4. Beſtimmung der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe bezw. der Kohlenhydrate. 9
Waſſer ausgezogen—. Nach jedesmaligem Kochen wird die Flüſſig⸗ keit raſch vom Rückſtand getrennt, ſchließlich die ſämtlichen Flüſſig⸗ keiten auf ein beſtimmtes Volumen aufgefüllt und alsdann durch große Faltenfilter, die man durchſtößt und erneuert, ſobald ſie nicht mehr raſch durchlaufen laſſen, oder beſſer mit Hilfe der Bunſenſchen Pumpe mög⸗ lichſt ſchnell filtriert.
Es iſt beſonders wichtig, daß nach dem jedesmaligen Kochen die Trennung der Flüſſigkeit von dem Rückſtande recht ſchnell erfolgt und überhaupt die ganze Operation des Extrahierens an einem Tage vollendet wird, weil man ſonſt, zumal im Sommer, Gefahr läuft, den Extrakt ver⸗ ſchimmeln zu ſehen, bevor man die weitere Verarbeitung desſelben vor⸗ nehmen kann.
In dem filtrierten wäſſerigen Rohextrakt ſind folgende Beſtim⸗ mungen auszuführen:
1. Durch Eindampfen eines Teiles dieſes Filtrates in einer ge⸗ wogenen Platinſchale auf dem Waſſerbade, Trocknen bei 100— 105⁰ C. und Wägen von Schale+ Rückſtand erhält man die Geſamtmenge der in Waſſer löslichen Stoffe.
Da manche Subſtanzen in Waſſer lösliche, flüchtige Stoffe ent⸗ halten, ſo findet man durch Eindampfen der wäſſerigen Löſung leicht zu wenig. Man kann ſich in ſolchem Falle in der Weiſe helfen, daß man den unlöslichen Rückſtand auf einem vorher getrockneten und gewogenen Filter ſammelt, bei 100— 105⁰ C. trocknet und wieder wägt. Bei der Berechnung der waſſerlöslichen Stoffe aus dem Extraktions⸗ rückſtand iſt aber der Waſſergehalt der urſprünglichen Subſtanz zu berückſichtigen.
2. Beſtimmung des Stickſtoffs. Ein aliquoter Teil des Auszuges(2— 3 Trockenſubſtanz entſprechend) wird in einem Kjeldahl⸗ Verbrennungskolben unter Anſäurung mit Schwefelſäure über kleiner Flamme bis auf 20—30 cem eingekocht, darauf mit 20 ccm Kjeldahl⸗ Schwefelſäure verſetzt und damit zur Beſtimmung des Stickſtoffs wie unter 2 a angegeben weiter verfahren.
3. Beſtimmung der Rohaſche. Der unter a erhaltene Trocken⸗ rückſtand wird vorſichtig eingeäſchert und der Rückſtand gewogen. Ent⸗ hält die Aſche kohlige Teilchen, ſo müſſen dieſelben abgeſchieden und beſtimmt werden.
4. Beſtimmung der zuckerartigen und gummiartigen Subſtanzen. Man verdampft 500— 1000 cem des wäſſerigen Ex⸗ traktes auf dem Waſſerbade, aber möglichſt raſch(am beſten im luft⸗ verdünnten Raume) zur Trockne. Der noch feuchte Rückſtand wird mit Weingeiſt(80— 85%) wiederholt und ſo lange ausgekocht, als derſelbe noch gefärbt wird. Die filtrierte weingeiſtige Löſung wird mit Waſſer verſetzt und der Alkohol durch Erhitzen auf dem Waſſer⸗ bade verdampft, die wäſſerige Löſung, wenn nötig durch Tierkohle filtriert, um ſie möglichſt zu entfärben und hierauf durch Zuſatz von Waſſer auf ein beſtimmtes Volumen gebracht.
aa) In einem abgemeſſenen Teile beſtimmt man direkt die Menge der Fehlingſche Kupferlöſung direkt reduzierenden Zucker⸗


