darauffolgende, mit einer um 0,1 com vermehrten Menge Zuckerlöſung ausgeführte Titration eine vollſtändige Reduktion ergiebt. Die wahre, 50 ccm Fehlingſche Löſung genau reduzierende Menge der Zuckerlöſung liegt mitten zwiſchen den zwei Reſultaten. Die in der angewendeten Anzahl Kubikcentimeter der Zuckerlöſung enthaltene Menge der betreffenden Zuckerart berechnet ſich leicht aus den von Soxhlet für die verſchie⸗ denen Zuckerarten gefundenen Reduktionsverhältniſſen, wonach in ca. 1 prozent. Löſungen 50 cem Fehlingſche Löſung entſprechen:
= 0,2375 g Traubenzucker, = 0,2470„Invertzucker.
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