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Emil Wolff's Anleitung zur chemischen Untersuchung landwirtschaftlich wichtiger Stoffe : mit 17 Textabbildungen / Emil Wolff
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8 Allgemeine Unterſuchungsmethoden.

hergeſtellten Papierpatronen, ſo ſchließt man die obere Offnung durch entfettete Baumwolle.

Die ſo mit Subſtanz beſchickte Patrone wird 23 Stunden im Waſſertrockenſchrank bei 950 getrocknet, dann in einen Soxhletſchen Extraktionsapparat(Fig. 3) gebracht und bis zur Erſchöpfung(4 bis 6 Stunden) mit waſſerfreiem Äther ausgezogen. Aus dem vorher tarierten, die AÄtherflüſſigkeit entfaltenden Kölbchen wird der Ather durch Deſtillation entfernt, das Kölbchen im Dampftrockenſchrank während 12 Stunden getrocknet, im Exſikkator erkalten gelaſſen und zurückgewogen. Die Gewichtszunahme giebt uns den in der an⸗ gewendeten Menge vorhandenen Fettgehalt..

Bei ſirupartigen oder flüſſigen Subſtanzen(Milch) werden 20 25 g im Hoffmeiſterſchen Glasſchälchen mit etwa 10 g ausgeglühtem Sand und 1 g gebranntem Gips oder mit entſprechen⸗ den Mengen ausgeglühten Bimsſteinpulvers, Asbeſtes oder Glaspulvers unter öfterem Umrühren mit einem dünnen, beiderſeits zugeſchmolzenen Glasröhrchen auf dem Waſſerbade zur Trockne eingedampft, Schale nebſt Inhalt in einem Mörſer ſorgfältig zerrieben und das Pulver in eine Papierhülſe gebracht, welche im Soxhletſchen Extraktions⸗ apparat mit Äther gegen 5 Stunden extrahiert wird. Das vorher tarierte Kölbchen, welches das geſamte Fett der angewendeten Milch enthält, wird nach Verdunſtung des AÄthers 1 Stunde lang im Dampf⸗ trockenſchrank getrocknet und darauf gewogen.

4. Beſtimmung der ſtickſtofffreien Extraktſtoffe bezw. der Kohlenhydrate.

Als ſtickſtofffreie Extraktſtoffe bezeichnet man den Reſt, welcher übrig bleibt, wenn man von einer Subſtanz ihren Gehalt an Waſſer, Rohprotein, Rohfett, Rohfaſer und Aſche abzieht.

Der Begriff ſtickſtofffreie Extraktſtoffe umfaßt demnach eine ganze Reihe mehr oder minder verſchiedener Verbindungen, von denen die wichtigſten und verbreitetſten die Zuckerarten, Dextrine und die Stärke ſind; außerdem gehören hierher die Pflanzengummis, Pflanzenſchleime, Pflanzenſäuren, ferner die Pektin⸗, Bitter⸗, Farbſtoffe und dergl. Gewöhnlich werden die ſtickſtofffreien Stoffe, wie oben angegeben, aus der Differenz berechnet. Vielfach iſt jedoch auch eine Beſtimmung einer oder mehrerer zu dieſer Gruppe gehöriger, gut charakteriſierter chemiſcher Verbindungen erforderlich. Ich beſchränke mich hier auf die nachfolgenden Beſtimmungen.

a) Beſtimmung der Geſamtmenge der in Waſſer löslichen Stoffe. 10 20 g des zu extrahierenden Materiales werden in einer Kochflaſche 8 10 mal mit je 200 300 ccm Waſſer, die erſten 3 Male im Waſſerbade bei 50° C. und ſodann in der Siedehitze jedes⸗ mal eine halbe Stunde behandelt, unter ſteter Erneuerung des ver⸗ dunſteten Waſſers ſtärkemehlhaltige Stoffe werden nur mit kaltem